Gesamtschule: Die Option Sanierung Realschule wird analysiert

Von: -ks-
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Wo geht‘s lang in Sachen Gesamtschule: Erneut wurde im Rat über Neubau oder Sanierung diskutiert. Foto: imago

Würselen. In welche Richtung wird sich das Projekt Gesamtschule in Würselen entwickeln? Wird der Weg weiter beschritten, an der Krottstraße einen Neubau zu errichten, wie es die große Koalition aus SPD- und CDU-Fraktion mehrheitlich beschlossen hatte?

Setzen sich am Ende doch noch UWG, Grüne und FDP nebst Bürgerinitiative Gesamtschule Tittelsstraße mit der von ihnen bevorzugten Linie durch, die in 2020 auslaufende Realschule für die rasch wachsende Gesamtschule herzurichten? Die ist derzeit noch in der alten Hauptschule neben dem Gymnasium untergebracht.

Die große Koalition will offenbar vorbereitet sein, wenn sich im Frühjahr herausstellen sollte, dass der Neubau der Gesamtschule an der Krottstraße den beschlossenen Kostenrahmen von rund 23 Millionen Euro sprengt. Dann steht das Ergebnis der europaweiten Ausschreibung im Rahmen des ÖPP-Verfahrens (Öffentlich-private Partnerschaft) fest. Wenn sich kein Partner der freien Wirtschaft finden sollte, der den Bau für diesen Preis realisiert, würde von jetzt auf gleich der Standort Realschule wieder aktuell. Diese grundsätzliche Option hatte sich der Stadtrat in seinem „Doppelbeschluss“ zur Gesamtschule im Jahre 2015 offengelassen.

Der Stadtrat beschloss nun auf überraschende Initiative der großen Koalition in nicht-öffentlicher Sitzung ergänzend, dass die Stadtverwaltung ein Nutzungs- und Wirtschaftlichkeitskonzept für den Standort Realschule parallel zum weiteren ÖPP-Verfahren zum Neubau erarbeitet oder extern erarbeiten lässt.

Um die Gesamtschule an den Standort Realschule zu verlegen, müssten dort Gebäude saniert und wohl ein Erweiterungsbau errichtet werden. Die bis Ende des ÖPP-Verfahrens verbleibende Zeit soll genutzt werden, um möglichst umfassend belastbare Daten für diesen Plan B zu bekommen.

„Wir werden die Aufgabe ausschreiben“, sagte Bürgermeister Arno Nelles (SPD) auf Nachfrage unserer Zeitung. Wie in der Ratssitzung zu erfahren war, hatten Verwaltungsvorstand und die mit dem ÖPP-Verfahren beauftragte Firma Ernst & Young vor der Ratssitzung lange über dieses parallele Vorgehen gesprochen.

Zudem, so Bürgermeister Nelles, wurde von Ernst & Young in nicht-öffentlicher Ratssitzung das Ergebnis des Bewerberwettbewerbs vorgestellt. Aus dem Kreis der am Neubau interessierten Unternehmen soll nun eine Vorauswahl getroffen werden, von welchen Unternehmen konkrete Angebote gemacht werden sollen. Hierzu wurde eine Bewertungsmatrix beschlossen. Mit Hinweis auf eine mögliche Anfechtbarkeit der europaweiten Ausschreibung wurden von den Beteiligten keine weiteren Angaben gemacht.

Konkrete Zahlen ermitteln

Nelles ließ jedoch durchblicken: „Es sind Unternehmen darunter, die zur Crème de la Crème (Sahne der Sahne, d. Red.) in diesem Bereich gehören.“

Den Beschlüssen im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung war im öffentlichen Teil eine intensive Diskussion über eine Beschwerde zum Thema vorausgegangen. Die Bürgerinitiative Gesamtschule Tittelsstraße, deren Sprecher Klaus Köhler die Gelegenheit erhielt, vor dem Stadtrat erneut die bereits vielfach kommunizierten Argumente der Initiative vorzutragen, sowie UWG, FDP und Grüne hatten sich gewünscht, dass die Beschwerde erst im Bürgerausschuss vorberaten wird. Der Stadtrat machte aber von seinem Recht Gebrauch, die Sache an sich zu ziehen und zu entscheiden. Die Beschwerde gegen den Neubau wurde zurückgewiesen.

Der Grüne Michael Jochmann legte im Zuge der Diskussion eine umfassende Darstellung der „Barwertberechnung“ beider Varianten vor. Er hatte – auf 30 Jahre gerechnet und inklusive aller weiteren Nebenprojekte – Gesamtkosten für den Neubau in Höhe von 62,7 und für die Sanierung 41,9 Millionen Euro errechnet. Jochmann betonte, als Grundlage nur die offiziellen Angaben der Kommune als Basis für seine Berechnungen genutzt zu haben.

CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz zeigte großes Verständnis für die Bürgerinitiative und den Wunsch der Opposition nach belastbaren Zahlen. Auch seine Fraktion lege darauf großen Wert. „Jetzt müssen wir aber das ÖPP-Verfahren fortsetzen, sonst kommen wir nie zu konkreten Zahlen.“

Schmitz lud zugleich die Opposition dazu ein, sich in nicht-öffentlicher Sitzung überraschen lassen. So kam es.

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