Würselen - Gesucht: Ein „Streetworker”, der nichts kostet

Gesucht: Ein „Streetworker”, der nichts kostet

Von: Michael Giesen
Letzte Aktualisierung:
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Soll der „Alte Bahnhof” als Ort der offenen Jugendpflege aufgegeben werden? Die Politiker müssen entscheiden. Foto: Stefan Schaum

Würselen. In der Stadtverwaltung tut man sich nicht leicht damit. Der zuständige Beigeordnete Werner Birmanns spricht gar von einem „Totaldilemma”. Aber die Haushaltssituation lasse keine Spielräume, heißt es in der Stadtverwaltung.

Und so legt die Verwaltung am kommenden Dienstag dem Würselener Sozialausschuss eine Vorlage auf den Tisch, in der sie empfiehlt, die offene Kinder- und Jugendarbeit in der Jugendeinrichtung „Bahnhof” aufzugeben.

Die bisher dafür veranschlagten Mittel sollten besser und effektiver für die mobile Jugendarbeit, sprich für einen „Streetworker”, einen Sozialarbeiter also, ausgegeben werden.

Vor allem dürfen diese Mittel nicht überschritten werden. Werner Birmanns bringt es gegenüber den „Nachrichten” ziemlich plakativ auf den - wunden - Punkt: „Ein Streetworker soll eingesetzt werden, der kein Geld kostet.”

Birmanns hört sich etwas gequält an, man merkt, dass ihn die Sache berührt. Er sagt: „Vernünftig ist es, den Bahnhof nicht aufzugeben, sehr vernünftig ist, einen Streetworker einzustellen.” Aber: „Woher nehmen und nicht stehlen?”

Die Quadratur des Kreises gelingt auch ihm nicht. Ohnehin ist es jetzt zuerst Sache der Kommunalpolitiker, eine Lösung zu finden vor dem Hintergrund der Haushaltssituation.

Verlässlichkeit gefragt

Wie wäre es mit privatem Engagement, wie etwa bei der Tafel? „Würdig wäre das in jedem Fall”, sagt der Erste Beigeordnete der Stadt, Problem dabei sei allerdings die „Organisation von Verlässlichkeit”.

Klar ist: Immer mehr Jugendliche halten sich in ihrer Freizeit „auf der Straße” auf, schließen sich in Stadtvierteln zu Gruppen oder Cliquen zusammen. Eine feste räumliche Jugendeinrichtung interessiert sie nicht so sehr. Vor allem im Sommer sind sie vermehrt auf Straßen und Plätzen zu finden. Also kommt nur ein mobiler „Betreuer” an sie heran, eben ein „Streetworker”. In der Tischvorlage der Verwaltung heißt es: „Die Cliquen sind für die Jugendlichen Lebens- und Lernort.”

Da in der Jugendeinrichtung KOT Sankt Sebastian offene Jugendarbeit gewährleistet sei, so die Verwaltung, sei die Aufgabe der Einrichtung im Bahnhof vertretbar. Der Streetworker könnte räumlich in oder an einem Würselener Schulgebäude untergebracht werden. Im Alten Bahnhof würden dann noch die Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes und das - nicht kommerzielle - Kino „Metropolis” verbleiben.

Für die Stadtverwaltung ergibt sich daraus eine mögliche spätere Aufgabe, „zu überprüfen, ob die beiden verbliebenen Nutzungen einer Vermarktung des Gebäudes entgegenstehen beziehungsweise eine Einbeziehung der Nutzungen in ein Vermarktungskonzept möglich ist”.
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