Gnadenhof-Kapelle ist ein Schmuckstück

Von: ust
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Die Arbeit hat sich gelohnt: Pfarrer Rainer Gattys segnet die handwerklich meisterlich gefertigte Kapelle ein. Foto: Ute Steinbusch

Würselen. Die Vision, auf dem Gelände des Gnadenhofes Arche eine Kapelle zu errichten, hatte Peter Küppers schon lange gehabt. Es brauchte die richtige Zeit, die richtigen Leute, die richtigen Umstände. Wie den Abriss eines alten Hauses in Morsbach, den einer der Arche-Ehrenamtler beim Vorbeifahren bemerkte.

„Er hat uns sofort angerufen, weil die alten Brandsteine entsorgt werden sollten“, erzählt Peter Küppers. Als der Lastwagen schließlich am Gnadenhof mit den Steinen vorfuhr, die im Anschluss noch von Zement gereinigt werden sollten, strahlten die Augen von Küppers.

Mit den Brandsteinen schmückten die handwerklich geschickten Ehrenamtler die Kapelle von außen. Das Dach aus Schieferplatten spendete die Familie Küppers. Innen liegt auf einem Gebetstisch eine massive alte Granitplatte, die schon länger für diesen Zweck bestimmt auf dem Gelände der Arche gelagert worden war. Die Türe wiederum besteht aus einem eisernen Kreuz, das mit Glas hinterlegt wurde.

Ein Freund der Arche, der auf einem Friedhof tätig ist, hatte dieses Kreuz beim Entfernen von in die Jahre gekommenen Gräbern aufgetan, ein Schlosser fertigte es so, dass die Türe nun zwei Flügel hat. Schließen sich die Flügel, ist das Kreuz in seiner ganzen Pracht erkennbar.

„Letztlich hat uns der Bau der Kapelle daher gar nicht so viel gekostet, weil sich so viele Menschen mit offenen Augen und fähigen Händen beteiligt haben. Natürlich nicht zu vergessen die Spender und Sponsoren“, erklärt Claudia Blumberg, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Euregio Aachen, der den Gnadenhof betreibt.

Die Einsegnung nahm Pfarrer Rainer Gattys vor. Gattys umflog eine Biene, als er gerade aus der Schrift vorlas. Schmunzelnd wies er dem kleinen Insekt den Weg. Das Gotteshaus auf dem Tierschutzhof empfand er als gelungene Verbindung im Sinne des Schöpfungsauftrages Gottes. Auch für die Lesung wählte er einen Auszug aus der Schöpfungsgeschichte nach Genesis. In seiner Predigt zitierte Gattys eine Studie, die vor Jahren im Ruhrgebiet durchgeführt worden sei. Kinder seien gefragt worden, eine Kuh zu malen.

„70 Prozent der Kinder malten lila Kühe. Das Tier war den Kindern nur noch von einer Schokoladenverpackung her bekannt.“ Im krassen Gegensatz dazu schilderte er seine sehr persönliche Erfahrung, bei einem Urlaub auf einer Alm in Südtirol einmal die Geburt einer Ziege erlebt zu haben. Die Menschen wieder näher an die von Gott geschenkte Natur zu bringen, dafür stehe für ihn der Gnadenhof. Die Arche darf sich in diesen Tagen nicht nur über die Neueröffnung der Kapelle, sondern zusätzlich über eine Spende des Reitvereins Brand in Höhe von 750 Euro freuen, die den Tieren zugutekommen wird.

Die Kapelle wird ab sofort zu den Öffnungszeiten der Arche freitags, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr zugänglich sein. Da die Arche an den Eurode Fahrradweg grenzt, hoffen die Erbauer der Arche, dass zahlreiche Besucher über die Zeit vorbeischauen.

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