Größter Solarpark steht in Herzogenrath

Von: Karl Stüber
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Zweiter Abschnitt: Der Solarpark Herzogenrath wurde ausgebaut und hat nun eine Leistung von 14 MW. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Seit Mitte Dezember ist die Erweiterung des Solarparks Herzogenrath im Testbetrieb am Netz – erfolgreich. Mit der formalen Inbetriebnahme am Donnerstag ist es nun auch offiziell: Mit insgesamt 14 MW ist der Solarpark Herzogenrath der größte in Nordrhein-Westfalen. Und es gibt zumindest Überlegungen, die Anlage auf dem Gelände der Nivelsteiner Sandwerke noch weiter auszubauen.

Dr. Matthias Betsch, Projektleiter der beteiligten EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH, sagte: „Vielleicht bauen wir in der Zukunft ein Speicherkraftwerk.“ Bedeutet: Mit einem Speicherkraftwerk könnte ein großes Medium gesteuert werden, um „zurückgelegte“ Solarenergie in sonnenloser Zeit, also nachts, oder bei die Stromerzeugung übersteigender Nachfrage abrufen zu können.

Eine dritte Erweiterung des Parks mit Solarmodulen könnte bereits jetzt in Angriff genommen werden, verfügen doch die Sandwerke über weitere nutzbare Flächen, die im Flächennutzungsplan entsprechend enthalten sind. Hier könnten weitere vier Megawatt erzeugt werden. Aber Charles Russel, Besitzer der Nivelsteiner Sandwerke, bedauert, dass sich dies mit Blick auf geänderte rechtliche Vorgaben und einem damit vorgegebenen Ausschreibungsverfahren derzeit nicht (mehr) rechnen würde. Er hofft, dass sich die Rahmenbedingungen wieder verbessern.

Mit der nun zur Verfügung stehenden Kapazität könnte der Solarpark Herzogenrath 4500 Haushalte in Herzogenrath mit regenerativem Strom versorgen. Bürgermeister Christoph von den Driesch (CDU) betonte, dass die Probleme mit den Atomkraftwerken im belgischen Tihange zeigten, wie wichtig der Ausbau regenerativer Energiegewinnung sei.

Ehrlicherweise ist anzumerken, dass der Name über die wahren Besitzverhältnisse hinwegtäuscht. Die Stadt Herzogenrath ist nur zu zehn Prozent beteiligt. Ohne Charles Russell gäbe es diese Vorzeigeanlage überhaupt nicht. Der Besitzer der Nivelsteiner Sandwerke hatte im Jahre 2011 mit einer Dachanlage angefangen, wie er jetzt bei Sekt und Häppchen zur Feier des Tages erzählte.

Daran habe er Spaß gehabt, mit Blick auf die Umwelt, aber auch wirtschaftlich. Der Familienbetrieb beschloss größer einzusteigen, zumal im Zuge der Kerntätigkeit, des Abbaus von Sanden und Kiesen, große Flächen geradezu nach einer sinnvollen Zweitnutzung verlang(t)en.

Die EWV GmbH wurde mit ins Boot geholt, die sich mit 45 Prozent beteiligte. Tätig wurde die n.s.w. energy gmbh, eine Tochterfirma der Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche GmbH. Gesagt und getan wäre arg verkürzend. Aber nach Überwinden der notwendigen planerischen Schritte, nicht zuletzt mit Unterstützung und im Sinne der Kommune, wurde innerhalb einer Rekordbauzeit im Jahre 2012 der erste Abschnitt in Betrieb genommen, mit einer Leistung von 10 MW. Auch die Erweiterung wurde schnell realisiert.

EWV-Geschäftsführer Manfred Schröder betonte, dass sein Unternehmen weitere Projekte im Bereich erneuerbare Energien verfolge. So sei man an dem Bau eines Windparks in Eschweiler beteiligt.

Übrigens: Bei einem Tag der offenen Tür am Samstag, 18. März, können sich Anwohner und andere Interessierte in der Zeit von 12 bis 15 Uhr selbst ein Bild vom Solarpark Herzogenrath machen. Die Entstehung des größten Solarparks in NRW gibt es im Zeitraffer und Video im Internet zu sehen.

www.ewv.de

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