Baesweiler - Geschichtsverein: Mit Ausstellung über Ersten Weltkrieg ein Zeichen setzen

Geschichtsverein: Mit Ausstellung über Ersten Weltkrieg ein Zeichen setzen

Von: jeli
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Baesweiler. Neun Millionen Tote forderte der Erste Weltkrieg – darunter über zwei Millionen Deutsche und 1,3 Millionen Franzosen. Eingegrenzt auf Baesweiler und seine französische Partnerschaft fielen 180 Baesweiler Soldaten und etwa 90 aus Montesson.

Zwei von ihnen – ein Deutscher und ein Franzose – kamen unmittelbar nach Kriegsbeginn ums Leben. Sie sind auf dem Plakat abgebildet, das auf eine einzigartige, hoch interessante Ausstellung hinweist: Baesweiler und Montesson im Ersten Weltkrieg.

Der Arbeitskreis Erster Weltkrieg des Geschichtsvereins Baesweiler und das Partnerschaftskomitee Montesson präsentieren im Foyer und im Vorraum des Sitzungssaales im Rathaus Baesweiler Bilder und Dokumente über den Krieg, die davon Betroffenen und das schreckliche Leid, das Millionen von Menschen in dieser Zeit erleiden mussten.

Der Arbeitskreis unter Leitung von Peter Kullick hatte schon vor geraumer Zeit mit dem Zusammentragen von Texten, Bildern und Gegenstände – aus dieser begonnen. Peter Kullick hat zu dem deutschen Soldaten auf dem Ausstellungsplakat eine besondere Beziehung. Es handelt sich nämlich um seinen Großonkel Franz-Peter Sieben aus Baesweiler. „Er arbeitete hier in der Zeche, ging dann zu den Pionieren und fiel im November des ersten Kriegsjahres in Belgien“, erzählt Kullick. Rechts daneben das Bild eines französischen Soldaten aus Montesson, der ebenfalls zu den ersten Kriegstoten zählte.

„Unser Anliegen ist es, ein Zeichen zu setzen gegen aktuelle Fehlentwicklungen in Politik und Gesellschaft“, erklärte Peter Kullick in einem Pressegespräch. Bürgermeister Dr. Willi Linkens betonte, wie wichtig städtepartnerschaftliche Freundschaften, etwa die zwischen Baesweiler und Montesson, gerade im Hinblick auf die Europamüdigkeit vieler Nationen sei. Der Erste Weltkrieg gerate – nach den schlimmen Folgen des zweiten – oft in Vergessenheit, erklärte Irene Jenniches, die ebenfalls dem Arbeitskreis angehört. Sie und ihr Kollege Kullick unterrichteten vor ihrer Pensionierung unter anderem Geschichte am Baesweiler Gymnasium und gewährleisten so auch eine fachlich und thematisch hervorragend konzipierte Ausstellung.

Ein Beispiel bietet etwa das Bild „Verdun Höhe 304“. Ein französischer Soldat berichtet über seine Erlebnisse an einem Tag. Als Kontrast dazu der Heeresbericht der deutschen Armeeführung von eben diesem Tag. Ein weiteres Highlight: das Bilderbuch „Vater ist im Kriege“ mit Gedichten und Reimen über den Krieg. Die andere, realistische Sichtweise auf den Krieg und seine Folgen sind Totenzettel, die an die Gefallenen aus Baesweiler und Montesson erinnern. Auch Kriegsgefangenen und Fahnenflüchtigen widmet sich die Ausstellung.

Der Geschichtsverein Baesweiler und die Stadt Baesweiler laden alle Interessierten zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 10. März, um 18 Uhr ins Foyer des Rathauses, Mariastraße 2, ein. Besichtigt werden kann sie darüber hinaus von Montag, 13. März, bis Freitag, 31. März, zu den Öffnungszeiten des Rathauses in der Mariastraße. Auch Führungen für Gruppen sind möglich. Interessenten können sich bei Peter Kullick melden: Telefon 02401/88808, E-Mail: peterkullick@gmx.de

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