Gesamtschule Herzogenrath jetzt eine von 81 Europaschulen

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
europaschule-bu
Verleihung des Zertifikats: Eine Abordnung von Lehrern und Schülern reiste nach Unna, um dort die Auszeichnung zur Europaschule entgegenzunehmen; der Vorsitzende des Lehrerrates, Werner Habbel (r.), NRW-Staatssekretät Michael Mertes (2. v.r.) und Schulleiter Daniel Bick (l). Foto: AZ

Herzogenrath. Europa wird an der Gesamtschule Herzogenrath groß geschrieben. Schon lange engagiert sich die Schule in europäischen Fragen. Das wurde ihr jetzt auch durch die Landesregierung amtlich bestätigt, ab sofort darf sie sich „Europaschule” nennen.

22 Schulen aus NRW wurden jetzt als Europaschulen ausgezeichnet. Damit erhöht sich die Zahl der Europaschulen in NRW auf 81. Dieser Status ermöglicht den Schulen Spielraum bei den Stundenplänen und eine andere Gestaltung der Unterrichtsfächer.

Europaschule zu werden, das ist nicht ganz einfach. Es muss eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden. „Bei uns war alles schon vorhanden”, sagt Schulleiter Daniel Bick. Da lag es nahe, sich zu bewerben und das Zertifizierungsverfahren zu durchlaufen.

Vor allem im Bereich der Sprachen ist die neue Europaschule in Herzogenrath gut aufgestellt. Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch und Latein können die Schüler in Herzogenrath lernen.

„So können diese Fremdsprachen bereits ab der fünften Klasse und noch einmal in den Klassen acht und elf gewählt werden”, erklärt Bick. Nur Latein wird lediglich in der Oberstufe erteilt.

„Die Kenntnisse über andere Länder und Kulturen, das Erlernen von Fremdsprachen und das Wissen um politische Zusammenhänge in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind wesentlicher Bestandteil einer umfassenden Bildung und werden immer mehr zur Voraussetzung auch für beruflichen Erfolg”, formuliert Andreas Krautscheid, Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, in einer Infobroschüre zum Thema Europaschulen.

Das haben wohl auch die Verantwortlichen der Gesamtschule Herzogenrath erkannt. Daniel Bick, Wolfgang Josephs (stellvertretender Schulleiter) und Jens Klein (didaktischer Leiter) erläuterten im Gespräch mit unserer Zeitung einige der Projekte, die die Schule zur Europaschule machen.

Josephs engagiert sich bereits seit Ende der 80er Jahre in grenzüberschreitenden Projekten. Dazu gehörte es, Lehrer mit den Systemen der Nachbarländer vertraut zu machen, ein Lehreraustausch für einzelne Stunden zu organisieren sowie Informationen über die Berufsausbildung im Nachbarland zu gewinnen.

Gute Erfahrungen wurden zudem mit dem Schüleraustausch und Berufswahlcamps gewonnen. Mittlerweile werden auch Betriebspraktika in den Niederlanden angeboten.

„Das war nicht immer einfach”, sagt Bick. Aufgrund von Haftungsfragen sei der Auslandsaufenthalt der Schüler und Lehrer im Nachbarland schwierig gewesen. Mittlerweile seien aber Erleichterungen erzielt worden.

Doch auch die kulturellen Unterschiede werden im Unterricht behandelt. Seit diesem Schuljahr besteht die Möglichkeit, in der achten Klasse so genannte bilinguale Module zu wählen. So wird etwa das Fach Gesellschaftslehre auf Niederländisch unterrichtet.

Im Vordergrund stehen dabei Politik, Geschichte und Erdkunde. Konkret geht es beispielsweise um den Küstenschutz in den Niederlanden. „Der nächste Schritt wird sein, bilinguale Module auf Französisch und Spanisch anzubieten”, erklärt Jens Klein.

Auch die Projektwoche 2008 unter der Schirmherrschaft des Europaabgeordneten Martin Schulz und der Tag der offenen Tür 2009 machten Europa zum Thema. Neben niederländischen wird auch mit belgischen Schulen kooperiert.

Josephs: „Es reicht nicht aus, die Sprache zu lernen, es geht auch darum, neugierig auf das Land zu machen und Berührungsängste abzubauen.”

Deshalb werden regelmäßig Exkursionen in das Nachbarland angeboten. In der siebten Klasse fahren die Schüler nach Heerlen. Dort sollen sie selbstständig die Stadt erkunden, Einkäufe tätigen und Museen besuchen.

Nach Maastricht führt die Exkursion in den neunten Klasse. Der Schwerpunkt liegt dann auf der Historie und der Entwicklung der Stadt. Dieses Thema wird vorher im Unterricht vorbereitet. In der zehnten Klasse fahren die Schüler nach Utrecht oder Amsterdam.

Dort erhalten sie konkrete Aufträge, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Außerdem steht ein Besuch des Anne-Frank-Museums auf dem Programm. „Unser Vorteil ist, dass wir alles direkt vor der Haustür haben”, betont Bick. Europa ist in Eurode (Herzogenrath/Kerkrade) nicht nur Theorie, sondern auch Praxis.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert