Würselen - Gesamtschule: SPD will Gutachter als „Schiedsrichter“

Gesamtschule: SPD will Gutachter als „Schiedsrichter“

Von: Karl Stüber
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Spricht sich für die Fortsetzung der großen Koaltion in würselen aus: SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers. Foto: Karl Stüber

Würselen. SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers ist dankbar für den Kompromissvorschlag seines Parteifreundes Bürgermeister Arno Nelles. Der hatte in der Bürgerinformationsveranstaltung vergangene Woche angesichts der Uneinigkeit in der großen Koalition von SPD und CDU über die endgültige Unterbringung der neuen Gesamtschule vorgeschlagen, zwar an der Krottstraße einen Neubau zu errichten, aber zunächst ohne Räume für die Sekundarstufe II.

Das werde um mehrere Millionen Euro preiswerter. Die für die „heranwachsende“ Gesamtschule ohnehin erst in sechs Jahren benötigte Oberstufe könne in freien Räumen des Euregio-Kollegs untergebracht werden. Wenn diese oder eine Unterbringung der Oberstufe anderweitig nicht möglich sein sollte, könne immer noch die Oberstufe als Modul zusätzlich an der Krottstraße errichtet werden. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Küppers, dass seine Fraktion sich wohl mit diesem Vorschlag anfreunden könne.

Die SPD-Fraktion habe bislang zwar einen kompletten Neubau bevorzugt, aber auch gesagt, dass dies vorbehaltlich der Erkenntnisse aus der Bürgerbeteiligung zu sehen sei, betonte der Vorsitzende.

Küppers findet es bedauerlich, dass die CDU, die zur Unterbringung der Gesamtschule eine Sanierung und Erweiterung der Realschule an der Tittelsstraße bevorzugt, die Berechnungen und Angaben der Verwaltung zu den Kosten und finanziellen Auswirkungen der beiden Varianten auf den Haushalt anzweifle. Zur Objektivierung schlägt Küppers vor, einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer zu beauftragen, ein Gutachten über die Berechnungen der Verwaltung in Auftrag zu geben.

Er geht davon aus, dass dies bis Mitte September zu schaffen ist, um eine dann nicht mehr in Zweifel zu ziehende Grundlage für die Entscheidung des Stadtrates am 29. September zu bekommen. Dies diene auch der „Befriedung“ – und zwar in beide Richtungen. Er habe auch mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, Karl-Jürgen Schmitz, gesprochen. Natürlich müsse dies auch noch mit den beiden Fraktionen abgestimmt werden.

Aus der bisherigen Bürgerbeteiligung, also aus der Auswertung der 32 eingegangenen schriftlichen Einlassungen und der Bürgerinformationsveranstaltung, zieht Küppers die Erkenntnis, dass neben der Finanzierung der Unterbringung der Gesamtschule auch die Frage von großem Interesse ist, wie denn die Gebäude bzw. die Flächen der in fünf Jahre auslaufenden Realschule an der Tittelsstraße genutzt und verwertet werden. „Die Bürger wollen von uns eine nachvollziehbare Idee, ein Konzept hören.“

Auch hierfür müsse die Politik, genauer die große Koalition bis Ende September eine Antwort finden. Die SPD könne sich hier neben der Nutzung für neuen Wohnraum, auch „teilöffentliche Einrichtungen“ vorstellen, etwa für kulturelle Nutzungen oder „Kreativwirtschaft“.

Hier habe die Kulturstiftung interessante Ideen eingebracht. Noch nicht vom Tisch für die SPD ist laut Küppers der Aspekt Altenwohnungen. Denkbar sei die Ansiedlung des Amtes für Altenhilfe dort. Das gelte auch für ein Altenpflegeseminar. Die entsprechende Ausbildung könne auch ein privater Anbieter dort anbieten. Die Nähe zum Standort Marienhöhe des Medizinischen Zentrums Würselen (MZ) sei da sehr interessant, verweist er auch auf das berechtigte Eigeninteresse des MZ-Gesellschafters Städteregion Aachen.

Mit Sportvereinen sprechen

Trotz der (noch) unterschiedlichen Vorstellungen von SPD und CDU sagt Küppers: „In der Standortwahl für die Gesamtschule sehe ich nicht die ‚Gretchenfrage‘ für die große Koalition.“ Dies gelte auch für den Fall, dass hier kein Kompromiss gefunden werde und der Rat wie auch immer mehrheitlich entscheide. Es gebe genügend wichtige Ziele in der Koalitionsvereinbarung, für deren Erreichen sich eine Fortsetzung der Koalition im Sinne von Würselen lohne.

Küppers: „Da sind CDU und SPD gemeinsam in der Verantwortung.“ Bis zur Ratsitzung will sich die SPD mit dem Stadtsportverband und den Sportvereinen auseinander- und zusammensetzen. „Wir müssen die tatsächlichen Bedarfe der Vereine konkret herausbekommen“, verweist Küppers den Aspekt Turnhalle beim Thema Standort Gesamtschule.

Intensiv müsse die Stadt Würselen mit dem MZ über die weitere Entwicklung am Standort Bardenberg sprechen. In Bardenberg fehle es an altersgerechtem und barrierefreiem Wohnraum. Es müssten Partner gefunden werden, mit denen der Ort und die Aufenthaltsqualität dort gesteigert werde. In Broichweiden wolle die SPD die Vereine in ihren Vorstellungen der Fortentwicklung des Bereichs des Ortskerns unterstützen. Allerdings müsse da die Kirche mitziehen, die dort „wesentliche Grundstücke“ besitze. In der Würselener Innenstadt sieht die SPD die Chance, in Sachen Neunutzung des Singer-Geländes ein „ganz großes Stück voranzukommen“.

Küppers. „Wir wollen zumindest innerhalb diesen Jahres die Offenlegung der Pläne erreichen.“ Auch der Standort Kaiserstraße soll aufgewertet werden. Hier liefen Verhandlungen, um das Stadtmarketing entscheidend zu verbessern. Küppers spricht von der Einrichtung einer speziellen Stelle hierfür. Der Stadtentwicklungsgesellschaft komme eine wichtige Rolle zu.

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