Herzogenrath/Albstadt - Groz-Beckert übernimmt die Ferd. Schmetz Gruppe

Groz-Beckert übernimmt die Ferd. Schmetz Gruppe

Von: Beatrix Oprée
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Schmetz, die einzige verbliebene Nadelfertigung in der Region Aachen: Daran soll sich auch nach der Übernahme nichts ändern. Foto: B. Oprée

Herzogenrath/Albstadt. Schmetz ist unter das Dach von Groz-Beckert geschlüpft. Der Nadelhersteller mit Sitz im baden-württembergischen Albstadt hat mit Jahresbeginn die Herzogenrather Traditionsfirma übernommen. Die Übernahme umfasst alle Anteile der Ferd. Schmetz GmbH und somit alle Standorte und Mitarbeiter des Unternehmens, nicht nur in Herzogenrath und Stolberg, sondern auch in der Schweiz und Indien.

Weltweit sind 700 Mitarbeiter für Schmetz tätig, darunter etwa 70 für die Schmetz Nadelproduktion GmbH sowie 35 für die Verwaltungs- und Vertriebsgesellschaft in Herzogenrath und rund 30 Mitarbeiter bei der Schmetz Innovations Center GmbH, dem Entwicklungszentrum in Stolberg.

„Die Akquisition komplettiert das bestehende Produktportfolio in der nähenden Industrie sowie die globale Präsenz“, sagt Groz-Beckert-Unternehmenssprecherin Birte Kleefisch auf Nachfrage unserer Zeitung. „Darüber hinaus erweitert die Akquisition insbesondere das Sortiment der Haushaltsnähmaschinennadeln.“

Über die Gründe zur Übernahme äußert sich auch Alexander Mesdaghi, Geschäftsführer der Ferd. Schmetz GmbH an der Bicherouxstraße: „Der Beitritt zur Groz-Beckert Gruppe ermöglicht Schmetz, seine technologische und regionale Reichweite zu erhöhen. Die Kombination von Ressourcen zweier großer europäischer Unternehmen wird einen nachhaltigen Mehrwert schaffen für Endverbraucher, Händler, Markeninhaber und Maschinenbauer.“

1851 gegründet, steht Schmetz für die Produktion qualitativ hochwertiger Nähmaschinennadeln. Vor sechs Jahren, nachdem die Produktionsgesellschaft für metallische Erzeugnisse (PME) innerhalb der Firmengruppe hatte Insolvenz anmelden müssen, hatte die Gründung der Schmetz Nadelproduktion GmbH mit Konzentration auf hochspezialisierte Nischenprodukte für wertvolle Textilien eine neue Chance für den Nadelstandort Herzogenrath bedeutet. „Wir stellen uns der Aufgabe, in der Region Aachen als einziges Unternehmen noch eine Fertigung zu halten“, hatte damals der Geschäftsführer der neuen GmbH innerhalb der Firmengruppe, Ulrich Henkel, erklärt.

Das ist bis heute gelungen. Zur Frage der weiteren Standort- und Arbeitsplatzsicherung vor Ort nach der Übernahme durch die Albstädter erklärt Kleefisch: „Das Unternehmen Schmetz wird innerhalb der Groz-Beckert-Unternehmensgruppe als eigenständiges Unternehmen fortgeführt.“ Und: „Die Produktion und der Vertrieb der Produkte von Schmetz werden an den heutigen Standorten fortgeführt.“ Fast wortgleich stellt dies auch Alexander Mesdaghi fest.

Groz-Beckert, so die Firmenmitteilung, ist seit 1980 als Lieferant der nähenden Industrie tätig. Mit einem Sortiment an Näh- und Schuhmaschinennadeln, das 5000 unterschiedliche Typen umfasst und für „absolute Präzision“ steht. „Von klassischer Unter- und Oberbekleidung über Lederverarbeitung bis hin zu hochkomplexen Sonderanwendungen können alle Bereiche der Textil- und Schuhindustrie abgedeckt werden“, so das Unternehmen. Passende Lösungen gebe es auch für den Bereich der technischen Textilien.

Im Jahr 2015 erzielte der Konzern mit rund 7800 Mitarbeitern bei Produktionstöchtern, Vertriebsgesellschaften und Handelspartnern in 150 Ländern weltweit 628 Millionen Euro Umsatz. Durch die Schmetz-Übernahme steigt die Mitarbeiterzahl des Konzerns auf über 8500.

„Strategische Partnerschaft“

Durch Weiterleitung eines englischsprachigen Pressetexts hatte auch Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch Kenntnis von der Übernahme erhalten und sich sofort auch die Frage nach der Standortsicherheit gestellt: „In einem Telefonat mit der Geschäftsführung bestätigte mir diese, dass diese Übernahme eine strategische Partnerschaft sei und sich an der Eigenständigkeit der Marke Schmetz und der Standortsituation nichts ändere“, teilt er auf Nachfrage unserer Zeitung mit: „Insofern hat Herr Mesdaghi betont, dass es damit keine Einschränkungen für den Nadelstandort Herzogenrath gibt.“

Groz-Beckert hatte Ende 1999 die Würselener Spezialnadelfabrik Singer von der insolventen Singer Company übernommen. Doch die Rettungsversuche für SNF scheiterten. Im Jahr 2005 musste endgültig dichtgemacht werden. Das Areal ist bis heute im Firmenbesitz.

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