Gewerbegebiet macht einen Bogen um die alten Römer

Von: Stefan Schaum
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Übersicht: Im gelb markierten Teil entsteht derzeit ein Hochrregallager, die blau schraffierte Fläche daneben soll zur Erweiterung des Gewerbegebiets werden. Minus des Teils, wo einst die Römer hausten.
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Die Erschließungsstraße wird derzeit vorbereitet. Von hier aus sollen neben dem Hochrregallager weitere Teile der Gewerbefläche „3D“ erschlossen werden. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Was alt und römisch ist, das wird im Boden bleiben. Im Bestreben, das Gewerbegebiet flexibel erweitern zu können, muss man in Baesweiler auch mit historischen Funden in der Erde klarkommen. Beziehungsweise: Man lässt ganz einfach weiterhin das Gras über solche Dinge wachsen.

Hintergrund ist folgender: Derzeit tut sich einiges im so genannten Abschnitt „3D“ des Gewerbegebietes. Gleich neben Cook Medical – im Feld auf der anderen Straßenseite – entsteht das Hochregallager der Firma API. Ist das fertig, gibt es zwar gut 400 Arbeitsplätze mehr in der Stadt, aber viel Platz für weitere Ansiedlungen bleibt dort dann schon nicht mehr.

Deshalb wurde jüngst im Rat beschlossen, eine Flächennutzungsplanänderung für eine mögliche Erweiterung gleich neben dem derzeitigen „Baugebiet“ auf den Weg zu bringen. Rund 7 Hektar in Richtung Übach-Palenberg könnten ansiedlungswilligen Firmen offeriert werden.

Eigentlich hätten es 8,6 Hektar sein sollen, doch genau hier kommen die alten Römer ins Spiel. Im Feld vor Beggendorf gab es nämlich einmal eine römische Villa, deren Fundamente zum Teil immer noch im Boden schlummern. Historisch wertvoll, also erhaltenswert. Zwar könnte man das Ganze rein theoretisch freilegen, restaurieren und zugänglich machen, doch dafür werden weder seitens der Stadt noch von Land, Bund oder Förderprogrammen Gelder fließen.

So kommt es nun zu einer sehr rheinischen Lösung: Diese Ecke wird im Flächennutzungsplan einfach ausgespart, bleibt unbebaut – und die alten Steine liegen weiterhin in der Erde. Da hat zwar kein Mensch was von – aber es kostet auch niemanden etwas.

Schon eine andere Erweiterungsfläche hatte die Stadt von der Liste der Möglichkeiten streichen müssen: Ursprünglich hätte sich das Gewerbegebiet von „Cook“ aus gesehen weiter Richtung Halde entwickeln können, doch da verlief einst das, was nun Via Belgica heißt. Die gleiche Behandlungsweise – und weitere zehn Hektar die frei bleiben müssen.

Auch so sei man jedoch in der Lage, „sehr kurzfristig weitere Erschließungen für Firmen vornehmen zu können“, sagt Bürgermeister Dr. Willi Linkens. Wird API fertig, hat man die angepeilte Grenze von 4000 Arbeitsplätzen im Gewerbepark gerissen. Nachfrage nach weiteren Flächen erwartet man bei der Stadt durchaus. „Wir wollen da handlungsfähig bleiben“, sagt Linkens. Und um römische Relikte lässt sich immer noch ein Bogen machen.

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