Grenzenloses Miteinander beim Rollstuhlwandertag

Von: mabie
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Kein Problem: Das Gipsbein hinderte Sebastian Göbbels (linkes Bild) vom Behindertenbeirat Herzogenrath nicht daran, sich bei der Organisation des jüngsten Rollstuhlwandertags zu beteiligen. Hans Beroets und Anne Fink als Organisatoren auf niederländischer und deutscher Seite testeten die barrierefreien Spiele. Foto: Markus Bienwald

Kerkrade/Herzogenrath. Sebastian Göbbels vom Behindertenbeirat hatte kürzlich richtig Pech. Denn der sympathische junge Mann, der im Rollstuhl sitzt, hat sich ein Bein gebrochen. „Plötzlich bremste die Fuhre, und ich fiel nach vorne“, berichtete er am Rande des jüngsten Rollstuhlwandertages. Seine gute Laune ließ sich Sebastian, den beim inzwischen 18. grenzüberschreitenden Rollstuhlwandertag jeder kennt, davon aber nicht nehmen. Schließlich begrüßte er gemeinsam mit Kathi und Anna Lichotka die deutschen Gäste der bilingualen Begegnung auf dem Gelände der Abtei Rolduc.

„Wir denken, dass wir an die 90 Personen kommen“, schätzte Kathi Lichotka, und lag dabei für den deutschen Part goldrichtig. Dass sich nach Aussage von Anne Fink, die auf deutscher Seite die Organisation übernahm, und ihrem niederländischen Kollegen Hans Beroets, die Zahl auf gut 150 steigerte, lag natürlich auch an den holländischen Teilnehmern. Denn Rolduc sei mit seiner weitgehend barrierearmen Auslegung und dem phantastischen Ambiente ein idealer Ort für einen Wandertag.

Der Ausdruck Wandertag war übrigens eher als Überschrift zu sehen, denn neben der Teilnahme an der rund einstündigen, grenzüberschreitenden Tour rund um Rolduc, standen vor allem Begegnungen auf dem Plan. „Wobei mir immer wieder auffällt, dass in den Niederlanden die Unterscheidung zwischen Menschen mit einer Behinderung und ohne Behinderung eine weit geringere Rolle spielt, als dies noch in Deutschland der Fall zu sein scheint“, bemerkte Anne Fink.

Abgesehen davon gab es auch keine Probleme dabei, die in direkter Grenznähe durch das gemeinsam gesprochene Platt ohnehin niedrige Sprachbarriere zu überwinden. Dafür sorgte nicht nur das mit jeweils zehn Freiwilligen aus Deutschland und den Niederlanden besetzte Team von Helfern und Organisatoren. „Es sind auch die Spiele, die unsere Gäste zusammenbringen“, wusste Anne Fink aus vielen früheren Begegnungen.

So waren in den weitläufigen Sälen im Erdgeschoss gleich neben dem zur Begrüßung eingerichteten Restaurant viele barrierefreie Spiele eingerichtet. „Sie können Dosenwerfen oder auch ein Kegelspiel spielen“, beschrieb Hans Beroets nur ein paar der Möglichkeiten. Und natürlich durften die Gäste, von denen übrigens nur wenige angesichts des drohenden Dauerregens mit dem Rollstuhl wanderten, auch die reichlichen gastronomischen Einrichtungen von Rolduc genießen. Auch dabei gab es Erlebnisse und Begegnungen, die für beide Seiten anregend waren.

So zeigte sich bei der jüngsten Auflage des Rollstuhlwandertags eine große Bandbreite von Menschen mit einer Behinderung, die hier teilnahmen. Übrigens war es für Sebastian Göbbels kein Thema, trotz des Gipsbeins teilzunehmen. „Das macht doch nix“, sagte er, und lächelte.

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