Grube Adolf: Fördermaschine ist wieder betriebsbereit

Von: mabie
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Testlauf bestanden: Die heutzutage per Druckluft gewonnene Kraft treibt die rund fünfeinhalb Meter messende Treibscheibe im Fördermaschinenhaus an. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Wer beim Bergbaudenkmal Grube Adolf auf echten Dampfbetrieb hofft, den müssen Vorsitzender Franz-Josef Küppers und seine Mitstreiter leider enttäuschen. Aber dennoch birgt das in den 1990er-Jahren restaurierte Fördermaschinenhaus auf dem Gelände der früheren Grube Adolf am Rande von Merkstein eine historische Kostbarkeit.

„Wir verfügen hier über eine im Jahre 1913 gebaute Zwillings-Dampfmaschine“, berichtet Willi Klaßen stolz.

Früher durfte er sie im regulären Einsatz bedienen, sorgte dafür, dass die Bergleute über den Wetterschacht der Grube einfahren konnten. Nach der offiziellen Schließung der Grube im Jahre 1972, blieb die Fördermaschine weiter in Betrieb, bis am 21. August 1990 letztmalig Bergleute hier einfuhren. Heute funktioniert die Maschine wieder, und wird von dem rührigen Team des Vereins „Bergbaudenkmal Grube Adolf“ in Schuss gehalten. „Wir sehen immer zu, dass das Ding läuft“, sagt Vorsitzender Küppers mit einem unverkennbar ruhrpottlerischen Bergmansakzent auf der Zunge.

Und da Bergleuten wie auch den sprichwörtlichen Ingenieuren nichts zu schwer ist, müssen sie bei der heutzutage mit elektrisch erzeugter Druckluft betriebenen, historischen Maschine, schon das ein oder andere Mal mit viel Hirnschmalz arbeiten, damit das Erscheinungsbild der in der Region einmaligen Maschine erhalten bleibt. Jüngste Baustelle war dabei ein Druckbehälter, der aus dem originalen Baujahr 1913 stammt. „Um die Sicherheit der Druckluftanlage zu gewährleisten, ließ der Verein im Jahr 2006 die aus 13 Behältern bestehende Druckluftanlage vom TÜV überprüfen“, berichtet Willi Klaßen.

Fünf Jahre später wurde die Anlage erneut fehlerfrei abgenommen, nur bei der letzten Überprüfung empfahl der TÜV, einen alten Kondensatbehälter außer Betrieb zu nehmen. „Uns drohte keine Stilllegung, es war eine reine Vorsichtsmaßnahme, weshalb wir einen Weg finden mussten, das historische Erscheinungsbild zu erhalten, ohne die Funktion zu beeinträchtigen“, so Klaßen weiter.

Die Lösung war dabei typisch bergmännisch: So wurde mit schwerem Gerät, das über Bekanntschaften zur Verfügung stand, ein Loch in den Schieber am Anschluss des Behälters gebohrt, der die Legung eines Rohr-Bypasses ermöglichte. „Sieht sauber aus, und funktioniert bestens, und das Schönste ist, dass wir den alten Kondensatbehälter samt seinem dicken Fundament an Ort und Stelle belassen konnten“, freut sich Vorsitzender Franz-Josef Küppers.

Nach fast zweimonatigem Stillstand, ist die imposante Fördermaschine nun wieder betriebsbereit, und hat ein paar interne Anfahrtests mit Bravour gemeistert. Wer sich ein Bild davon machen will, wie die Maschine per Druckluft die riesige, heutzutage natürlich funktionslose Treibscheibe mit fünfeinhalb Metern Durchmesser antreibt, kann das Spektakel ab Sonntag, 4. Juni, wieder an jedem ersten Sonntagnachmittag ab etwa 14 Uhr erleben.

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