Großleinwand bringt Fans den Fußball nah

Von: Stefan Schaum
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Applaus für die deutsche Elf, Jubel und ein dicker Kuss: Vor der Leinwand am Alsdorfer Cinetower hatten Fußballfans bei der WM 2006 viel Anlass zur Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Kaum war der Ball im Netz, brach der Jubel los. Menschen sprangen auf Tische und Bänke. Rissen die Arme empor oder warfen sich in die des Nebenmanns. Ließen schwarz-rot-goldene Meere aus Fahnen über die Köpfe schwappen. Viele Anlässe für solche Szenen hatte die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft vor vier Jahren geboten.

Tausende hatten seinerzeit die Partien auf der Großleinwand vor dem Alsdorfer Cinetower erlebt. Auch die Begegnungen ohne deutsche Beteiligung gerieten dort bisweilen zur großen Open- air-Party.

Das so genannte Public Viewing soll es nun erneut zur WM in Südafrika geben. Dazu finden sogar die vor Jahren von der Stadthalle ausrangierten Tribünen erstmals wieder Verwendung, die zwischenzeitlich ungenutzt auf einem Hang am Alsdorfer Weiher standen. Gut 400 Zuschauer passen auf die Schalensitze, die dieser Tage neben dem Kinokomplex befestigt werden.

Platz für bis zu 4000 Zuschauer soll es insgesamt rund um den Tower geben, sagt Stefan Hanrath, Geschäftsführer der Cinetower-Gastronomie. Diese Zahlen dürften vor allem die deutschen Partien bringen, dann werde wohl auch der Bereich zwischen Rathausstraße und Otto-Wels-Straße für den Verkehr gesperrt werden müssen. Bei den übrigen Spielen soll er offen bleiben. „Die Leinwand hängt 2,50 Meter hoch. Die kann man selbst dann prima sehen, wenn unten ein Auto vorbeifährt.”

Und hatte die pralle Sommersonne vor vier Jahren beizeiten kaum mehr etwas vom Spiel auf der Leinwand erkennen lassen, soll die neue LED-Technik jederzeit ein deutliches Bild bieten. „Die Leinwand, die auf der Freifläche gegenüber des Kinos steht, ist 23 Quadratmeter groß”, sagt Hanrath, „näher dran im man nur in Südafrika.”

Eintritt wird nicht verlangt, auch einen Mindestverzehr soll es nicht geben. Die Schleuse, durch die am Eingang jeder muss, soll nur dazu dienen, Unerwünschtes wie Glasflaschen oder Feuerwerkskörper auszusieben. Auch im Aachener Kapuzinerkarre sollen alle Partien an jedem Spieltag übertragen werden.

Zusätzlich will das Alsdorfer Kinoteam bei den deutschen Partien eine dritte Leinwand auf dem Aachener Marktplatz aufstellen. „Wir Alsdorfer stellen in Sachen Public Viewing die Logistik zur WM”, scherzte bei der Vorstellung Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders. Auf ihn kommt eine ungewohnte Rolle zu. Neben Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp wird er als Prominenter bei einem Internet-Tippspiel des Cinetowers die Ergebnisse aller Partien voraussagen.

In einem Blog will er zudem die Spiele kommentieren. Mittippen kann bei der Aktion Jedermann kostenlos, täglich sollen Preise verlost werden, auf den Gesamtbesten wartet eine Reise nach Südafrika. Zwar habe Sonders - immerhin ehemaliger linker Außenverteidiger der D-Jugend des SV Grün Weiß Broicher Siedlung - nicht viel Ahnung vom Fußball.

Doch letztlich sei so ein Tipp wie Lottospielen, „das hängt alles vom Glück ab”. Dass das Public Viewing viele Zuschauer haben wird, stehe allerdings außer Frage. Denn wer Weltmeister wird, weiß er bereits. „Das kann nur Deutschland sein. Unter dem Titel läuft da gar nichts!”
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