Alsdorf - Gräberfeld ist wieder ein würdiger Ort

Gräberfeld ist wieder ein würdiger Ort

Von: Stefan Schaum
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Gemeinsames Gedenken: Militärseelsorger Achim Sasse, Bürgermeister Alfred Sonders und Oberst Günter Selbert (vorne, v.l.) erinnern in Hoengen an die Kriegsopfer. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. In Worte fassen kann er seine Gefühle noch nicht. Das wird dauern. Erst muss Rudi Taunitz es verarbeiten, nach 66 Jahren erstmals am Grab des gefallenen Bruders zu stehen. „Überwältigt” das sei er zunächst. Auf dem Kriegsgräberfeld des Hoengener Friedhofes steht der 81-Jährige gestern.

Aus Lübbenau im Spreewald ist er mit seiner Tochter angereist. Für ein besonderes Gedenken an einem Ort, der erst seit kurzem wieder ansehnlich ist.

Soldaten der Fachschule des Heeres für Technik in Aachen hatten das Gräberfeld vor wenigen Wochen gründlich ausgebessert, wie unsere Zeitung berichtete. Alle 70 Gedenkplatten wurden in Kleinarbeit poliert, bis die Inschriften wieder lesbar wurden. Auch die Wege, Mauern und Hecken haben die 14 Soldaten gründlich aufgemöbelt.

Trauriger Zustand

„Vorher war das alles in sehr traurigem Zustand”, sagt Oberstleutnant Hans-Ulrich Lober. Er hatte den Stein überhaupt ins Rollen gebracht, als er vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gebeten wurde, das Grab von Gerhard Tauchnitz zu suchen.

Die Tochter von Rudi Tauchnitz hatte im Internet die Suchanfrage gestartet. Lober fand das Grab - und erschrak. „Alle Platten dort waren schief und tief eingesunken. Dickes Moos war überall, lesen konnte man kaum noch etwas.” Er bat um Unterstützung, deren Ergebnis sich sehen lassen kann.

Für den Einsatz dankte Alsdorfs Bürgermeister am Freitag bei einer Feierstunde, die auch ein Gedenken an die Kriegsopfer war. „Mit dieser Stätte soll immer an die Opfer der Kriege erinnert werden, damit so etwas nie wieder stattfindet. Es muss im Gedächtnis bleiben, welche entsetzlichen Folgen Kriege haben.”

Auch zahlreiche Hoengener wohnten der Veranstaltung bei. „Dieser Teil des Friedhofs ist wieder ein Ort, an dem man gerne im Gedenken verweilt”, sagt Doris Keller, Leiterin der Bürgerdienste. Soweit auffindbar, sollen alle Angehörigen der in Hoengen bestatteten Kriegsopfer benachrichtigt werden, um sich ein Bild von der neuen Anlage zu machen.

Rudi Tauchnitz hat noch einmal Abschied vom Bruder genommen. An einem wieder würdigen Ort. Eine weiße Rose hat er niedergelegt. Blumen sah man zuvor lange nicht mehr dort.

Bürger sollen zur Sammeldose greifen

Um die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterstützen zu können, bittet Bürgermeister Alfred Sonders die Alsdorfer um Mithilfe.

„In der Vergangenheit fanden einmal jährlich auch bei uns Haussammlungen statt.” In den vergangenen beiden Jahren entfielen sie mangels Helfern.

Um künftig wieder an Haustüren um Spenden bitten zu können, fordert Sonders Vereine und Bürger auf, die Sammeldose in die Hand zu nehmen. Informationen dazu gibt er unter Telefon 02404/50292.

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