Alsdorf - Gesamtschüler helfen den Flüchtlingen

Gesamtschüler helfen den Flüchtlingen

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Mit großem Eifer für Flüchlinge engagiert: Schüler der Alsdorfer Gustav-Heinemann-Gesamtschule wollen auch künftig für die Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung da sein.

Alsdorf. Die aktuelle Flüchtlingssituation wird an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Allein gemein ist das: Die Schüler wollen vor Ort die Willkommenskultur fördern – und das Fremdsein überwinden.

Die Flüchtlingskrise wird als Thema in allen vier Zusatzkursen Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe Q2 unter Leitung der Lehrer Angela Kluttig, Julia Brügge, Willi Maus und Jochen Rantz behandelt. Die 105 Schüler der Jahrgangsstufe beschäftigten sich mit den Gründen für die Flucht und erfahren vieles über die Situation in den Herkunftsländern sowie die rechtliche Situation: Wer kann einen Asylantrag stellen? Wie läuft ein Asylverfahren ab? Dazu haben die Schüler eine Infowand für die Schule erstellt.

Die Schüler aus den Jahrgangsstufen Q2 und Q1 halfen ab der ersten Minute rund um die Notunterkunft am Alsdorfer Berufskolleg, etwa bei der Ankunft der Flüchtlinge. Auch als Übersetzer – viele Schüler haben selbst einen Migrationshintergrund – waren sie den Flüchtlingen behilflich. Durch den persönlichen Kontakt war die Lage der Flüchtlinge für die Schüler nachvollziehbar und es wurde manche emotionale Bindung aufgebaut. Durch den persönlichen Kontakt wurde vielen Schülern auch die Lage der so genannten Wirtschaftsflüchtlinge wesentlich deutlicher.

Besonders fiel den Jugendlichen auf, dass die Flüchtlinge in Unterkunft „nicht wirklich etwas zu tun haben“, wie einer von ihnen bemerkte. Eine Vielzahl an Aktivitäten haben sich die Schüler überlegt: gemeinsames Fußballspielen, gemeinsame Besuche eines Fitnessstudios, Deutschunterricht, viele persönliche Gespräche, Schaffung von Bindung.

Viele Schüler waren jeden Tag in der Flüchtlingsunterkunft. Die Flüchtlinge selber lobten den freiwilligen Einsatz und freuten sich über die persönliche Ansprache. Auch Lehrer der Gesamtschule setzten sich persönlich ein und beteiligten sich zusammen mit den Schülern an den Wochenenden an zahlreichen Unternehmungen. Besuche des Tierparks und von Kinderfesten standen dabei an.

Besonders beeindruckt zeigen sich die Schüler von dem Kontakt zu dem syrischen Englischlehrer Musab Amam, der mehrmals zu Gast an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule war. Amam hielt Vorträge über die Geschichte Syriens. Dabei wurde den Schülern die Stellung Syriens als kulturell hoch entwickeltem Land, seine politische Situation und der Hintergrund der aktuellen Situation im Land bewusst. Durch die Schilderung seiner persönlichen Fluchtroute machte der Englischlehrer sein Schicksal greifbar und die Schüler zeigten sich enorm interessiert und nahmen Anteil.

Musab Amam war froh, zumindest stundenweise wieder in seinem Beruf tätig sein zu dürfen. Der letzte Abend vor der Weiterverteilung wurde gemeinsam verbracht, die Verabschiedung der Flüchtlinge von den Schülern, Dolmetschern und Ersthelfern fiel nach langem persönlichem Kontakt sehr schwer. „Abschließend können wir sagen, dass viele von uns über sich hinausgewachsen sind und wir sehr wertvolle Erfahrungen aus dieser Zeit mitnehmen. Unser Ziel ist es, die weitere Hilfe bei den neu eintreffenden Flüchtlingen aufrecht zu halten“, sagte Schüler David Scheer stellvertretend für die engagierte Gruppe.

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