„Grube Anna II“: Auflösung der Stiftung beschlossen

Von: js
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Herzogenrath. Aus dem Wirtschaftsausschuss der Stadt Herzogenrath wurde am vergangenen Donnerstag der Startschuss für die Auflösung der Stiftung „Bergbaumuseum Grube Anna II“ gegeben.

Stiftungsziel war einst die Förderung und Pflege der regionalen Bergbau- und Industriegeschichte. Dieser historische Ansatz wurde teilweise in das Energeticon-Konzept aufgenommen, von diesem aber stark erweitert zu einer umfangreichen Betrachtung von Energiegeschichte und Energiewende.

Da „der ursprüngliche Stiftungszweck in seinem Kern entfallen sei“, habe der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als damaliger Zustifter und heutiger Hauptgesellschafter der Energeticon gGmbH die Auflösung und Übereignung des Stiftungskapitals an die neue Gesellschaft und den Bergbaumuseumsverein angeregt.

Hauptgrund für diese Mobilisierung des Stiftungskapitals liegt aber in der misslichen finanziellen Lage des Energeticons. Trotz hoher und weiter steigender Besucherzahlen kommt die Gesellschaft nach aktuellen Berechnungen auf ein jährliches strukturelles Defizit von etwa 100.000 Euro für die kommenden Jahre.

Dies sei zum einen dem Umstand geschuldet, dass bei Schulgruppen, die einen Hauptteil der Besucher ausmachten, auf Wunsch des LVR hin kein Eintritt erhoben wird, führt der technische Beigeordnete Ragnar Migenda aus. Zum anderen habe es Mietausfälle gegeben, die in das Defizit hereinspielten.

Wenn bis Ende diesen Jahres die Auflösung der Stiftung beschlossen sei, könnte, nach Ablauf der einjährigen Sperrfrist, 2018 der Energeticon-Gesellschaft 454.000 Euro zugeführt werden, womit das Defizit erst einmal behoben wäre. Weitere 120.000 Euro aus dem Stiftungskapital sollen nach dem Vorschlag des LVR dem Bergbaumuseumsverein zur Aufrechterhaltung seiner Tätigkeit zukommen.

Wie das Jahr zwischen Auflösung der Stiftung und Überschreibung der Stiftungssumme finanziell überbrückt werden soll, steht derweil noch nicht fest. Wahrscheinlich sei eine Finanzierung über Kredite. Mit der Finanzspritze aus dem Stiftungskapital ist dem Energeticon allerdings auch nur eine Schonfrist gegeben.

Auf lange Sicht wollen die Gesellschafter ein neues Finanzkonzept entwickeln, damit es sich über seine Einkünfte trägt. Danach sehe es derzeit, so Migenda, noch nicht aus.

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