Geocacher sammeln am Schacht wilden Müll

Von: Holger Bubel
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Was nicht alles im Schacht gefunden wurde... Foto: Holger Bubel

Alsdorf. In jedem Frühjahr veranstaltet die Stadt Alsdorf gemeinsam mit dem Verein Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing Alsdorf eine einwöchige Aktion, an der sich viele Bürger, Schulen und Vereine beteiligen, um das Stadtbild vom wilden Müll zu befreien: Unter dem Motto „Sauber, Alsdorf!“ ziehen die freiwilligen Helfer durch Straßen und über Plätze, nehmen Grünanlagen und Wegesränder besonders unter die Lupe und sammeln, was arglose Zeitgenossen so „entsorgen“.

Eine nicht ganz alltägliche Unterstützung erhielt die Stadt in ihrem Bemühen sauber zu sein und sauber zu bleiben jetzt aus dem Heinsberger Raum: Die „Interessengemeinschaft Glück Auf Bergbau und Geocaching“ mit Sitz in Erkelenz hatte zu einem CITO an das Fördergerüst auf dem Annaplatz geladen – und 80 Geocacher, sogar aus Köln, Bochum, Solingen, den Niederlanden oder Belgien, waren gekommen, um den Schacht des 42,5 Meter hohen Bauwerks in einer konzertierten Aktion zu säubern. „CITO steht für Cache in – Trash out. Das sind spezielle Events, bei denen von uns Geocachern ein vorher bestimmtes Gelände sauber gemacht oder aufgeräumt wird“, erklärt Stefan Graves, der als „Owner“ (Organisator) zur Aktion auf der Homepage der Interessengemeinschaft aufgerufen hatte.

Hintergrund von CITOs: „Mit solchen Veranstaltungen wollen wir Geocacher den Ruf, uns nicht immer an die Vorgaben des Naturschutzes zu halten, ein wenig gerade rücken“, erklärt Stefan Grates. Denn wenn die Caches selten an alltäglichen Orten versteckt werden, „so ist das Eindringen in Naturschutzgebiete für uns ein Tabu“. Weil Geocacher viel in der Region unterwegs sind, entdeckte man bei einem Besuch des Energeticons auch das Fördergerüst – und da besonders den Müll, der sich im Laufe der Jahre im Schacht angesammelt hatte, hineingeschmissen von Mitbürgern, bei denen es mit der gesellschaftlichen Verantwortung nicht weit her ist.

Was alles im sechs Meter tiefen Schacht zu Tage kam (auch einige der von vielen Alsdorfern kritisch beäugten „Stammgäste“ des Annaplatzes beteiligten sich unaufgefordert und sammelten Kippen und Glasscherben rund um das Fördergerüst auf), erstaunte selbst die im Müll aufsammeln erfahrenen Geocacher: drei Einkaufswagen, zwei Feuerlöscher, Fahrräder, ein Motorradhelm, Kleidung, säckeweise Unrat und Müll, Müll, Müll. Ein kompletter Container – bereitgestellt von der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing, die die fleißigen Helfer auch mit Essen und Trinken versorgten – wurde gefüllt. „Als Verein unterstützen wir das Bemühen der Stadt, ein sauberes Gesamtbild zu schaffen. Deshalb danken wir allen fleißigen Helfern, die heute hier vor Ort waren“, sagte Peter Steingass, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing, zum Abschluss der rund vierstündigen Aufräumarbeiten.

Als „kleine Entschädigung“ oben drauf durften die Teilnehmer das Gerüst besteigen, um den Blick über die Stadt und die Region zu genießen. Das fand regen Anklang – auch bei vielen Anwohnern.

Ein Lob gab es auch von Stefan Grates und der Gruppe an Alsdorf: „Das hat alles prima funktioniert. Eine solche Unterstützung seitens der Verwaltung haben wir bislang in keiner Kommune erfahren. Wir kommen sicherlich noch einmal wieder zurück nach Alsdorf.“

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