Baesweiler - Gesamtschul-Kooperation ist vom Tisch

Gesamtschul-Kooperation ist vom Tisch

Von: Stefan Schaum
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Was wird aus ihr? Die Zukunft der Settericher Realschule ist derzeit ungewiss. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Die angestrebte Kooperation ist vom Tisch: Jüngst hat die Baesweiler Verwaltung eine Mitteilung aus Übach-Palenberg erhalten. Inhalt: Für die Einrichtung eines Gesamtschul-Teilstandortes in der auslaufenden Baesweiler Goetheschule gebe es derzeit keine politische Mehrheit!

Es ist das Ende einer langen Wackelpartie. Und fest steht somit weiterhin bloß, dass die Hauptschule angesichts viel zu geringer Anmeldezahlen wohl nicht mehr zu retten ist.

Lange hatte man sich darum bemüht, die Übach-Palenberger Gesamtschule, die von einigen Baesweiler Schülern besucht wird, für die Kooperation zu gewinnen. Auch die Bezirksregierung hatte das Vorhaben mehrfach ausdrücklich begrüßt. Umso überraschender sei daher die Absage aus der Nachbarstadt, bedauert Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens.

Besonders bemerkenswert an dieser Mitteilung sei die Formulierung, dass man der Gründung einer eigenständigen Gesamtschule in Baesweiler nicht widersprechen wolle. Denn die Bezirksregierung hatte genau das mit Blick auf die Schülerzahlen getan. Falls Baesweiler hingeht und eine eigene Gesamtschule einrichtet, könnten in Übach-Palenberg in den kommenden Jahren Schüler fehlen, um die erforderliche Vierzügigkeit noch zu erreichen. Alternativ könnte die Übach-Palenberger Realschule zu klein werden, um weiter bestandsfähig zu sein.

Mehr als fraglich

Zwar sei es „mehr als fraglich, dass die Bezirksregierung uns eine eigene Baesweiler Gesamtschule genehmigen wird“, sagt Linkens, doch steht dieses Modell durchaus im Raum. Er wolle jedenfalls „mit allen Mitteln“ für eine Lösung kämpfen. Und ihren Charme hätte eine Gesamtschule für Baesweiler: „In besonderer Weise spricht dafür, dass ein Auspendeln von Baesweiler Schülern dann nicht mehr erforderlich wäre.“ Auch in Richtung Alsdorfer Gesamtschule orientieren sich derzeit einige Baesweiler Schüler.

Die Tage der Baesweiler Realschule wären dann allerdings gezählt. Auch, wenn es zu der Alternative kommen sollte: der Einrichtung einer Sekundarschule. Die hat Ähnlichkeiten zur Gesamtschule, jedoch keine eigene Oberstufe. Für diese würde sie mit dem Baesweiler Gymnasium kooperieren.

Und wenn nichts geschieht?

Dritte Möglichkeit: Die Baesweiler Hauptschule läuft einfach aus – und nichts weiter geschieht. Doch das würde dazu führen, dass künftig noch mehr Schüler auspendeln – oder versuchen, ihre Abschlüsse in Baesweiler an der Realschule oder am Gymnasium zu erreichen. Mit ungewissem Ausgang.

Am vergangenen Donnerstag sei das Kollegium der Realschule vorab über die Entwicklung informiert worden. Dass der Gesamtschul-Teilstandort – der zugleich einen dreizügigen Fortbestand der Baesweiler Realschule bedeutet hätte – nicht umsetzbar ist, sei auf großes Bedauern gestoßen, so Linkens.

Die drei Möglichkeiten sollen nun gründlich geprüft werden. Schließlich stehe hier eine „weitreichende und bedeutende Entscheidung an“, die der Stadtrat treffen müsse. Neben weiteren Gesprächen mit der Bezirksregierung soll es zunächst ein Expertengespräch geben, bei dem alle wesentlichen Aspekte umfassend und sachlich dargestellt werden sollen. Verwaltung und Politik, das Kollegium der Realschule und die Elternschaft sollen zusammenkommen, angedacht ist anschließend auch ein umfangreiches Bürgerinformationsgespräch, bei dem Anregungen und Bedenken vorgetragen werden können, sagt Willi Linkens.

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