Genossen beziehen klare Stellung für eine Gesamtschule

Von: ehg
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Würselen. Die Befragung läuft zwar noch in den Grundschulen und Kindergärten. Doch sind bei der Vorsitzenden des Bildungsausschusses, Doris Harst, die Würfel schon gefallen.

„Wir Sozialdemokraten halten die Gesamtschule für die bessere Variante”, sagte sie auf einer Info-Veranstaltung ihrer Partei mit Rainer Michaelis, einem anerkannten Schulfachmann aus dem Ministerium. Es gehe nicht an, dass Realschüler mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe in Nachbarkommunen übersiedeln müssten, weil in der eigenen Stadt das Angebot fehle.

Den Schultourismus zu beenden, dafür plädierte auch Bürgermeister Arno Nelles. Laut Fachbereichsleiter Herbert Zierden gibt es derzeit zwischen 75 und 80 Pendler. „Wir möchten, dass in Würselen alle Bildungsabschlüsse gemacht werden können”, legte sich MdL Eva-Maria Voigt-Küppers noch nicht fest. Sie riet, erst dann zu entscheiden, wenn man wisse, was die Eltern wünschten. Grundschulkinder, die nicht für die Realschule oder das Gymnasium geeignet seien, dürften nicht länger in die Nachbarstädte „abgeschoben” werden.

Der Leiter der Projektgruppe „Regionale Bildungsplanung”, Rainer Michaelis, stellte die neue Schulform, die Sekundarschule, vor. Wert legte er auf die Feststellung, es werde keine bestehende Schulform abgeschafft, es komme lediglich eine neue hinzu. Bis 2020 seien auch die Gemeinschafts- und die Verbundschulen rechtlich abgesichert. Wie in der Gesamtschule werden auch bei der Sekundarschule die Schüler der fünften und sechsten Klasse gemeinsam unterrichtet. Ab der siebten Klasse wird in ihr integriert, teilintegriert oder kooperativ in insgesamt vier verschiedenen Organisationsformen weiter gearbeitet. Welche gewählt werde, darüber entscheidet - so Michaelis - die Schulkonferenz.

Die Hochschulreife kann nach dem G9-Modell erworben werden, was heißt, dass nach dem Wechsel in die gymnasiale Oberstufe die Klasse 10 wiederholt werden muss. Der Wechsel sei der Unterschied zur Gesamtschule, die über eine eigene Oberstufe verfüge. Der Lehrplan orientiert sich an dem der Realschule und des Gymnasiums. Bis zum 31. Dezember müsse der Antrag zur Einrichtung einer neuen Schule gestellt werden. Michaelis zum allgemeinen Trend: „Die Eltern wollen immer mehr Schulen, in denen möglichst lange gemeinsam gelernt wird.” Dass in Würselen der vom Ministerium vorgegebene Zeitplan nicht einzuhalten sei, damit konfrontierte SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Mix den Gast aus Düsseldorf. In den Fällen, in denen erkennbar die Einrichtung einer neuen Schulform beabsichtigt sei, werde noch ein Jahr Verlängerung möglich sein, sagte Michaelis.

Das Ministerium werde die Regierungspräsidenten anweisen, die Genehmigung dazu zu erteilen. Michaelis warnte davor, Entscheidungen übereilt zu fällen. „Wo die Menschen mitgenommen worden sind, ist die Einrichtung einer neuen Schule erfolgreich abgeschlossen worden. Wo nicht, da ist sie gescheitert oder man ist vor Gericht gelandet.”

Nach seiner subjektiven Meinung in Sachen Sekundarschule oder Gesamtschule befragt, tat der Leiter der Realschule, Lorenz Hellmann, seine Sorge darüber kund, „dass seine Schule das gleiche Schicksal wie der Hauptschule ereilen” könne.

Hellmann verwies auf die nunmehr seit einem Jahr erfolgreiche Kooperation mit dem Städtischen Gymnasium, was den Wechsel dorthin erleichtere.

Außer dem Leiter der Realschule konnte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Andreas Dumke von den Schulleitern nur noch die Rektorin der Sebastianus-Schule, Adelheid Fröhlich, begrüßen. Leider war das Interesse bei den Eltern auch nicht viel größer.
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