Gesamtschule Würselen: Wird das Neubauprojekt teurer?

Von: -ks-
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Würselen. Wie steht es denn nun um die Ergebnisse der ersten Angebotsrunde zum Neubau der Gesamtschule an der Krottstraße? Wo liegen die fünf noch im Rennen befindlichen Interessenten im Rahmen des ÖPP-Verfahrens mit ihren Angeboten (ÖPP = Öffentlich-private Partnerschaft)?

Kann die vom Stadtrat gezogene Grenze von 23 Millionen Euro für die reinen Baukosten im Rahmen der europaweiten Ausschreibung eingehalten werden oder nicht? Gibt es in dieser Phase Erkenntnisse, die darauf hinweisen, dass das Verfahren besser doch gestoppt und anstelle dessen die Ertüchtigung der auslaufenden Realschule an der Tittels-straße angepeilt werden sollte?

Eigentlich – so der Zeitplan, der noch im November 2016 im Bildungsausschuss dem Sachstandsbericht beigefügt war – hätte bis 14. März die Auswertung der ersten Angebotsrunde im Nutzergremium (Vertreter der Schule) und dem Architekturgremium (Vertreter der Politik) abgeschlossen sein und der Stadtrat sich mit den Ergebnissen und den sich daraus ergebenden Fragen, wenn nicht sogar Konsequenzen befassen müssen. Danach sollten sofort die vertiefenden Bieterverhandlungen (bis 9. Mai) beginnen. Fehlanzeige!

Wird denn nun wenigstens in der Ratssitzung am Dienstag, 4. April, Beginn 18 Uhr im Ratshaus auf dem Morlaixplatz, dieser wichtige Punkt abgehandelt? Davon waren offenbar die Bürgerinitiative (BI), die sich gegen den Neubau an der Krottstraße ausspricht, und die Oppositionsfraktionen FDP, Grüne sowie UWG ausgegangen.

Das war jedenfalls Mitte März in einem gemeinschaftlichen Pressegespräch zu hören, bei dem die BI die Stadt Würselen zu einem runden Tisch einlud, um vor der wichtigen Sitzung noch aus ihrer Sicht offene Fragen zu klären bzw. anstelle des Neubaus die Ertüchtigung der auslaufenden Realschule an der Tittelsstraße zu thematisieren. Auch hier Fehlanzeige im doppelten Sinne!

Laut BI-Sprecher Klaus Köhler sei die Stadt auf dieses Gesprächsangebot bislang nicht eingegangen, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung sagte.

Zudem wird sich der Stadtrat am 4. April nicht mit der Angebotsauswertung befassen, wie Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen sagte. Grund dafür ist, dass die Abgabefrist für die ersten Angebote bis einschließlich 29. März, also um einen Monat, verlängert worden sei. Dies habe von Hoegen auch Vertretern der Politik mitgeteilt. Wo und wann dies geschah, konnte von Hoegen nicht konkret sagen.

Möglicherweise im nichtöffentlichen Teil einer Gremiumssitzung. Die Fristverlängerung sei erfolgt, um den verbleibenden Bietern die Formulierung entsprechend fundierter Angebote zu ermöglichen – also ganz im Sinne des Verfahrens und der Stadt Würselen. Auf diese vier Wochen komme es angesichts der Bedeutung des Projekts nicht an.

Der Stadtrat wird sich laut von Hoegen erst später, aber noch vor den Sommerferien – also wohl in der Sitzung Anfang Juli – mit der Angebotsauswertung befassen. Allerdings werde die Politik schon vorher in einem extra hierfür gegründeten Unterausschuss mit den Offerten befassen. Dessen Mitglieder würden hierzu erstmals am 6. April zusammenkommen.

Vorab werde sich das sogenannte Nutzergremium mit den Unterlagen beschäftigen. „Die Schule soll sehen, ob sie sich mit ihren Anforderungen in den Angeboten wiederfindet“, sagte der Erste Beigeordnete. Dann könne man auch in die Bieterverhandlungen gehen.

Zur Erinnerung: Gegenüber unserer Zeitung hatte von Hoegen Ende 2016 auf Nachfrage unserer Zeitung gesagt, dass es gute Gründe dafür geben könnte, doch nicht an der Decklung von 23 Millionen Euro festzuhalten – mit dem Ziel, unterm Strich Geld zu sparen.

23-Millionen-Grenze aufgeweicht

„Um die tatsächlichen Kosten im Rahmen des ÖPP bewerten zu können, muss man dies auf die zu vereinbarenden 30 Jahre Laufzeit betrachten“, hatte der Beigeordnete seinerzeit gesagt. Es könnte sich bei den Angeboten herausstellen, dass der eine oder andere Bieter zwar bei den reinen Baukosten höher liegt als die besagten und im Würselener Haushalt derzeit festgeschriebenen 23 Millionen Euro, aber über den gesamten Vertragszeitraum – also bis die Schule an den Schulträger Stadt Würselen übergeht – die Gesamtkosten deutlich niedriger sind.

Und von Hoegen führte damals weiter aus: Es wäre im Sinne der Allgemeinheit, also der Bürger der Stadt Würselen, in so einem Fall den bisherigen Beschluss zu überdenken. Es könnte auch sein, dass ein Anbieter unter dem 23-Millionen-Limit bleibt, aber dafür über 30 Jahre gesehen teurer sein würde.

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