Geschäftswelt und Marketing binden sich

Von: Karl Stüber
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Bestimmen nur potenzielle Käufer vor Ort die Art der Geschäfte oder können durch neue Angebote andere und mehr Kunden gewonnen werden: Die Bahnhofstraße in Alsdorf gilt jedenfalls als entwicklungsfähig. Das wäre ein Aufgabengebiet für effektiveres Stadtmarketing und gezielte Wirtschaftsförderung. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Mit den vorhandenen Kräften mehr oder auch Besseres machen, zumindest mit weniger Aktiven das Niveau halten – das nennt man Effizienzsteigerung.

Die Aktionsgemeinschaft Alsdorf, ein Zusammenschluss von Kaufleuten unter dem Vorsitzenden Toni Klein, der mehr Mitglieder verdient, und der Förderverein Stadtmarketing Alsdorf – vor ein paar Jahren hervorgegangen aus einem aufwendig betriebenen Stadtmarketingprozess mit vielen Arbeitsgruppen und Papieren, aktuell unter Vorsitz von Peter Steingass – sollen nicht mehr getrennt marschieren. Gemeinsam will man die Marke Alsdorf weiter aufpolieren, auch auf dass der Rubel besser rollt und es Alsdorf und die Alsdorfer besser haben im Wettbewerb der Kommune. Da sind sich die Vorstände im Prinzip einig. Allerdings müssen jeweils noch die Mitglieder laut ja sagen.

Toni Klein hatte seine Truppe bei der letzten Mitgliederversammlung im November vergangenen Jahres dazu schon mal unverbindlich befragt. Widerspruch kam keiner. Aber die formale und entscheidende Versammlung steht noch aus, soll Mitte des Jahres stattfinden.

Peter Steingass wird seine Leute Mitte März zur Versammlung bitten. Dann soll angestimmt werden. Die notwendige Entscheidungsgrundlage, das neue Regelwerk, will Steingass mit der Einladung verschicken, auf dass die Mitglieder Zeit haben, sich damit auseinanderzusetzen. Das Ganze erfolgt auf Basis eines Konzepts und einer Satzung, an der das Aachener Anwaltsbüro Dr. Neumann, Schmeer und Partner intensiv gearbeitet hat. Wie Toni Klein zuvor sagt auch Steingass im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Finanzamt vorausschauend einbezogen worden ist und auf Basis des nun vorliegenden Konzepts keine Bedenken hat.

Aktionsgemeinschaft und Förderverein sind eigentlich ungleich wie Mann und Frau, und passen wohl deshalb umso besser zusammen, um Neues hervorzubringen. Die Aktionsgemeinschaft ist mit Aktivitäten wie Frühlings- und Europafest sowie Weihnachtsmarkt kommerziell ausgerichtet, das Stadtmarketing indes gemeinnützig organisiert. Das lässt sich nur durch weiterhin getrennte Kassen „heilen“. Steingass spricht davon, dass die „Gebührenordnung aus der Satzung herausgenommen wird“. „Beide Partner können parallel, aber unter einem Dach ihren Dingen nachgehen und sich gegenseitig helfen“, ist Steingass optimistisch.

Jeder soll sich gemäß seinen Fähigkeiten und Engagement in dem großen Ganzen, das „Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing Alsdorf e.V.“ heißen soll, wiederfinden und entfalten können. Formal löst sich die Aktionsgemeinschaft auf, die Mitglieder wechseln in den bestehenden, aber im Zuge des Zusammenschlusses neu ausgerichteten Stadtmarketing-Verein.

Engagiert werben derzeit beide Vorstände in Reihen der Mitglieder um Zustimmung. Steingass steht bereit, auch dem neu zugeschnittenen Verein vorzustehen. Natürlich sollen auch die Kaufleute würdig im Vorstand vertreten sein, betont er. Wichtig ist, eine wirksame Geschäftsführung zu organisieren. Steingass weiß, dass die Effizienz mit der zu berufenden Person unabdingbar verknüpft ist. Da ist man im Gespräch, hat wohl schon konkrete Vorstellungen entwickelt, wie es heißt.

Neben dem Vorstand soll es Arbeitsgruppen und Projektteams geben mit speziell Beauftragten, die in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern Vorhaben entwickeln und vorantreiben. Natürlich sollen die Kaufleute weiterhin ihre bewährten Events organisieren. Steingass hat auch weiterreichende, noch zu diskutierende Visionen. Arbeitsgruppen sollen reanimiert werden.

Es geht um Handel und Wirtschaft, Stadtbild und Mobilität, um Haldenlandschaftspark und anderes mehr. „Da gibt es erkennbaren Willen von Leuten, die aus dem Stadtmarketingprozess vor ein paar Jahren heraus zwar nicht Mitglied geworden sind, die aber nun mitarbeiten wollen.“ Soll wohl heißen: Schön, wenn sie jetzt eintreten. Aber Hilfe und Unterstützung ist auch von Nicht-Mitgliedern willkommen.

Zu den nun auf der Agenda stehenden Aktivitäten gehört erneut das Lichtprojekt. Auf Vermittlung unserer Zeitung und im Rahmen eines Alsdorfer Stadtgesprächs hatte der Vorsitzende der Initiative „Lichtprojekt Aachen e.V.“, Dieter H. H. Stolte, die Situation von Alsdorf-Mitte bei Nacht analysiert und Vorschläge zur Beleuchtung von Gebäuden und zur Entwicklung von leitenden Lichtachsen gemacht. Das soll nun aufgegriffen, weiterentwickelt und umgesetzt werden.

Ein weiteres konkretes Projekt, das Kaufleute wie Stadtmarketing-Engagierte gemeinsam mit der Stadt Alsdorf umsetzen wollen, ist die Gestaltung der Hauptzufahrtsstraßen zum Zentrum. Dort sollen drei „Pylone“ installiert werden, wie Steingass erzählt. Diese Infotafeln mit LED-Tafeln sollen der Markierung und Begrüßung von Besuchern dienen. Gedacht ist an die Haupteinfallstraßen Übacher Weg, Luisenstraße und den neugestalteten Kreisverkehr am Bahnübergang der Euregiobahn am Rande des Annageländes. Steingass bleibt aber für die nächsten Monate auf dem Teppich: „Wir tun jetzt erst mal gut daran, zufrieden zu sein, wenn die Fusion wirklich vollzogen wird und dann auch verlustfrei funktioniert.“

So ist das eben mit Effektivitätssteigerung. Die schönste Theorie muss sich letztlich immer an der Praxis messen lassen...

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