Grandios gescheitert und doch gewonnen

Von: Stefan Schaum
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Picknick
Gescheitert - und doch gewonnen: Der Rekord-Picknick-Versuch hatte etwas von einem Volksfest.

Baesweiler. Grandios gescheitert und doch gewonnen: Zwar blieb es in Baesweiler beim Versuch, Lissabon den Weltrekord im Massenpicknick streitig zu machen. Doch war das Event an sich im Carl-Alexander-Park eine richtig spektakuläre Sache.

Immerhin hatten es sich in der kleinsten Stadt im Nordkreis - ganz offiziell und notariell ermittelt - 9218 Menschen auf Picknickdecken bequem gemacht. Und die hatten richtig viel Spaß dabei.

Dass es nicht die für eine neue Rekordmarke erforderlichen 22.333 Picknicker geworden waren - geschenkt! Das Wort Niederlage mochte nach der Verkündung am späten Nachmittag jedenfalls niemand auf dem Gelände in den Mund nehmen. Musste es auch nicht. „Das ist doch super geworden hier, einfach eine Riesengaudi.”

Mit Decken, Picknicktischen, Stühlen und etlichen Proviantkörben hatte sich Elke Jung mit Freunden aufgemacht, um Teil des Rekordversuchs zu sein. Der Trupp der Bergmannssiedlung Baesweiler-West stach optisch heraus: bunte Zwergenmützen trugen diese Picknicker nämlich auf ihren Köpfen.

Auch eine Art Sonnenschutz, denn schattige Plätzchen waren auf dem Gelände rar gesät und das Wetter meinte es sehr gut mit den Rekordwilligen. So ließen es sich die schwitzenden Teilnehmer teils unter Sonnenschirmen oder selbst gebastelten Papierhüten schmecken.

Vor allem zwischen Bergfoyer und Bühne fand sich am Nachmittag kaum mehr ein freies Fleckchen. Wären es tatsächlich an die 20.000 Picknicker geworden, hätten auch die Campingflächen am Haldenfuß genutzt werden müssen, die so vor allem den vielen Gruppen aus Kindergärten und Schulen vorbehalten blieben, die vor den Auftritten von Cover-Bands das Bühnenprogramm mit Liedern und Tänzen bestritten.

Auch Bürgermeister Willi Linkens trug eines der roten Bändchen am Handgelenk, die jeden Picknicker kenntlich machten und Grundlage der Auszählung waren. Daran, dass der Rekord tatsächlich geknackt werden könnte, habe er gar nicht geglaubt. Daher sei umso verblüffter, dass es beinahe die Hälfte der erforderlichen Menge geworden war. „Das ist super. Ich hätte höchstens mit 6000 Besuchern gerechnet.”

Als Kulisse für solch ein Spektakel empfahl sich der lange Park glänzend, der von zahlreichen Getränke- und - falls die Picknickkörbe nichts mehr hergaben - Imbissständen gesäumt war. Da kam durchaus Festivalatmosphäre auf. Gute Vorbereitung des Veranstalters, der Stolberger Eventagentur Norbert Junge, hatte zudem dafür gesorgt, dass alles rund lief.

Weder staute sich der Verkehr auf der Kapellenstraße, noch musste jemand auf einem zum Parkplatz umfunktionierten Acker lange nach einem Fleckchen suchen. Auch an den beiden Eingängen bildeten sich keine langen Schlangen. Wer kam, bekam das Bändchen angepasst und eine kostenlose Picknicktüte, gefüllt mit einem Getränkepäckchen, einem Apfel und einem Müsliriegel.

Gut 12.000 dieser Tüten sind nun übrig, doch hat der Veranstalter sie einem guten Zweck zugedacht. Projektleiter Tom Virt: „Wir werden sie in den nächsten Tagen der Baesweiler Tafel überlassen.”

So wird Baesweiler also nicht im Guiness-Buch der Rekorde auftauchen. Doch war die Mühe nicht umsonst. Und eine Neuauflage ist nicht ausgeschlossen. „Wir werden schauen, ob wir bei einem zweiten Anlauf mehr Menschen mobilisieren können.” Auf den Geschmack gekommen sind die Baesweiler Picknicker bei ihrem Rekordversuch allemal...
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