Gesang macht Schüler zu Freunden

Von: Vera Cornette
Letzte Aktualisierung:
babsingers_bu
„Let the sunshine in” sang der Würselener Chor auch zu Gitarrenklängen. Foto: Vera Cornette

Würselen. Schon am Eingang des Euregiokollegs war eine Melange aus deutsch-französischen Sprachfetzen und Gesängen zu hören. Viele Jugendliche stimmten sich dort auf das gemeinsame Konzert der „Bab Singers” aus Morlaix und des Jugendchors des Städtischen Gymnasiums ein.

Seit fünfzehn Jahren besuchen sich die beiden Chöre gern, um gemeinsam zu singen, sich besser kennen zu lernen und „einfach Spaß zu haben”, so Bernhard Wiesemann, Leiter des Würselener Chors. Die Sängerinnen und Sänger des Würselener Gymnasiums kündigte Wiesemann diesmal als „Vorprogramm der Bab Singers” an. Und gleich das erste Stück, John Dowlands „Come again” („Komm wieder”), war eine Botschaft an die französischen Gäste. „Il faut retourner à Würselen, ihr müsst nach Würselen zurückkommen”, forderte der Lehrer für Mathe und Physik.

Auch Schulleiter Günther Sonnen begrüßte den jahrelangen intensiven Austausch der Musiker: „Freundschaften mag und braucht jeder, und es ist wichtig, sie zu pflegen”, beschrieb er die bereichernden Erfahrungen. Neben dem pastoral-feierlichen „Conquest of Paradise” trug der Würselener Chor unter anderem das Jazz-Stück „The art of Love” vor. Dann hieß es: Bühne frei für Chor und Musiker aus Morlaix. Die 52 Sängerinnen und Sänger gaben Ausschnitte aus dem Musical „Les Misérables” zum Besten und sorgten ebenfalls für wippende Füße und einige schnippende Finger im Publikum.

Das Stück „Les Misérables” verbindet die Sänger aus Morlaix und Würselen. Beide Chöre haben das Musical schon mehrmals aufgeführt. Begeistert sprach Wiesemann über die tiefe Freundschaft: „Wenn wir nach Morlaix fahren, oder wenn wir besucht werden, ist die Unterbringung überhaupt kein Problem.” Viele der Jugendlichen haben Gastfamilien, mit denen sie seit Jahren in regem Kontakt stehen.

Seltsame Heimatgefühle

Nicht nur Musik stand beim jüngsten Besuch auf dem Programm. Auch die Erkundung des Aachener Doms sowie ein Abend mit Spielen, Musik und bretonischen Tänzen gehörte zum Besuch. Zurück nach Morlaix ging es dann auch für Alessa Knur und Meng-Xin Guan, die seit dem vergangenen Sommer dort ein Austauschjahr verbringen. Die 16-Jährige Meng-Xin empfand es jetzt „fast ein bisschen komisch, zuhause in Würselen zu sein.

Ich habe mich so sehr an Morlaix und die Leute dort gewöhnt. Ich bin sehr zufrieden und fühle mich gut in die Klasse integriert.” Besonders angetan hätten es ihr die Crépes mit Caramel au beurre salé - Karamellcreme mit leicht gesalzener Butter, „ein bretonischer Klassiker”. Zwar dauere der Schultag länger als in Deutschland, doch seien die Franzosen viel spontaner. „Als der französische Bildungsminister Lehrerstellen streichen wollte, gab´s bei uns an der Schule gleich eine Demonstration.”

Sie mag auch die Jungs in Frankreich. „Die sind zwar meistens laut und aufbrausend, aber viel offener als hier.” Sie freue sich sehr auf ihre Rückkehr nach Morlaix, sagte sie in Würselen. Ob der bretonischen Spezialitäten oder der jungen Männer wegen, das sei dahingestellt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert