Geschwister erzählen vom Leben im Orden

Von: Nina Krüsmann
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Im Gespräch: Die Geschwister Pater Dr. Andreas Kramarz (Mitte) und Schwester Euthymia Kramarz mit Pfarrer Dr. Guido Rodheudt (rechts). Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Ihre sehr persönlichen Erfahrungen auf dem Weg in ein Leben für und mit Gott schilderten beim ersten Montagsgespräch nach der Sommerpause Pater Dr. Andreas Kramarz und Schwester Euthymia Kramarz. Der Moment der Berufung ist so schwer zu erklären wie die Liebe.

„Das Besondere an dem heutigen Vortrag ist, dass es sich bei den beiden Ordensleuten um Geschwister handelt. Auch ihre Mutter ist heute im Publikum“, erklärte Gastgeber Pfarrer Dr. Guido Rodheudt im Pfarrsaal von St. Gertrud.

Das Interesse an diesem Gespräch war sehr groß und so waren die Reihen dicht besetzt. Es ging darum, wie die Geschwister durch den Ruf, Christus in einem Orden zu folgen, von Kindern einer gemeinsamen Familie aus Aachen zu „Königskindern“ geworden sind. „Wir hören heute zwei unterschiedliche Berufungswege. Der liebe Gott begegnet einem ja nicht an der Straßenecke oder auf der Bettkante, deshalb ist es für uns sehr spannend, diese Lebensgeschichte zu hören“, erklärte Rodheudt.

Euthymia Kramarz besuchte die Grundschule Kronenberg und das St. Ursula Gymnasium, machte nach dem Abitur 1991 ein Pflegepraktikum am Franziskushospital und eine Ausbildung am Luisenhospital. „Der Schritt in ein geistliches Leben dauerte, es war ein kurvenreicher Weg. 2004 bin ich bei den Franziskanerinnen eingestiegen, arbeite seit 2007 als Kirchenmusikerin.

„Ich war gar kein so frommes Kind. Die Sonntagsmesse war nicht gerade meine größte Leidenschaft“, gibt Schwester Euthymia zu. Die Backenzahn Kirche St. Hubertus im Aachener Westen war ihre erste geistliche Heimat. „Mein erstes spirituelles Erlebnis hatte ich kurz vor dem Abitur bei den Exerzitien im Kloster Steinfeld. Das lateinische Stundengebet hat mich einfach angerührt. Später habe ich mir verschiedene Gemeinschaften angesehen.

Der eigentliche Moment der Berufung kann man schwer erklären so wie die Liebe. In Thuine bei den Franziskanerinnen hat es einfach gefunkt“, erzählt Schwester Euthymia Kramarz, deren Schwesterngemeinschaft im Emsland in Niedersachsen beheimatet ist. Auf dem Weg zur ewigen Profess 2014 hatte Pfarrer Rodheudt Euthymia ermutigt und ein Stück begleitet, wie sie dankbar betonte.

Ihr Bruder Andreas ist heute Mitglied der Legionäre Christi. Der ehemalige Domsingschüler und Domchorsänger lebt seit 1999 in den USA, wurde 2003 zum Priester geweiht. In seiner großen internationalen Glaubensgemeinschaft arbeitet er im Bildungsbereich.

„Noch im Studium habe ich bei einem Aufenthalt in Israel eine Frau kennengelernt, die ich gerne geheiratet hätte. 1993 bei Exerzitien in Kornelimünster habe ich erfahren, dass ich keine Angst haben muss, in einen Orden einzutreten. Ich wurde mir darüber bewusst, was ich aufgeben muss und was ich dadurch geschenkt bekomme – nämlich dass ich in der Gemeinschaft kein Einzelkämpfer bin“, erzählte Andreas Kramarz.

Im Rahmen des 900-jährigen Pfarrejubiläums von St. Gertrud sind Montag, 5. September, um 19.30 Uhr Kantor Krystian Skoczowski und das Ensemble „Virga strata“ aus Berlin zu Gast. Sie hinterlassen in einem Konzert einen Höreindruck, wie Kirchenmusik vor 900 Jahren geklungen hat.

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