Grünen Landwirtschaftsminister im Visier

Von: ust
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Im Gespräch: Landwirt Walter Lamberts, die Landtagsabgeordneten Hendrik Schmitz und Christina Schulze Föcking (beide CDU) und Gäste der Veranstaltung (v.l.). Foto: Ute Steinbusch

Würselen. Christina Schulze Föcking (CDU) steht wie ein Stein in der Brandung. Sie ist eine imposante Erscheinung, hochgewachsen, was ihre Blockabsätze noch betonen. Bei gefühlten Minusgraden trägt sie unter einer offenstehenden Arbeitsjacke Kostüm und Bluse.

„Unter Eckhard Uhlenberg hat es nicht weniger Umwelt- und Naturschutz gegeben“, bekräftigt die Abgeordnete aus dem Kreis Steinfurt und Sprecherin CDU-Landtagsfraktion für Landwirtschaft, Verbraucherschutz und ländliche Räume, die sich im Hof des Spargelbetriebs Lamberts mit hiesigen Landwirten getroffen hat.

Im Vorfeld der Landtagswahl am 14. Mai heißt ihre Zielscheibe Johannes Remmel, der grüne Umweltminister. Remmel, den sie nicht einmal beim Vornamen nennt, heißt für sie Regelungswut und ungerechte Vorgaben, die NRW-Landwirte gegenüber solchen zum Beispiel aus Bayern schlechter stellen.

Schulze Föcking, die staatlich geprüfte Landwirtin, ist auf Einladung ihres Parteikollegen und CDU-Landtagskandidaten Hendrik Schmitz nach Würselen gekommen. Sie bringt ihre Positionen fundiert rüber, schildert immer wieder Beispiele aus ihrem Wahlkreis, aus ihrem familiären Umfeld.

Der Spagat, in der männerdominierten Landwirtschaft Gehör zu finden und gleichzeitig mit den Sinnen einer zweifachen Mutter Verständnis für die Sorgen und Ängste der Bevölkerung zu demonstrieren, gelingt ihr sehenswert. Was ihr am Herzen liegt, ist Landwirtschaft und Otto Normalverbraucher näher zusammenzubringen, damit regionale Produkte regionalen Absatz finden, damit die gegenseitige Skepsis abnimmt. „Die jungen Leute, die sich heute für die Landwirtschaft entscheiden, brauchen Planungssicherheit“, fordert sie.

Was die rot-grüne Landesregierung jedoch derzeit tue, verstöre mehr, als dass es ein Gefühl von Sicherheit aufkommen lasse. In diesen Zusammenhang streut sie geschickt, dass der derzeitige Minister mit dem Thema Landwirtschaft „nie was zu tun hatte“ – Remmel ist von seiner Ausbildung her Geschichts-, Religions- und Sportlehrer. Schulze Föcking selbst ist dagegen in ihrem Element.

„Jeder achte Arbeitsplatz in NRW hat mit der Landwirtschaft zu tun“, erklärt sie. Von Projekten, die schon Grundschülern die Arbeit der Landwirte nahebringen, verspricht sie sich viel. Veraltetes Wissen in den Schulbüchern prangert sie an. Und fordert in einem Atemzug: „In jede Schultasche gehört ein Apfel.“ Landwirt Walter Lamberts hat eine Reihe von Fragen auf seinem Zettel.

So haben seine Frau Angelika und er ihr Gehöft an Birk vor einiger Zeit umnutzen wollen. Ferienwohnungen sollten in Gut Paffenholz entstehen. Lamberts hat die Idee nach anfänglicher Euphorie verworfen: Der Denkmalschutz beschert ihm so horrende Auflagen, dass sich die Investition nicht lohnt. Er schildert außerdem von seinem Investment in eine Biogasanlage, die seinen Spargel sprießen lässt. Doch wie sich die NRW-Landesregierung zukünftig zur Förderung von Biogasanlagen stellt, ist für ihn unklar.

Christina Schulze Föcking hört sich an, was Bauer Lamberts auf den Nägeln brennt. Sie versichert dem Würselener Landwirt, dass die CDU dem Bürokratiewust entgegenwirken und zugleich für eine kontinuierliche Entwicklung stehen will. „Was wir aktuell haben, ist schlicht einseitig überdreht. Die Grünen betonen immer wieder, die kleinen und mittelständischen Betriebe fördern zu wollen, aber die ganzen Regelungen und Verordnungen führen gerade bei denen dazu, dass sie frustriert aufgeben. Das dürfen wir nicht zulassen!“

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