Glattes 2:2 zwischen Etschenberg und Karl

Von: Georg Pinzek und Karl Stüber
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Äußerst magere Ausbeute: Bei der Wahl zum Städteregionsrat hatten die Wahlhelfer (v.l.) Karl-Heinz Emundts, Sadi Ünal und Stefan Rohmann im Alsdorfer Rathaus angesichts der niedrigen Beteiligung nicht viel auszuzählen. Foto: Karl Stüber

Nordkreis. Angesichts eines dramatischen Rückgangs bei der Wahlbeteiligung in Alsdorf gegenüber der ersten Runde am 25. Mai – von 48,25 auf nur noch 18,98 Prozent – fällt eine Analyse schwer. Klar wird: Auch ohne Flankenschutz des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz aus Würselen, und des in der Bevölkerung äußerst beliebten Alsdorfer Bürgermeisters Alfred Sonders hat Christiane Karl „solo“ Alsdorf „geholt“.

Gegenüber der Kommunalwahl, bei der die Genossin 46,07 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich verbuchte, kam sie nun auf einen Stimmenanteil von 53,29 Prozent. Etschenberg verbesserte sich von 37,62 auf 46,71 Prozent.

Bürgermeister Alfred Sonders sah dies als Bestätigung einer erfolgreichen Politik der SPD in Alsdorf, die auch der Städteregionskandidatin Karl zugute gekommen sei. „Es gilt, Herrn Etschenberg zu gratulieren. Er hat Alsdorf bislang in allen Belangen nach Kräften unterstützt“, sieht Sonders kein Problem für eine weitere enge Zusammenarbeit mit dem Christdemokraten. „Auch jetzt in der aktuellen Krise wegen der Gewerbesteuer hat er sofort die Zügel an sich gezogen und sich an unsere Seite gestellt“, ging Sonders auf die Rückzahlungsverpflichtung von 17,7 Millionen Euro an die Firma Cinram ein. Hier gelte es, mit Hilfe der Städteregion, aber auch des Landes ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu erhalten.

„Ich habe schon mit Herrn Etschenberg gesprochen und ihm gesagt, dass er in Baesweiler mit 66,32 Prozent sein bestes Ergebnis in der Städteregion erzielt hat“, äußerte sich Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens am Rande des bunten Kirmestreibens bei den Baesweiler Junggesellen zufrieden, aber auch selbstbewusst. „Wir wissen, dass die Städteregion eine sehr gute Arbeit macht, aber wir sehen die finanzielle Entwicklung dort sehr kritisch.“ Die Städteregion müsse bei der Umlage mehr Rücksicht auf die Kommunen nehmen.

Die Stadt Würselen verzeichnet eine Wahlbeteiligung von 24,63 Prozent (53,6 Prozent). Von 30 713 Wahlberechtigten gaben 7566 ihre Stimmen ab. Auch dort siegte Etschenberg mit einem knappen Vorsprung und kam auf 51,52 Prozent. Karl erreichte 48,48 Prozent. Bei der Wahl am 25. Mai hatte Etschenberg mit 42,68 Prozent einen deutlicheren Vorsprung, Karl kam auf 37,73 Prozent. Würselens Bürgermeister Arno Nelles (SPD) gratulierte sowohl dem Wahlsieger Etschenberg, als auch der sozialdemokratischen Kandidatin Karl für ihren engagierten Wahlkampf. Nelles: „Die Zusammenarbeit mit Etschenberg hat bislang sehr gut funktioniert und ich bin mir sicher, dass diese nun fortgeführt wird.“ Das gelte nicht nur in Fragen der Haushaltskonsolidierung, sondern auch bei wichtigen Themen wie Bildung und Kultur.

Die geringe Wahlbeteiligung bedauerte Nelles: „Leider werden die Wahlen zur Städteregion in ihrer Bedeutung stark unterschätzt.“ Kritisch sollte aber auch das Verfahren der Stichwahlen von der Landesregierung hinterfragt werden, da der Sieger im zweiten Wahlgang aufgrund der sinkenden Beteiligung mit deutlich weniger Stimmen als im ersten Wahlgang legitimiert werde.

In Herzogenrath lag die Wahlbeteiligung bei 22,23 Prozent (25. Mai: 47,36 Prozent). 8425 Wähler von 37 899 Wahlberechtigten gingen am Sonntag zur Stichwahl. Dort hatte Christiane Karl mit 51,3 Prozent die Nase knapp vorn. Helmut Etschenberg erzielte 48,7 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl am 25. Mai holte Etschenberg in Herzogenrath 40,99 Prozent (7215 Stimmen) und Karl 37,38 Prozent .

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