„Gold-Pollern einen Riegel vorschieben”

Von: Georg Pinzek
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An dieser Stelle ist ein elektrisch versenkbarer Poller vorgesehen, um die Friedhofstraße von der K 34 abzubinden: Nur befugte landwirtschaftliche Fahrzeuge sollen hier ungehindert passieren können. Gesucht wird zurzeit eine kostengünstige Lösung. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Leistet sich Würselen nach den „faulen Eiern” nun „goldene Poller”? Das fragt der Bund der Steuerzahler (BdSt) in der aktuellen Juni-Ausgabe seines Wirtschaftsmagazins im NRW-Teil. Aufmerksam wurde der BdSt auf die Sperrpfosten, deren Einbau 110 000 Euro kosten sollen, nach der Berichterstattung unserer Zeitung.

Die Poller sollen Kfz-Schleichverkehr von Wirtschafts- und Radwegen fernhalten. Sie sollen an den Kreuzungen der Friedhofstraße und der Kerstengasse mit der Osttangente (K 34) montiert werden. Der Beschluss, elektrisch versenkbare Poller statt herkömmliche, von Hand umklappbare anzuschaffen, datiert aus dem Jahr 2005. Allein der Anschluss an das Stromnetz schlägt mit rund 50.000 Euro zu Buche.

Nachdem der hohe Posten für die Poller bei der Städteregion im März bekanntgeworden war, fielen Würselener Lokalpolitiker aus allen Wolken. Zwar habe der Stadtrat den Einbau beschlossen, um Schleichverkehr zu verhindern, andererseits Landwirten die Durchfahrt zu ermöglichen, räumte die CDU in der anschließenden Debatte im Rathaus ein. Doch dass die Poller so teuer sein würden, habe man nicht gewusst.

Der gesamte Ausbau der Osttangente sei schließlich in die Hände der Städteregion geben worden, die hätte, um die finanzielle Not Würselens wissend, die Stadt vor der Auftragsvergabe informieren müssen. Eine preiswertere Lösung müsse gefunden werden. Wie diese konkret aussehen soll, steht indes noch nicht fest. Nach Auskunft von Pressesprecher Bernd Schaffrath prüfe die Stadt Würselen zurzeit Alternativen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Straßenbau, Umwelt und Verkehr wird sich am 28. Juni erneut mit den Pollern befassen. Der BdSt bemerkt dazu: „Den Steuerzahlern in Würselen bleibt zu wünschen, dass sparwillige Köpfe im Rat sitzen, die den goldenen Pollern einen dicken Riegel vorschieben.”

Graniteier auf der Halde Gouley sind im BdSt-Schwarzbuch 2010 zu finden

Wörtlich heißt es in dem BdSt-Beitrag: „Im vergangenen Jahr hat es die Stadt Würselen mit skurrilen eiförmigen Kunstwerken, die auf einer ehemaligen Kohlehalde verteilt waren, in das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler geschafft.”

Ob die selbsternannten Wächter über Ausgaben der öffentlichen Hand hier lieber Poller gesehen hätten, um den Weg durch das Naturschutzgebiet zu kennzeichnen, bleibt unbeantwortet. Fraglich ist in dem Zusammenhang auch: Was bitteschön ist eine ehemalige Kohlehalde? Die Halde Gouley im Wurmtal ist und bleibt eine Bergehalde. Und obendrein: Die Graniteier sind auch weiterhin dort zu finden.

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