Geschwister zanken in der Bütt

Von: Stefan Schaum
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Liebe und Seitenhiebe: Das Geschwisterpaar Milewicz macht sich prima in der Bütt. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Eigentlich lieben sie sich heiß und innig. Doch manchmal auch nicht. Dann wird kräftig gezankt, wie das so ist bei Geschwistern. Völlig normal. Aber wenn man gerade mal fünf Jahre alt ist wie Lena-Sophie Milewicz, und seinen Stress mit dem neunjährigen Bruder Niklas bei Karnevalssitzungen in der Bütt ausplaudert, ist das etwas Besonderes.

Jüngst hat das Alsdorfer Duo es beim städteregionalen Wettbewerb „Jugend in der Bütt” zum „Sieger der Herzen” gebracht. Ein Titel, der eigens für die Beiden geschaffen wurde.

Es war eine närrische Notlösung. Denn obwohl Lena und Niklas den kräftigsten Applaus beim Wettbewerb ernteten, passte ihr achtminütiger Vortrag nicht so ganz zum Regelwerk. „Wir haben zuviel gesungen”, sagt Niklas, „das fand die Jury wohl nicht so gut”. Und hat deshalb rasch eine ganz eigene Kategorie für die Schaufenberger maßgeschneidert. Die sind aber auch ein Fall für sich! Dass beide begeisterte Tänzer bei der Alsdorfer KG Scharwache sind, ist das eine. Doch seit sie vor ein paar Monaten ihre Mutter und Tanztrainerin Yvonne bekniet haben, ihnen doch mal eine Büttenrede zu schreiben, reißen sich die Karnevalisten landauf, landab um sie.

Schon acht Auftritte hatten sie in der Session. „Für mich war das auch Neuland”, sagt die 33-jährige Mutter. Und zuerst wollte sie nicht so richtig. Bis sie sich hingesetzt hat „und das ganze Ding in einem Abend geschrieben”. Auf Alsdorfer Platt. Zwar sprechen die beiden Kinder das gar nicht, „aber ich habe die Rede einfach auswendig gelernt wie ein Gedicht. Wenn ich nicht jedes Wort verstehe, weiß ich ja, dass ich meiner Mutter vertrauen kann”, sagt Niklas, „da steht bestimmt kein Quatsch drin!”

Wenn der derzeitige Erfolg anhält, könnten die Kinder zu Hoffnungsträgern für den an Büttenrednern immer ärmeren Karneval werden. Seine Familie hat Niklas ohnehin auf den jecken Geschmack gebracht. Seit er ziemlich erfolgreich tanzt - und schon mehrfach im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft stand -, hat er die Eltern nach und nach zu Vollblutkarnevalisten gemacht. Selbst seinen Papa Michael. „Der fand das alles anfangs gar nicht gut und wollte lieber, dass ich Fußball spiele.” Das sagen auch seine Mitschüler schon mal zu ihm. Dann winkt Niklas ab und sagt: „Lauft ihr mal eurem Ball hinterher. Mir als Tänzer rennen die Mädchen nach!” Humorvolle Antwort. Die wäre auch gut für eine Büttenrede...
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