Großprojekt im Baesweiler Zentrum: Die Bagger rollen an

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
8843461.jpg
Er ist der Eckpfeiler: Der alte Feuerwehrturm soll bald einen historischen baulichen Akzent neben dem Neubau setzten, der zum Teil auf dem derzeitigen Parkplatz entsteht. Foto: Stefan Schaum
8843128.jpg
Der ehemalige Kindergarten wird als erstes beseitigt. Ab dieser Ecke wollen die Nordhorner Projektentwickler „List + Wilbers“ das Gelände neu entwickeln. Foto: Stefan Schaum
8843002.jpg
Jetzt wird Platz gemacht: Auch der Brunnen und die große Voliere zwischen dem derzeitigen Parkplatz und dem Volkspark müssen weichen. Foto: Stefan Schaum
8842926.jpg
Kundenmagnet und optischer Blickfang in einem soll es sein: Der Entwurf des Wohn- und Einkaufskomplexes setzt auf moderne Strukturen. Grafik: RKW Architekten, Düsseldorf
8842919.jpg
Kundenmagnet und optischer Blickfang in einem soll es sein: Der Entwurf des Wohn- und Einkaufskomplexes setzt auf moderne Strukturen. Grafik: RKW Architekten, Düsseldorf

Baesweiler. Die ersten Bäume sollen noch in dieser Woche fallen. Auch die Abrissbirne ist nicht mehr weit vom ehemaligen Kindergarten „Im Kirchwinkel“ entfernt. Das Großprojekt in Baesweilers Mitte soll jetzt nach langer Planung richtig Fahrt aufnehmen – und die soll möglichst rasant weitergehen.

Läuft alles glatt, könnten die Händler „Am Feuerwehrturm“ schon in knapp einem Jahr die ersten Kunden bedienen.

Straffer Zeitplan

„Wir hoffen einfach mal, dass der Winter uns dabei nicht zu sehr in die Quere kommt“, sagte am Montag Hubert Wilbers, Geschäftsführer des Investors „List + Wilbers“ aus Nordhorn, der die Umsetzung betreut. „Es ist immer ein schöner Moment, wenn ein so lange gereifter Prozess vor der Realisierung steht.“ Dass sich jetzt einiges ändert an der Fläche, werde man in wenigen Tagen „schon ganz deutlich sehen können“.

Während im Bereich „Im Kirchwinkel“ Bäume und Buschwerk weichen und der alte Kindergarten „platt gemacht“ wird, soll an der Peterstraße provisorischer Parkraum entstehen. Eine Rasenfläche zwischen dem großen Parkplatz und der kleineren Stellfläche in Richtung Volkspark soll so hergerichtet werden, dass sie zunächst übergangsweise als Parkraum dient, bevor später auch in diesem Bereich der endgültige Parkplatz angelegt wird, der 370 Stellplätze bieten wird.

Diesen Bereich entwickeln Stadt und Investor gemeinsam – so dass die Parkplätze jederzeit allen Besuchern offenstehen, und nicht nur den Kunden des Edeka-Marktes samt Bäckerei, der im fertigen Bau gut 2500 Quadratmeter einnehmen wird, sowie des Discounters Aldi, der auf weiteren 1100 Quadratmetern eingerichtet wird. Dass auf der Parkfläche weiterhin gefeiert werden kann, versteht sich, wie Bürgermeister Dr. Willi Linkens betonte.

Die Kirmes der Junggesellen, die Partys im Karnevalszelt – all das soll möglich bleiben, wie auch die Investoren beim Besuch noch einmal bekräftigten.

Wohnen auf dem Dach

Harmonie war ohnehin das Stichwort: Eine harmonische Anbindung zu den Geschäften im Zentrum soll ebenso erreicht werden wie die Verbindung von Handel und Wohnen. Letzteres ist auf dem Dach möglich. Fünf so genannte Stadthäuser entstehen auf dem Einkaufsbereich in Richtung „Im Kirchwinkel“. Jedes von ihnen zweigeschossig und mit je vier Wohneinheiten.

Zehn der 20 neuen Wohnungen – jeweils in der unteren Etage der Stadthäuser – werden barrierefrei sein. Auch Gartengrundstücke gehören zu den Häusern, so dass das Dach des Nahversorgungszentrums weitgehend begrünt ist. Über zwei Treppenanlagen an den Gebäudeseiten oder wahlweise einen Aufzug lassen sich die einzelnen Häuser erreichen.

Das Ganze ist ein Pilotprojekt für die Region. „Zweigeschossige Häuser auf dem Dach von Lebensmittelmärkten gibt es hier bislang nicht“, sagte Hubert Wilbers. „Wir wollen eine richtig gute Symbiose zwischen Handel und Wohnen erreichen. Zwar voneinander getrennt, aber optisch in Harmonie.“ Moderne, würfelartig aufeinander gebaute Architektur mit vielen Glasflächen soll das Gebäude prägen. Gut 14 Millionen Euro wird der Investor dafür in die Hand nehmen.

Besonderer Schallschutz

Geld, das auch in eine besondere Form von Schallschutz investiert wird. Der komplette Bereich für Anlieferfahrzeuge wird „eingekleidet“, so dass die Lkw quasi ins Innere des Gebäudes hineinfahren und erst dort die Waren abladen. Hubert Wilbers: „Wir wollen sicherstellen, dass die umliegenden Nachbarn und die Mieter der Stadthäuser auf dem Dach keiner Lärmbelästigung ausgesetzt sind.“

Eine „typische Supermarkt-Struktur hat die Stadt Baesweiler hier ganz sicher nicht zu befürchten.“ Damit das so ist, sollen möglichst noch während der Bauzeit auch die angrenzenden Straßen auf Vordermann gebracht werden. Im Rahmen des „Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt“ winkt finanzielle Förderung. Rund 70 Prozent der Kosten für die Umgestaltung der Straßenstücke zwischen Feuerwehrturm und Kirchstraße – je gut 50 Meter der Straßen „Im Kirchwinkel“ und Peterstraße – könnten von Land und Bund übernommen werden.

Geplant ist, diese Bereiche ebenerdig zu gestalten und offen hin zum neuen Bereich zu führen, so dass eine Art Platzcharakter entsteht. Eine Herausforderung beim Bau: ein Höhenunterschied zwischen Peterstraße und „Im Kirchwinkel“ von knapp zwei Metern. Der soll ausgeglichen werden, indem das Gebäude zum Teil in den Boden hineingebaut wird. Für Verkehrsbeeinträchtigungen soll die Großbaustelle zunächst nicht sorgen, hieß es am Montag. Wilbers: „Wir werden hier jetzt alles daran setzten, eine zentrumsnahe Ideallösung für die Stadt auf die Beine zu stellen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert