Geschäftsleute wehren sich gegen Umzug von Asylbewerbern

Von: ehg
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In dieser maroden Schule können die Asylbewerber nicht länger leben: Deshalb sollen sie vorübergehend an der Kaiserstraße wohnen. Foto: G. Pinzek

Würselen. Sturm laufen die Geschäftsleute der oberen Kaiserstraße dagegen, dass gemäß einstimmigem Beschluss des Sozialausschusses die bisher an der Jülicher Straße 24 untergebrachten Asylbewerber vorübergehend in den leerstehenden Häusern der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEW) an der Geschäftsstraße untergebracht werden sollen.

Zu Sprecher macht sich die Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie (Arge), die in einem Brief an den Bürgermeister „ausdrücklich die schlechte Informationspolitik seitens der Stadt“ anprangert.

Wieder einmal seien Betroffene nicht rechtzeitig informiert und in die Diskussion einbezogen worden. Nach Meinung der Arge sei ein vorschneller Beschluss gefasst worden. Dass es sich um eine Übergangslösung handele, bis die Jülicher Straße renoviert sei, daran glaubt die Arge nicht, zumal die dafür veranschlagten Kosten in Höhe von 600.000 Euro nicht etatisiert seien.

Wörtlich heißt es im Brief der Arge: „Da es sich beim oberen Abschnitt der Kaiserstraße derzeit eh nicht um eine Toplage handelt, müssen wir die Ängste und Sorgen der dortigen Geschäftsleute erst nehmen und sie nicht einfach ignorieren.“

Mit der Ansiedlung der Asylbewerber auf der Kaiserstraße sei weder den neuen Bewohnern noch den Geschäftsleuten gedient. Das Abwandern von Einzelhändlern könne weitere Leerstände und sinkende Frequentierung der Geschäfte – auch mit Verlusten für die Stadtkasse – mit sich bringen. Die Arge bitte eindringlich, den Beschluss zur Umsiedlung der Asylbewerber an die Kaiserstraße am 9. April von der Tagesordnung des Stadtrates abzusetzen und nach einer anderen Lösung zu suchen.

Arge-Vorsitzender Manfred Wirtz betont, dass eine menschenwürdige Unterbringung der Asylbewerber gefunden werden müsse. Dieses Problem müsse bei Rat und Verwaltung nach wie vor oberste Priorität haben. Als Verwaltungsvorstand sehe die Arge den Bürgermeister in der Pflicht, vor einer Beschlussfassung die Geschäftsleute der oberen Kaiserstraße „über sein Vorhaben zu informieren und sich ihrer Existenzängste anzunehmen“.

Der unsägliche Zustand an der Jülicher Straße existiere nicht erst seit gestern. Die Stadt habe das Kind in den Brunnen fallen lassen, bevor sie reagiert habe.

Um weiteren Schwierigkeiten und Missstimmungen vorzubeugen, schlägt die Arge ein informelles Gespräch mit Vertretern von Handel, Politik, Verwaltung und SEW vor. Dass den Asylbewerbern geholfen werden müsse – so schnell wie möglich – „ist unser aller Pflicht“.

Die Situation an der oberen Kaiserstraße dürfe aber nicht weiter eskalieren, ersucht die Arge den Bürgermeister, zu einem runden Tisch zu laden.

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