Geschichtskreis St. Sebastian beschäftigt sich mit Reformationsjahr

Von: ehg
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Geschichtskreis der Pfarre St. Sebastian: „Auf dem Weg zum Reformationsjahr 2017“. Vortrag von Wilfried Egerland zum Thema: „Von der Babylonischen Gefangenschaft der Kirche“. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Auf dem Weg zum Reformationsjahr 2017 beschäftigte sich der Geschichtskreis St. Sebastian und die Evangelische Kirchengemeinde Würselen in ihrem dritten Treffen mit der 1520 unter dem Titel „Von der Babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ von Martin Luther veröffentlichten Schrift.

Referent Wilfried Egerland freute sich, dass sich auch an diesem Abend wieder recht zahlreich Christen beider Konfessionen im Gemeindehaus an der Grevenberger Straße eingefunden hatten. Vorweg stellte er klar: „Es gibt im nächsten Jahr nichts zu jubeln. Vielmehr sollte 2017 ein Gedenkjahr sein.“ Bevor eine Flut von Informationen über die Christen hereinbreche, sollten sie sich eingehend mit dem Anliegen Luthers auseinandersetzen.

Zunächst erläuterte der pensionierte Deutschlehrer, was unter „Babylonischer Gefangenschaft“ zu verstehen ist. Es handele sich um ein Synonym für die Unfähigkeit der pästlichen Kirche, deren Auftrag zu erfüllen. Babylonisch heiße so viel wie sündhaft und gottlos. Luther prangere auch in dieser Schrift das falsche Gottes- und Weltverständnis an.

In ihr beschäftigt sich Luther in erster Linie mit der Sakramentenlehre, wovon die Ökumene bis heute zu belastet sei, ja sogar behindert werde. Ob seiner Schrift wurde Luther der Kirchenbann angedroht, der die Reichsacht zur Folge hatte.

Sakrament definierte Egerland mit den Worten: „Es ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Gott uns Menschen durch Jesus Christus das Heil zuspricht.“ Die Kirche in Rom habe es als massiven Eingriff in die Sakramentenlehre verstanden, dass Luther nur noch zwei, maximal drei Sakramente anerkennt: die Taufe und das Abendmahl sowie die Buße. Allein die Bibel sei Maßstab unseres Lebens, verkündete der deutsche Reformator. Stein des Anstoßes sei gewesen, wie die Kirche mit den Sakramenten umgegangen sei.

Aus der Bibel habe er ein Abendmahl in beiderlei Gestalt für Laien und Priester abgeleitet. Ansonsten werde – so Luther – die Sündenvergebung geschmälert. In dieser Auslegung der Heiligen Schrift habe ihn der tschechische Reformator Jan Hus bestärkt. Bei der Auslegung des Abendmahls habe ihm der Schweizer Reformator Ulrich Zwingli widersprochen.

Schließlich hieß es in der ökumenischen Runde, „dass Abendmahl sei der Ort, wo Jesus anwesend ist“. Worin sich alle Seiten einig seien, ein Minimalkonsens. Dass die Gläubigen zum Heil gelangen, das sei – so Luther – Gottes Gnade, ein durch Jesus Christus gemachtes Geschenk. Schließlich wandte sich Egerland dem nach Luther nicht vollgültigen Sakrament der Buße zu.

Tröstlich sei, dass die Vergebung der Sünden möglich sei. Alle gläubigen Menschen seien qualifiziert, Sünden zu vergeben, zitierte der Referent den Reformator. Egerland unterlegte seinen Vortrag immer wieder mit Textstellen aus der Heiligen Schrift. Er regte mit Blick aus das Jahr 2017 vorab schon zum intensiven Nachdenken an.

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