Alsdorf - Grube Anna 2: Doch noch ein „Museum“ des Bergbaus

Grube Anna 2: Doch noch ein „Museum“ des Bergbaus

Von: Karl Stüber
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Hier wird das „Alsdorfer Zentrum für Montangeschichte und Industriekultur“ eingerichtet: An der Herzogenrather Straße in Alsdorf zieht der Bergbaumuseumsverein Grube Anna 2 ein. Foto: Karl Stüber
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„Schuftet“ gemeinsam mit Gleichgesinnten und Helfern in den Ferien, um das neue Quartier des Bergbaumuseumsvereins Grube Anna 2 herzurichten: Lehrer Dr. Georg Kehren. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. An und in dem ehemaligen Hausmeistergebäude sowie dem anschließenden Mensatrakt des Ledigenwohnheims des Verbundbergwerks Anna fliegen derzeit die Fetzen. Dr. Georg Kehren, Vorsitzender des Bergbaumuseumsvereins Grube Anna 2 Alsdorf, steht an einem Fenster und nimmt angereichte Metallteile entgegen, die in einem Container landen.

Im Gebäude schuften fleißig die Schülerin Theresa Esser und der ehemalige Bergmann Friedrich Ebbert, dem man seines 84 Jahre nicht glauben mag. Der ehemalige Speisesaal, in dem die Bergleute verköstigt wurden, wird von Zwischendecke und -wänden befreit.

Eine schweißtreibende Arbeit. Kehren, Lehrer an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule, nutzt die Herbstferien dazu, um seinem Verein mit fleißigen Getreuen einen Traum wahr zu machen: eine feste Bleibe, in der die Initiative endlich genug Platz hat, um die über Jahre gesammelten Bestände so zu sichten und zu katalogisieren, auf dass sie für eine interessierte Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar gemacht werden können (siehe Info).

Hier, in unmittelbarer Nachbarschaft des Energeticon, der Dokumentationsstätte für Energieformen, entsteht derzeit das „Alsdorfer Zentrum für Montangeschichte und Industriekultur“. Das Areal wurde nebst eigentlich zum Abriss anstehenden Gebäude dank der „NRW-Stiftung Natur – Heimat – Kultur“ zum Grundstückspreis der städtischen „Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft Alsdorf GmbH“ (GSG) abgekauft, wie Kehren berichtet. Zuvor hat der Verein seit seiner Gründung den Vereinssitz mehrfach wechseln müssen.

Nach den Anfängen in sehr beengten Verhältnissen an der Martin–straße wurden sanierte Räumen der alten Schmiede bezogen. Dort ist übrigens heute der Eingangsbereich des neuen Energeticon nebst Gastronomie untergebracht. Dann zog der Verein in die ehemaligen Unterrichtsräume der Bergberufsschule in der Kraftzentrale in Blickweite zur Grube Anna 2 ein. Zuletzt war man in Räumen des ehemaligen Ledigenheims an der Herzogenrather Straße 100 untergebracht. Nun erfolgt der räumliche Befreiungsschlag in unmittelbarer Nachbarschaft.

Stolz führen Kehren und der stellvertretende Vereinsvorsitzende Hans-Georg Schardt – Archäologe „im Unruhestand“, der auch mit dem Deutschen Bergbaumuseum in Bochum zusammenarbeitete – durch die neuen Räume, die eine zu bewältigende Herausforderung für fleißige Hände mit fachlicher Unterstützung und finanzieller Förderung darstellen.

Das Gebäude hat nicht nur dem Bergbau gedient. Zuletzt waren hier Asylbewerber bzw. Flüchtlinge untergebracht. Im einem der beiden Keller befinden sich noch die Sanitärräume. Seit rund zehn Jahren steht das Gebäudeensemble leer, aber die seinerzeit vorgenommenen Investitionen zahlen sich bis heute noch aus: Das Dach ist dicht, die Elektroinstallation in Ordnung. Allerdings muss eine neue Heizung her. Die Gastherme hat über 20 Jahre auf dem Buckel. Die Fenster stehen für Durchzug, nicht für Wärmedämmung.

Das erste und vorrangige Etappenziel der Umbau- und Ertüchtigungsmaßnahmen gilt dem Erdgeschoss. Dort soll das Büro des Vereins eingerichtet werden, um von dort aus den Ausbau weiter voranzutreiben. Die Küche soll weiter als Küche dienen, Besprechungs- und Arbeitsräume eingerichtet werden. Als Kleinod erweist sich der Speisesaal, nachdem die Zwischendecke entfernt worden ist: ein attraktives Tonnengewölbe.

Der Knappenchor St. Barbara wird in diesem Umfeld ideale Proberäume finden. Aber auch jüngere Leute sollen möglichst schnell in dem neuen „Alsdorfer Zentrum für Montangeschichte und Industriekultur“ einen wertvollen Anlaufpunkt finden: Schüler und Studenten, die für ihre Schul- und Studienprojekte auf viel auszuwertendes Material und auskunftsfreudige Ehrenamtler stoßen, so die Vision.

Vereinsvorsitzender Dr. Georg Kehren stellt klar: „Diese Einrichtung ist keine Konkurrenz zum Energeticon, sondern eine Ergänzung.“

Eindringlich bittet der Bergbaumuseuemsvereins Alsdorf Grube Anna 2 um Unterstützung. So werden mit Ausbau des neuen Domizils zum Regionalen Zentrum für Montangeschichte und Industriekultur Ehrenamtler gesucht, die eine solide Vereinsarbeit mittragen.

Zum Erhalt des historischen und kulturellen Erbes gilt es, zahlreiche Archivbestände systematisch zu sichten und nutzbar zu machen. Zur Instandsetzung des historischen Gebäudekomplexes werden noch helfende Hände gesucht. Aber auch Sachspenden sowie „Hand- und Spanndienste“ aus Reihen der regionalen Wirtschaft und des Handwerks sind willkommen.

Interessierte, die das Projekt unterstützen oder mitmachen möchten, wenden sich an den Bergbaumuseumsverein: Telefon 02404/558780 oder Mail grube-anna-2@hotmail.de

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