Nordkreis - Geschäfte im Nordkreis: Nur ganz wenige öffnen an Heiligabend

Geschäfte im Nordkreis: Nur ganz wenige öffnen an Heiligabend

Von: Beatrix Oprée und Karl Stüber
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Noch funkeln festlich geschmückte Auslagen wie hier in Herzogenrath: Der Endspurt im Weihnachtsgeschäft hat begonnen. Foto: Beatrix Oprée

Nordkreis. Wie stellt sich der Handel in Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen auf den letzten Ansturm von Kunden vor dem Weihnachtsfest ein? Gibt es noch spezielle Aktionen? Wie lange haben die Geschäfte auf?, hat unsere Zeitung nachgefragt.

„Den Endspurt in Sachen Aktionen haben wir schon hinter uns“, sagt Gabriela Sieberichs, Vorsitzende des Gewerbeverbands Baesweiler. „Das war der verkaufsoffene Sonntag im Zuge des Weihnachtsmarkts am vergangenen Wochenende.“ Mit großem Erfolg: „Uns ist es gelungen, die Besucherströme durch die Geschäftsstraße zu lenken.“

Weihnachtliches Treiben war sowohl auf dem Rey- als auch auf dem Kirchplatz initiiert worden und ein festlicher Tross mit Christkind, Eiskönigin und Engeln zog durch die Einkaufsstraße. „Wir haben gesehen: Am Sonntag waren die Straßen und auch die Geschäfte gut gefüllt.“

Den Tag besinnlich begehen

Was nun noch die letzten Tage und vor allem den Samstag vor dem Fest angeht, so Sieberichs, „können wir an unsere Mitglieder nur appellieren: mittags durchgehend und am Samstag bis 18 Uhr geöffnet zu halten. So handhaben wir selbst das auch.“ Der Folgetag dann aber, so betont die Inhaberin einer Weinhandlung, der soll der Familie gehören: „Wann haben wir das denn mal, dass der Heiligabend auf einen Sonntag fällt?“ So hat sich Sieberichs ganz bewusst dazu entschieden, ihren Laden am 24. Dezember geschlossen zu lassen. Obwohl sie eigentlich öffnen dürfte wie alle anderen Geschäfte für den täglichen Gebrauch auch, zu denen Lebensmittelhändler wie Supermärkte, Bäckereien, Metzgereien und Konditoreien zählen.

Doch bei Sieberichs ist am kommenden Sonntag Ausschlafen und dann ein gemütliches Frühstück mit der Familie angesagt, um dann den Heiligen Abend ganz besinnlich begehen zu können. Siebe-richs: „Soweit ich gehört habe, wird das in Baesweiler fast überall so gehandhabt.“

Nach dem jüngsten verkaufsoffenen Sonntag in Herzogenrath – anlässlich der Burgweihnacht am vergangenen Wochenende, die sich von Burg Rode bis auf den Ferdinand-Schmetz-Platz erstreckte –, sind beim Herzogenrather Gewerbeverein die weiteren Öffnungszeiten vor dem Fest nicht mehr eigens thematisiert worden. Folglich sind auch keine Empfehlungen an die Mitglieder ausgesprochen worden, wie Vorsitzende Ina Hauswirth berichtet. „Das haben wir jedem selbst überlassen.“ Einheitliche Öffnungszeiten in der Stadt seien ohnehin ein besonderes Thema, da zwar erstrebenswert, aber eben aus personellen Gründen nicht für jeden Einzelhändler umsetzbar.

Spezielle Aktionen „auf den letzten Metern“ plant die Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing Alsdorf nicht mehr, wie Vorsitzender Peter Steingass sagt. Allerdings wurden auch hier die Geschäftsleute ermutigt, ihre Läden länger offen zu halten. Donnerstag und Freitag sollen viele Läden bis 20 Uhr geöffnet sein, am Samstag mindestens bis 16 Uhr. Manche Kaufleute wollten sogar bis 18 Uhr kurzentschlossene Kunden bedienen. Für das nächste Jahr könne man sich wieder einen verkaufsoffenen Sonntag vorstellen, weil der vierte Advent dann günstiger liege. Dann müsste die Kaufmannschaft aber auch „ordentlich was auf die Beine stellen“, bittet Steingass jetzt schon um Unterstützung.

Manfred Wirtz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie (Arge) in Würselen, sagt, man habe die Kollegen gebeten, an allen Adventssamstagen Kunden bis 18 Uhr zur Verfügung zu stehen. Midnight-shopping-Aktionen in der dunklen und kalten Jahreszeit hätten nichts gebracht. Das sollte für den Sommer vorbehalten sein – und auf jeden Fall mit einer Aktion begleitet werden, um Kunden anzuziehen. Im Januar werde die Arge bei einer Versammlung einen neuen Vorstand wählen. Dabei, so Wirtz, dürfte auch endlich die vakante Stelle eines Geschäftsführers besetzt werden können.

Das Personal entlasten

Geschäftsfrau Silvia Schmitz, Mitglied des erweiterten Vorstands der Arge, verweist auf die Belastungen des Personals gerade in der Vorweihnachtszeit mit Sechs-Tage-Wochen und vielen Stunden im Geschäft. Da sei es gut, dass jetzt an Heiligabend endlich mal Zeit für die Familie ist.

Blumenläden allerdings sind geöffnet, für die an Sonn- und Feiertagen ohnehin eine Ausnahmeregelung besteht. Hier lässt sich dann eben noch ein frischer Geschenkstrauß für den Weihnachtsbesuch erstehen, Tannenschmuck für den Gabentisch oder gar noch ein Last-Minute-Weihnachtsbaum.

Verdi-Gewerkschaftsekretär Mathias Dopatka (Aachen) ruft nochmals die Grundvoraussetzungen für das Öffnen von Geschäften an Heiligabend (Sonntag) in Erinnerung: Es dürften nur Geschäfte zwischen 10 und 14 Uhr öffnen, die überwiegend Lebens- und Genussmittel führen – und Tannenbäume anbieten. Deshalb habe zum Beispiel die Real-Kette wohl von der Öffnung am kommenden Sonntag Abstand genommen, da dort Lebensmittel nur einen Teil des vielfältigen Angebots ausmachen. Die Rewe-Gruppe habe ihren Pächtern freigestellt, zu öffnen. Kaufland sei nach seinen Informationen zurückhaltend und überlasse die Entscheidung den jeweiligen Geschäftsführern.

Heißt unterm Strich: Der Tannenbaum auf den letzten Drücker ist noch kurz vor der Bescherung zu haben – wenngleich die schönsten Exemplare schon weg sein dürften. Und die Speisekammer sollte am besten spätestens am Samstag für die Feiertage gefüllt sein, es sei denn, die Metzgerei und die Bäckerei um die Ecke haben ihren Stammkunden signalisiert, dass sie geöffnet haben.

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