Baesweiler - Giftige Farbschicht auf Baesweiler Freibad wird abgetragen

Giftige Farbschicht auf Baesweiler Freibad wird abgetragen

Von: Stefan Schaum
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Brocken mit Farbresten, die in Fässern landen: Mit Hilfe von Baggern werden die Einzelteile der Beckenumrandung vorbereitet. Foto: S. Schaum
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Spezialgerät im Einsatz: Die Dekontaminationseinheit ist momentan Pflicht auf der Baustelle.

Baesweiler. Die große Preisfrage wird wohl noch eine geraume Zeit lang offen bleiben: Wie viel wird es kosten, die giftigen Farbreste zu entfernen, die bei Erdarbeiten zum Neubau des Geschäfts- und Wohnkomplexes am Feuerwehrturm gefunden wurden? Und viel spannender noch: Wer soll das bezahlen?

Die Stadt, die das Grundstück verkauft hat, oder der Investor aus Nordhorn, der einen flotten Zeitplan für den Ausbau vorgelegt hatte?

Konkret wird Bürgermeister Dr. Willi Linkens in dieser Frage am Donnerstag nicht. Er verweist auf die Nichtöffentlichkeit der Sondersitzung des Rates, der in der vergangenen Woche einstimmig die Auftragsvergabe beschlossen hatte. Eine Entsorgungsfirma aus dem Dürener Raum hat am vergangenen Freitag damit begonnen, die blaue Farbe „abzukratzen“, die auf die Innenwand des alten Freibadschwimmbeckens aufgetragen wurde.

Die ist PCB-haltig, und diese „Polychlorierten Biphenyle“, gelten nach heutiger Erkenntnis als stark gesundheitsgefährdend. Ein neuerliches Gutachten habe bestätigt, dass dieser Stoff sich nicht etwa im Lauf der Jahrzehnte – das alte Freibad an der Peterstraße wurde 1971 geschlossen – zersetzt habe, hieß es auf Nachfrage. Die Farbe findet sich auch auf den Wänden eines Planschbeckens, das nun ebenfalls ein Fall für die Spezialfirma wird.

Große Vorsicht lassen die Arbeiter walten. Etliche Fässer stehen bereit, die die von Mauerwerk und Beton abgetragen Farbe sogleich aufnehmen, auch eine „Dekontaminationseinheit“, ein orangefarbener Containerwagen, ist auf dem Gelände untergebracht. Nur die Farbe kommt hinein, der Rest der Schwimmbadumrandung wird zerkleinert und kann dann – unbedenklich, wie es heißt – unter das neue Fundament gebracht werden.

Die Arbeiten gehen rascher als gedacht vonstatten. Ursprünglich hatte man bei der Stadt, die als Auftraggeber agiert, mit sechs Wochen gerechnet – doch bereits in 14 Tagen soll die Firma die Farbe nun entfernt haben. Gehen die Bauarbeiten dann wie geplant weiter, schlagen bereits sechs Wochen Verzögerung zu Buche. Im optimalen Fall, hatte der Investor, die „List + Wilbers“ GmbH, im vergangenen November angekündigt, könne der Verkauf im Vollsortimenter und Discounter bereits in einem Jahr beginnen.

Eine Eröffnung in 2015 ist nun so gut wie ausgeschlossen. Zum Stand der Dinge will sich der Investor nicht äußern, Gespräche mit der Stadt werden derweil rege geführt. Linkens verwies am Donnerstag erneut darauf, dass beim Verkauf der Fläche weder Stadt noch Käufer von dieser Hinterlassenschaft im Boden hätten ahnen können. Ob man sich am Ende gütlich einigt, wird sich zeigen. Wichtig sei zunächst einmal, „dass es auf dieser bedeutenden Großbaustelle für die Innenstadt nun wieder zügig weitergehen kann“, sagte Linkens.

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