Geschenktipps in der Bücherei: Boom bei Kinderbüchern

Von: Stefan Schaum
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Passende Titel für Kinder parat: Literaturpädagogin Ulrike Erb-May hat aus der Flut der Neuerscheinungen ein paar persönliche Lieblinge herausgefischt. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Es müssen nicht immer Vampire sein. Zwar schafft es dieser Tage kaum noch ein Buch ohne Blutsauger auf die Bestseller-Listen, doch finden sich vor allem im Kinder- und Jugendbuchbereich auch ungewöhnliche, erfrischende Titel. Titel, die erst einmal entdeckt sein wollen. Weshalb es in der Alsdorfer Bücherei eine Orientierungshilfe gab.

Ulrike Erb-May, Literaturpädagogin des Kinder und Jugenliteraturzentrums „Jugendstil” NRW, gab dort „Geschenktipps zum Weihnachtsfest”. Selbst ihr als Leseprofi falle es mittlerweile schwer, den Überblick zu behalten. Denn trotz aller Unkenrufe, dass Kinder von heute eher Lesemuffel als Leseratten sind, steigt die Zahl der Neuveröffentlichungen. Und zwar gewaltig.

Erb-May: „Vor vier Jahren erschienen pro Jahr im Schnitt 5000 neue Kinder- und Jugendbücher.” In diesem Jahr werden es gut 9000 Neuveröffentlichungen sein. Einerseits ein gutes Zeichen. „Die Verlage investieren in die Leser von Morgen.” Andererseits eine Bücherflut, die Kinder und Eltern zu erschlagen droht, die nicht stets zu Klassikern à la Michael Ende, Otfried Preussler und Astrid Lindgren greifen möchten.

Wenn man so will, kommen all die Vampire und Zauberschüler trotz ihrer Schablonenhaftigkeit der Vielfalt zu Gute. „Solche Bücher verkaufen sich sehr gut und erlauben es den Verlagen, auch mal Experimente zu wagen und schrägere Titel zu veröffentlichen.”

Auch Eltern rät sie dazu, beim Buchkauf experimentierfreudig zu sein. „Es geht beim Lesen gar nicht darum, ob ein Buch pädagogisch wertvoll ist”, sagt sie. Sondern darum, „ob ein Kind sich damit wohlfühlt”. Ob es ganz tief in die Bilder und die Wörter eintauchen möchte, um später angenehme Erinnerungen mit seinen ersten (Vor)Leseabenteuern verbinden zu können. „Kinder können sich durch die Bücher einen Blick auf die Welt erarbeiten.

Deshalb sollten sie ihnen vor allem Spaß machen.” Ihr Tipp: „Kinder sollten sich ihre Bücher selbst auswählen dürfen. Auch wenn deren Inhalt Papa oder Mama mal nicht so gefällt.” Den Wert von Bilderbüchern sollte man dabei nicht unterschätzen. Erb-May: „Auch Bilder wollen gelesen sein. Das hilft Kinder ungemein dabei, Dinge mit Wörtern zu verbinden.”

Dass das gemeinsame Anschauen von Büchern oder das Vorlesen zum abendlichen Ritual gehören sollte, verstehe sich von selbst. „Es ist aber auch wichtig, dass Kinder erleben, dass ihre Eltern Bücher zur Hand nehmen oder sich über das Lesen unterhalten.” Denn Lesen ist auch das: Familiensache.

Freche, lustige und schräge Bücher: Das sind die Besten

Freche, lustige und schräge Bücher empfiehlt Literaturpädagogin Ulrike Erb-May als Geschenktipps zum Weihnachtsfest. Auf ihrer Liste stehen derzeit: „Wenn ich groß bin” (Bilderbuch von Heinz Janisch und Karsten Teich, ab vier Jahren, 14,95 Euro); „Drei dicke Freunde (Bilderbuch von Christ Wormell, ab vier Jahren, 8,95 Euro); „Die Piraten vom Dach” (für Erstleser ab sechs Jahren, von Christian Tielmann, 7,95 Euro).

Für ältere Kinder und Jugendliche empfiehlt sie folgende Titel: „Anne Frank - eine grafische Biographie”, (Ernie Colon, Sid Jacobson, 16,90 Euro); „Chatroom Falle (für Leser ab 13 Jahren, von Helen Vreeswijk, 5,95 Euro).

Die meisten Titel dieser Liste können übrigens auch entliehen werden, denn die Stadtbücherei hat sie mit Hilfe des Fördervereins „Buchpaten” angeschafft.

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