Würselen - Große Sorgen um die Heimat treiben den VfR Würselen um

Große Sorgen um die Heimat treiben den VfR Würselen um

Von: mas
Letzte Aktualisierung:
10956328.jpg
„Hier ist unser Zuhause“: 400.000 Mark hat der Verein als Eigenleistung ins Vereinsheim gesteckt. Foto: Sigi Malinowski

Würselen. Anfang der 90er Jahre war’s. Da standen sich im Aufstiegsspiel zur Landesliga der VfR Würselen und Rhenania Eschweiler gegenüber. Die Düvelstädter, drückend überlegen, hätten nur noch die „Nüsse“ machen müssen. Durch Stürmer René Offermanns und seine Nebenleute. Doch es kam, wie so oft in derartigen Begegnungen.

Eschweilers Rhenanen stellten sich dreimal vor dem VfR-Kasten vor – und gewannen letztlich 4:2. Der große Außenseiter beförderte sich in die Landesliga. Die Enttäuschung beim VfR war unermesslich. Doch das ist Geschichte.

Vor einer erneuten Enttäuschung noch größeren Ausmaßes – und diesmal nicht sportlich betrachtet – steht der Verein möglicherweise wieder. Er soll seine sportliche Heimat verlassen. Die Platzanlage Am Drischfeld. Dort, so eine von mehreren Optionen, will die Stadt ihre Aschenplätze zum Bau eines neuen Schulkomplexes (Gesamtschule) nutzen. Wenn der Stadtrat am Dienstagabend entscheidet, dass eine neue Sportanlage am Weidener Feld gebaut wird, „reißt man uns das Herz heraus“, formuliert VfR-Vorsitzender Markus Carduck knallhart.

Eine solche Entscheidung – möglicherweise kreuzt der Verein mit einer großen Delegation im Sitzungssaal auf – wäre in etwa so, als „würde der FC Bayern München an der Grünwalder Straße spielen müssen“, sagt Carduck

Im ganzen Verein und darüber hinaus geht große Angst um. „Man will uns unsere sportliche Heimat stehlen“, beschreibt der 46-Jährige die Stimmung. Eins schickt er vorweg: „Wir sind nicht gegen die neue Gesamtschule“, würde der VfR die Aschenplätze „wenn es denn sein muss, abgeben“. Aber dafür solle im Gegenzug der Rasenplatz saniert und in einen Kunstrasen umgewandelt werden, fordert der Verein. Einen Neubau der Platzanlage im „Weidener Feld“ will man nicht.

Darüber hatte der Verein vor kurzem noch hitzig diskutiert. Carduck erklärt, „hier, im Karree Oppen, Haal, Driesch und Markt ist unser Einzugsgebiet. Hier ist unser Zuhause“. Hier betreibt man sehr erfolgreiche Jugendarbeit. Der größte Fußballverein Würselens wirbt damit, „wir leisten mannigfache aktive Sozialarbeit. Das muss man mal mit den immensen Kosten für die Jugendhilfe in einen Vergleich bringen.“

Außerdem: „die Kosten für Sportplätze sind gut angelegt:“ Carduck weiß, dass 500.000 Euro für die Ertüchtigung der Platzanlage Drischfeld kein Pappenstiel sind. Aber dieses Geld sieht man beim VfR besser angelegt, als möglicherweise mehrere Millionen in eine Sportanlage Weidener Feld zu „pulvern“. Gespannt wird der FDP-Ratsvertreter Carduck auch verfolgen, ob sich die Große Koalition aus SPD und CDU für eine andere Option entscheiden wird.

Im Raum steht alternativ noch der Umbau der alten Realschule Tittelsstraße zur neuen Gesamtschule – oder eben der Neubau. „Wir schätzen, dass ein Neubau sechs Millionen Euro kostet“, zuckt Carduck bereits bei der Nennung der Summe zusammen. Es macht also Sinn, so sieht das der Verein VfR, in die Anlage Drischfeld zu investieren. „Dort ist die komplette Infrastruktur vorhanden, und der Kostenrahmen bleibt überschaubar. Aber man will uns ja vertreiben“, ist Carduck überzeugt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert