Großsportanlage: Zukunft der Sportvereine wird diskutiert

Von: René Benden
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Neuer Kunstrasenplatz ja – aber wo? Das ist die entscheidende Frage, die sich nun in Würselen stellt. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Die Faktenlage ist eigentlich überschaubar: Wenn im Frühjahr 2017 mit dem Bau der Gesamtschule an der Krottstraße begonnen wird, werden zwei Trainingsplätze, auf denen derzeit noch Fußball gespielt wird, der neuen Schule geopfert.

Dafür muss Ersatz her, damit die Vereine VfR und Rhenania Würselen sowie VfR Linden-Neusen weiterhin ihrer Bestimmung nachgehen können. Das ist allgemeiner politischer Konsens in Würselen. Also wollte der Stadtrat am Dienstagabend beschließen, dass die Vereine in Zukunft auf einem neuen Kunstrasenplatz unweit des Aquana Schwimmbades trainieren können.

Was bis hierher so einfach klingt, führte zu einer Debatte über Großsportanlagen, Vereinstraditionen und -Kooperationen, die so konfus war, dass die Sitzung zwischenzeitlich unterbrochen werden musste. Einige Ratsmitglieder hatten schlicht den Überblick verloren, was denn eigentlich entschieden werden sollte. Am Ende, als sich der Nebel der Verwirrung gelichtet hatte, stand ein Ergebnis, das für alle Beteiligten problematisch werden könnte. Denn: Die Stadt stellt zwar das Geld für den Neubau eines Kunstrasenplatzes zur Verfügung. Wo der Sportplatz aber entstehen soll, bleibt bis auf weiteres unklar.

Sollte es nun beim Bau des neuen Platzes – vorausgesetzt die Frage nach dem Standort wird geklärt – zu Verzögerungen kommen, besteht die Gefahr, dass es im Frühjahr 2017 keinen Ersatz für die weggebaggerten Plätze an der Krottstraße gibt.

Der Grund, warum die Sitzung des Rats so aus dem Ruder lief, ist die Tatsache, dass die Errichtung eines Trainingsplatzes auf der grünen Wiese neben dem Aquana die gesamte Architektur der Würselener Sportstätten infrage stellen könnte. Vor allem die Fußballvereine fürchten, dass der geplante Kunstrasenplatz nur der Beginn des Baus einer Großsportanlage ist, auf die am Ende alle Würselener Vereine angewiesen sind – Vereinsfusionen nicht ausgeschlossen.

Die Idee einer Großsportanlage am Aquana ist nicht neu. In den Gedankenspielen der großen Koalition spielt sie wieder eine Rolle. Nicht zuletzt, weil sich die Stadt Würselen den Unterhalt der vielen einzelnen Sportstätten nicht mehr leisten kann. Anders sind schlecht gepflegte Rasenplätze (Rhenania und VfR Würselen), die rund sieben Monate im Jahr gesperrt sind, nicht zu erklären. Und beim Blick in die Nachbarkommunen Eschweiler, Stolberg und Alsdorf wird gewiss auch den Würselenern aufgefallen sein, dass man aus alten Sportplätzen unter gewissen Umständen lukrative Wohngebiete machen kann.

Dementsprechend alarmiert sind die Vereine. Norbert Klinkenberg, Jugendleiter des VfR Würselen, warnte beispielsweise, dass die Stadt dabei sei, dem Verein die sportliche Heimat zu nehmen. Damit habe der VfR auch keine Chance, die gute Jugendarbeit fortzusetzen. Entsprechend hat VfR bereits vor Wochen eine eigene Lösung ins Spiel gebracht: den Kunstrasenplatz auf die bestehende Ostkampfbahn bauen.

Die Stadt hält wenig von dieser Lösung. „Wenn ich an der Krottstraße anderthalb Plätze wegnehme und einen bereits vorhandenen in einen Kunstrasen umwandle, fehlen mir immer noch anderthalb Plätze“, sagt der erste Beigeordnete der Stadt Werner Birmanns. Die Politik aber ist empfänglicher für die Vorschläge der Vereine. Verständlich, spielen doch alleine beim VfR Würselen rund 300 Kinder Fußball. Auf Drängen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Christoph Küppers wurde die Standortfrage am Dienstag noch einmal vertagt. „Ich fühle mich über den Vorschlag von VfR Würselen noch nicht ausreichend informiert“, sagte Küppers. Ziel müsse es sein, einen Konsens mit allen Vereinen zu erzielen.

Allerdings ist die Diskussion über Kooperationsmöglichkeiten mit Vereinen wie VfR und Rhenania schon sehr alt. Insofern wird es nun spannend sein, welches Ergebnis mit den Vereinen bei der Standortfrage unter Zeitdruck erzielt wird.

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