Gnadenhof für Tiere in Euchen kümmert sich um Hühner

Von: Anna Schniedermeier und Stefan Schaum
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Vor der Legebatterie bewahrt: Auch dieses Huhn wird nun auf dem Gnadenhof für Tiere in Euchen aufgepäppelt. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Peter Küppers hat keine Fragen gestellt. Warum sollte er auch? Besser nicht zu viel wissen über das Woher und Wie. Für ihn zählt allein das Wohl der Tiere, nicht die Frage nach der Legalität.

Der Leiter des Gnadenhofs für Tiere in Euchen schlägt sich dann und wann gern eine Nacht um die Ohren, wenn er so helfen kann, Hühner vor einem unwürdigen Leben in der Legebatterie zu bewahren. Jüngst war es wieder soweit.

Tierschutz-Aktivisten hatten sich bei dem Ehrenvorsitzenden des Aachener Tierschutz-Vereins Arche gemeldet. Per Handy, so bleibt man leichter anonym. „Die sagen mir dann bloß, dass sie irgendwann in einer bestimmten Nacht zu uns auf den Gnadenhof kommen und befreite Tiere abliefern werden.”

So hat er sich nächtens hingesetzt und drei, vier Stunden lang auf die Hühner gewartet. „Das ist es mir wert”, sagt er und lacht dann: „so hatte ich mal Zeit, in Ruhe alle E-Mails zu beantworten”. Rund 50 Tiere hat er in den frühen Morgenstunden bekommen. Herausgeholt aus einem Hühnerhof irgendwo in Nordrhein-Westfalen.

Kontakt im Internet

Per Internet hatten ihn vor zwei Jahren die Tierschützer kontaktiert, die seitdem etwa alle vier Monate Hühner auch nach Euchen bringen. „Diesmal sind es zum Glück noch ganz junge”, sagt Küppers. Kaum vier, fünf Monate alt. Tiere, die erst in ein paar Tagen in die Legebatterie gekommen wären. Und damit wohl in ein Leben voller Qualen.

Peter Küppers kennt das Schicksal der Tiere und nennt die Methoden derer, die sie diesem Leben ausliefern „lebensverachtend” . „Die Tiere stehen ständig auf Drahtgittern, was dazu führt, dass die Hühner ihre Füße nicht mehr richtig bewegen können. In der Regel werden die Tiere mit einem halben Jahr in den Käfig gesperrt, wo sie oft ihr Gefieder verlieren und Störungen davontragen.”

Auch solche Tiere haben er und seine ehrenamtlichen Helfer auf dem Gnadenhof schon aufpäppeln können. Aktuell leben 26 Hühner auf dem Gelände an der Hüpchensweid, die immer noch starke Verhaltensauffälligkeiten zeigen. „Die brauchen therapeutische Betreuung und liebevolle Begleitung”, sagt Küppers.

Bauwagen aufgemöbelt

Die 52 neuen gefiederten Bewohner des Gnadenhofes leben noch in einem Bauwagen, den der Alsdorfer Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VABW) vor wenigen Wochen tiergerecht aufgemöbelt hat.

Dort werden sie langsam wieder an Auslauf und Freiheit gewöhnt. „Das muss Stück für Stück geschehen”, sagt Küppers, „da die Tiere an diese Lebensbedingungen nicht gewöhnt sind.” Doch er ist glücklich: „Die Hühner sind gesund und haben keine Schäden davon getragen, durch die Rettung in letzter Minute. Bald können wir für sie ein neues Zuhause suchen.”

Tiere werden bald vermittelt

In wenigen Wochen sollen die befreiten Hühner so weit aufgepäppelt sein, dass sie an neue Besitzer abgegeben werden können.

In kleinen Gruppen möchte Peter Küppers Tiere an Interessierte vermittelt, die ausreichend Platz für den Auslauf und eine Unterbringung der Tiere gewährleisten können. Informationen dazu gibt er unter der Telefonnummer 02405/425383.
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