Größere Parkplätze? So ist‘s im Nordkreis.

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
12301262.jpg
Überhang: Auch für Kleinwagen sind die Parkplätze entlang der Weinstraße in Alsdorf mit knapp 1,75 Metern deutlich zu schmal. Viele Autos erreichen heutzutage Breiten von über 1,80 oder sogar 1,90 Metern. Foto: V. Müller

Nordkreis. Wenn es nach dem Willen des Verkehrsministeriums geht, könnten Parkplätze in NRW schon im Herbst breiter werden. Eine Sonderbauverordnung für neue Stellplätze soll entsprechend geändert werden, so das Ministerium.

 Ein Entwurf sieht vor, die bisher vorgeschriebene Mindestbreite bei Parkplätzen von 2,30 Metern auf 2,45 Meter bei Neubauten zu vergrößern. Mit der Änderung soll modernen Autos Rechnung getragen werden, die im Schnitt höher und breiter sind.

Bei diesen Plänen können die meisten Nordkreis-Kommunen nur müde lächeln. „Bei uns sind die Parkplätze in Queraufstellung, also wenn Autos nebeneinander parken, jetzt schon generell größer. Nämlich 2,50 Meter“, sagt der Fachbereichsleiter für Bauen und Verkehr der Stadt Alsdorf, Michael Göttgens. Längs seien es zwei Meter, aber dort habe man ja zum Gehweg oder zur Straße hin genügend Platz zum Aussteigen.

Was nicht bedeutet, dass es in Alsdorf keine schmaleren Parkplätze gibt. An der Weinstraße etwa ragt im Grunde jedes Fahrzeug zur Straßenseite hin mit den Reifen über den abgesenkten Bordstein des Parkplatzes über. Selbst Kleinwagen. Die Breite beträgt hier nur knapp 1,75 Meter. Heute würde man die Plätze breiter anlegen, so die Verwaltung, aber in der Planungsphase der Weinstraße, die sich lang hingezogen habe, hätten noch die alten Vorgaben mit dieser Breite gegolten. Für Behindertenparkplätze hat Alsdorf, nebenbei bemerkt, 3,50 Meter vorgesehen.

Auch die Stadt Baesweiler bleibt angesichts des Vorstoßes aus der Landeshauptstadt gelassen: „90 Prozent der Parkplätze haben bei uns schon eine Breite von 2,50 Metern“, so die Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel. „Das wird heute ganz oft freiwillig so gemacht. Diese Diskussion wird in Baesweiler also keine so große Rolle spielen.“ Beim Längsparken hat Baesweiler sogar 30 Zentimeter mehr als in Alsdorf, also 2,30 Meter, vorgesehen.

Bei Supermarktparkplätzen oder im Parkhaus gelte allgemein: Je schmaler die Fahrgasse, desto breiter muss der Parkplatz sein – damit man genügend Platz zum Einparken hat.

In Würselen wird laut Pressesprecher Bernd Schaffrath „die bislang vorgeschriebene Breite von 230 Zentimetern bei den von uns bewirtschafteten Stellplätzen berücksichtigt“. Bei einer Gesetzesänderung werde man die Vorgaben natürlich entsprechend einhalten, sagte er knapp.

Ragnar Migenda, Technischer Beigeordneter in Herzogenrath, äußerte sich deutlich differenzierter: Er begrüße den Vorstoß des Ministeriums ausdrücklich. „Das ist längst überfällig“. Selbst Minis hätten inzwischen überlange Türen, da reiche eine Parkplatzbreite von 2,30 Metern kaum aus. Mühseliges Aussteigen, Lackschäden und Dellen von anderen Autotüren seien fast vorprogrammiert.

Wird Parken teurer?

Die Verwaltung überprüfe, so Migenda weiter, im Baugenehmigungsverfahren nicht, ob die Vorgaben für die Breite eingehalten werden, sondern nur bei Sonderbauten. Also beispielsweise Tiefgaragen. „Unsere Erfahrung ist, dass viele Bauherren, gerade bei Verbrauchermärkten, oft jetzt schon großzügigere Parkplätze einplanen“, so auch der Technische Beigeordnete in Herzogenrath.

Das Interesse der Supermarktbetreiber, den Kunden stressfreies Parken und Einkaufen zu ermöglichen, stünde dabei im Vordergrund. Parkplätze von unter 2,30 Metern seien ihm nicht bekannt, „höchstens vielleicht bei privaten Objekten. Ich denke da beispielsweise an 50er-Jahre-Häuschen“, so Migenda, mit einer über eine abschüssige Zufahrt erreichbaren Kellergarage.

Vom Bestandsschutz mal abgesehen: Beim Parkhaus in Herzogenrath-Mitte würde sich ein Überdenken der Parkplatzdimensionen nicht lohnen, meint Migenda, da es kaum genutzt wird. „Bei höherer Auslastung müsste man tatsächlich über eine neue Parzellierung sprechen.“ Was die finanziellen Auswirkungen einer neuen Verordnung anbelangt, glaubt Migenda, dass Parken im öffentlichen Raum teurer wird: Je größer der Flächenverschleiß, desto kostspieliger.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert