Gewaltig und gefühlsbetont

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
bae_orgelkonzert_bu
Register, Tasten und Pedale beherrscht er in spielerischer Sicherheit: Organist Johannes Gottwald zeigte beim Konzert in der St.-Andreas-Kirche die ganze Bandbreite seines Instruments. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Absolute Ruhe herrschte in der Pfarrkirche St. Andreas. Von einer Sekunde auf die andere erfüllte dann der Klang der Orgelpfeifen den gesamten Innenraum des Gotteshauses. Organist Johannes Gottwald zeigte beim Konzert auf der Orgel der Settericher St.-Andreas-Kirche sein Können.

Vor den Stücken gab der studierte Kirchenmusiker seinen Zuhörern jeweils Informationen zu den verschiedenen Stücken. Er erklärte, wie sie entstanden, in welcher Zeit und unter welchem Einfluss. Eigentlich wollte Gottwald, der seit 25 Organist in Setterich ist, das Konzert schon im vergangenen September spielen. Das war aufgrund der aufwändigen Sanierung der Orgel, die mehrere Wochen dauerte, nicht möglich.

„Das Konzert ist in gewisser Weise eine Nachlese zum vergangenen Jahr”, sagte Gottwald. Er griff in dem Konzert Stücke von Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn auf, die im vergangenen Jahr einen runden Todestag hatten. Zudem spielte Stücke von Adolph Hesse und Felix Mendelssohn-Bartholdy, deren 200. Geburtstag 2009 gefeiert wurde.

Gleich zu Beginn des Konzerts stieg Gottwald mit einer Höchstschwierigkeit ein. Die Choralfantasie „Eine feste Burg ist unser Gott” forderte das ganze Können des erfahrenen Musikers. „Das Stück ist technisch sehr anspruchsvoll, aber auch sehr schön”, sagte Gottwald. Es vereint erhabene, getragene Töne und schnelle, rasante Läufe.

Sehr kontrastreich

Organist Gottwald durchlebte beim Spiel regelrecht den Spannungsbogen des Stückes. Sein ganzer Oberkörper war beim Spielen des komplexen Instruments in Bewegung. Mit sicherem Geschick beherrschte er die 116 Tasten der beiden Manuale und die 30 Pedale. Dazwischen immer wieder der Blick auf das Notenblatt. Und dann im richtigen Moment der flinke, gezielte Zug am Register.

„Beim Orgelspielen kommt es nicht nur auf die Technik an, sondern auch auf die Registrierkunst”, erklärt Gottwald. Mit dem Ein- und Ausschalten bestimmter Register ändert der Organist die Klangfarbe seines Instruments. „Die Orgel hat nicht nur eine Klangfarbe, wie ein Klavier oder eine Geige.” Der Organist muss die Klangfarben kombinieren, mischen und an den richtigen Stellen ein Solo einbauen. „So wie ein Fußballtrainer eine ganze Mannschaft zur Verfügung hat, hat der Organist ein ganzes Klangorchester”, erklärt Gottwald.

In seinem Konzert spielte Gottwald monumentale Stücke mit tiefen, gewaltigen Melodien, die typisch für die Epoche des Barock sind. Und zeigte als Kontrast leichte, anmutige Stücke mit grazilen Läufen aus der Wiener Klassik. Dazu begeisterte er die Zuhörer in der Pfarrkirche St. Andreas mit die harmonischer, gefühlsbetonter Musik der Romantik.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert