Giftiger Aushub muss in einen Container

Von: Georg Pinzek
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Natursplitt geordert: Weite Teile des City-Pflasters sind auch darauf gebettet. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Unter dem Pflaster von Kaiserstraße und Markt schlummert kontaminiertes Material. Das brachte den erst vor wenigen Jahren parat gemachten Straßen gleich einen Eintrag ins Altlastenkataster. Vor gut vier Monaten wurde das bekannt, die Empörung war groß.

Mittlerweile hat sich die Stadt Würselen mit dem Geilenkirchener Bauunternehmen Tholen darauf verständigt, dass ein abgeschlossener Container auf dem Gelände des Wertstoffhofs aufgestellt wird.

Versorgungsunternehmen, die Leitungen in Ordnung bringen müssen, können dort den mit Kupfer, Blei, Zink und Arsen belasteten Aushub los werden, Tholen sorgt und zahlt für die Entsorgung. Zur Erinnerung: Das Bauunternehmen hatte als Bettungsmaterial für die Pflasterung mit Sand vermischte mit Schwermetallen belastete Hüttenschlacke angekarrt und eingebaut. Der giftige Untergrund wurde sowohl beim ersten Abschnitt des Ausbaus der Kaiserstraße (Parkhotel bis Bahnhofstraße) 2004 sowie bei der Umgestaltung des Marktes 2007 verwendet.

Warum der Tiefbauer nicht das wie in der Ausschreibung unmissverständlich geforderte Brechsand-Splitt-Gemisch hat einbringen lassen, ist eine der vielen Fragen, auf die auch die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft eine Antwort sucht. Auch das Landeskriminalamt ermittelt seit Monaten. Ergebnisse liegen indes noch nicht vor. Angehört wurden zahlreiche betroffene Kommunen. In der Region wurde das belastete Baumaterial auch in Stolberg, Eschweiler, Baesweiler, Geilenkirchen, Wegberg und Hückelhoven analysiert. Auf einer Baustelle in Grevenbroich-Kapellen war es erstmalig entdeckt worden. Dort wurde es auf Empfehlung des Gutachters ausgetauscht.

Vorsichtsmaßnahmen einhalten

„Das ist mit der Würselener Situation aber gar nicht zu vergleichen“, sagt Technischer Beigeordneter Till von Hoegen auf Anfrage unserer Zeitung. „In Grevenbroich wäre das Grundwasser belastet worden, bei uns besteht da keine Gefahr. Außerdem besteht nach jetzigen Erkenntnissen keine Gefahr für Leib und Leben, somit kein akuter Handlungsbedarf, das belastete Material herauszuholen“, betont von Hoegen.

Vorsichtsmaßnahmen müssen jedoch alle einhalten, die dort eine Baustelle eröffnen. „Alle Versorgungsunternehmen, die Leitungen in den betroffenen Abschnitten betreuen, werden von uns darüber informiert. Bauarbeiter sollen Kontakt mit dem Bettungsmaterial an Haut und Schleimhäuten vermeiden und entsprechende Kleidung tragen. Es handelt sich bei dem problematischen Bereich lediglich um eine wenige Zentimeter dicke Schicht, die entsorgt werden muss.“

Nach Angaben des Technischen Beigeordneten hat das Material sogar die Zulassung für den Straßenbau: „Beim Autobahnbau ist das durchaus üblich. Für den Innenstadtausbau haben wir aber etwas anderes bestellt, aber eben nicht bekommen. Wenn jetzt alle betroffenen Kommunen, mit denen wir auch im Kontakt sind, sagen: Verursacher hol‘ das da raus, ist klar, dass das nicht finanzierbar ist und schlussendlich keiner etwas davon hat. Für uns ist wichtig, dass wir keine Folgekosten haben.“

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