Großes Engagement im Sinne der literarischen Bildung

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
Spannung durch Literatur: Der
Spannung durch Literatur: Der Autor Volker Kutscher liest aus seinem jüngsten Kriminalroman „Goldstein”. Foto: Daniel Gerhards

Würselen. Der Förderverein Stadtbücherei Würselen setzt sich seit zehn Jahren für die Belange der öffentlichen Ausleihe ein. Durch das große Engagement der Mitglieder wurde in dieser Zeit viel bewegt. Seinen runden Geburtstag feierte der Förderverein im Alten Rathaus mit einer Lesung des Kölner Krimiautors Volker Kutscher.

13 Würselener schlossen sich im Jahr 2001 zusammen, das Wohl der Stadtbücherei im Blick. Es folgten Protestbriefe an mehrere Landtagsmitglieder, in denen die geplante Streichung von Fördermitteln für Bibliotheken verurteilt wurde.

Trotz dieses Engagements ist die Lage der Bücherei „prekär”, wie Günter Kölling, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, erklärt. Es gebe keinen Etat zur Vermehrung des Bestands, eine vakante Bibliothekaren-Stelle werde nicht besetzt, und die Öffnungszeiten seien überdies verkürzt worden. Im laufenden Jahr habe der Förderverein bereits 8000 Euro an Spenden gesammelt. „Damit haben wir der Bücherei zumindest für eine Zeit über die Runden geholfen”, sagt Kölling. Doch das dürfe nicht zu der Annahme führen, dass der Verein die öffentliche Aufgabe der Finanzierung der Bibliothek nun zu stemmen habe. Das bleibe Sache der Politik.

Besonders hob Kölling den Einsatz von Angela Ortmanns-Dohrmann hervor. Die Bibliothekarin im Ruhestand sei der Bücherei noch sehr verbunden und die „gute Seele” des Fördervereins.

Blick in die Historie inklusive

Gemeinsam lauschten die Mitglieder des Vereins und deren Gäste Volker Kutscher, der aus seinem jüngsten Krimi „Goldstein” las. Der Fall des Ermittlers Gereon Rath spielt im Berlin der 1930er Jahre. In seinem atmosphärisch dichten Werk greift der studierte Historiker das Ende der Weimarer Republik, die Gewalt gegen Juden, die Aktivitäten der kriminellen Ringvereine und die erbärmlichen Lebensverhältnisse des Proletariats auf. Aus solchen stammt auch Alexandra. Sie lebt auf der Straße, da ihre Familie durch Arbeitslosigkeit verarmte. „Was tat man dann in dieser Zeit? Man wird kriminell”, sagte der Autor. Alexandra lässt sich mit Komplize Benny in Kaufhäuser einschließen, um Schmuck und Uhren zu stehlen.

Ganz anders geht es dem US-Gangster Abe Goldstein, der gerade in Berlin angekommen in seinem noblen Hotelzimmer von Kommissar Rath empfangen wird. Goldstein ist muskulös, lässig und lässt sich nicht von Rath beeindrucken. Er bleibt ganz ruhig, als Rath ihn unverhohlen fragt, ob in Deutschland sei, um einen Mord zu verüben. Dann lockt der Polizist ihn doch noch aus der Reserve: Er sagt ihm, dass er in Berlin beschattet wird. Goldstein nimmt die Herausforderung an. Er will Rath abschütteln ...
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert