Würselen - Gesamtschulentwurf: Vorgaben pfiffig umgesetzt

Gesamtschulentwurf: Vorgaben pfiffig umgesetzt

Von: Karl Stüber
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Mit dem geplanten Neubau sehr zufrieden: stellvertretender Gesamtschulleiter Jan Brumberg. Foto: Karl Stüber

Würselen. Im Bildungsausschuss bot sich die erste Möglichkeit, einen Entwurf der an der Krottstraße in Würselen geplanten Gesamtschule überhaupt einmal öffentlich zu diskutieren, nachdem der Stadtrat am 10. Oktober in nicht-öffentlicher Sitzung die Auftragsvergabe an die Goldbeck Public Partner GmbH (Bielefeld) beschlossen hatte.

Unsere Zeitung hatte zeitnah erste Skizzen veröffentlicht und die wesentliche Merkmale des H-förmigen Neubaus dargestellt.

Zu Beginn der Sitzung des Bildungsausschusses kritisierte in der Fragestunde Klaus Köhler, Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Neubau an der Krottstraße, dass immer noch kein konkreter „eingemaßter“ Entwurf vorliegt, sondern der Stand vom 29. März von der Verwaltung dargelegt werde, als die europaweite Ausschreibung aus Gründen des Vergaberechts noch nicht-öffentlich lief. Zudem sei offenbar zwischenzeitlich das mit der Schule abgestimmte Raumkonzept erneut zusammengestrichen worden, da es jetzt nur noch um rund 11 400 Quadratmeter gehe. Köhler argwöhnte sogar, die Versorgung des Neubaus durch Fernwärme aus dem Blockheizkraftwerk des Freizeitbades Aquana könnte als Bestandsgarantie dieses Spaßbades dienen.

Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen, der den für den Bildungsausschuss eigentlich zuständigen, aber erkrankten Beigeordneten Roger Nießen vertrat, hielt Köhler entgegen, es liege schlichtweg am Vergabeverfahren für das ÖPP-Projekt (Öffentlich-private Partnerschaft), dass noch keine genaueren Pläne vorliegen. Der Stadtrat habe beschlossen, einen Neubau zu einem Festpreis zu kaufen, den nun der Auftragnehmer realisieren müsse – unter Wahrung des Lastenheftes.

Der Entwurfsplanung müsse nun eine genaue Ausführungsplanung folgen. Dann würde auch alle Maße und Flächen genau ablesbar sein. Mitnichten sei das Raumkonzept gekürzt worden. Vielmehr habe sich die Erwartung bewahrheitet, dass der Architekt die Vorgaben „pfiffig“ umgesetzt und unter Einhaltung des mit der Schule abgesprochenen Anforderungsprofils Flächen einspart, etwa bei Fluren. Das Heizungskonzept sei Bestandteil der Ausschreibung gewesen. Architekt Lothar Winkler, der bei der Stadt angestellter Bauherrnvertreter und Projektleiter ist, legte nach, dass das Blockheizkraftwerk des Aquana „angezapft“ werde, weil dort noch genügend Kapazitäten für die Gesamtschule zur Verfügung stehen und so die Energieversorgung günstig sei.

Jan Brumberg, stellvertretender Leiter der Gesamtschule, die derzeit in der ehemaligen Hauptschule an der Lehnstraße heranwächst und dringend auf den Neubau angewiesen ist, sagte: „Tatsächlich ist bei der vorliegenden Planung kein einziger Raum verloren gegangen. Wir haben da einen praktischen Schulneubau ohne Schnick und Schnack. Das war aber von vorneherein klar, weil das Budget gedeckelt ist.“ Brumberg betonte, er sei mit den Plänen sehr vertraut. „Wir haben das, was wir mit erarbeitet haben in den Plänen wiedergefunden. Die Schulgemeinde ist mit dem, was nun dabei herausgekommen ist, sehr zufrieden.“

Von Hoegen skizzierte den weiteren Ablauf. Demnach ist mit dem Bauantrag Anfang nächsten Jahres „um Karneval herum“ zu rechnen. Dann soll auch eine Bürgerversammlung mit einem konkreten Plan organisiert werden. Weitere Gutachten würden Aufschluss Antworten geben. „Die Maschinerie läuft derzeit auf Hochtouren, um das alles vorzubereiten.“ Vertraglich zugesichert ist die Fertigstellung des Neubaus im Juni 2019. Projektleiter Winkler bestätigte auf Nachfrage im Ausschuss, dass eine Erweiterung der zu errichtenden vierzügigen Gesamtschule um einen Zug „bereits konzeptionell angelegt ist“.

Der Anbau selbst sei aber nicht Bestandteil der Ausschreibung gewesen, sagte von Hoegen. Sollte mit Blick auf den Zulauf für Grundschulen zeitversetzt eine Erweiterung der Gesamtschule aufgrund der Anmeldezahlen nötig werden, würde sich die Kommune erst einmal juristisch beraten lassen, wie dies in die laufende Vereinbarung mit der Goldbeck GmbH „eingebaut“ werden kann.

Tag der offenen Tür

Am Ende der Sitzung lud der stellvertretende Schulleiter Burmberg die Bürgerinitiative herzlich zum Besuch des Tags der offenen Tür der Einrichtung ein. Am Samstag, 2. Dezember, werde die Möglichkeit geboten, sich zwischen 10 und 13 Uhr über den geplanten Neubau zu informieren und mit Lehrern, Eltern und Schülern zu sprechen. Kaffee und Kuchen gebe es auch. Wahrscheinlich dürften die Mitglieder der Bürgerinitiative dann aus erster Hand zu hören bekommen, wie schlimm es für die Gesamtschule wäre, wenn es den Gegnern des Neubaus an der Krottstraße nun noch gelinge, den Neubau zu verzögern oder gar zu verhindern.

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