Gemeinnützige Kleidersammlungen: KAB hat Ärger mit Trittbrettfahrern

Von: mabie
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Altkleider sind zum großen Markt geworden: Angesichts zahlreicher Containerstandorte und gewerblicher Sammler will die KAB künftig auf ein „Bringsystem“ setzen. Foto: Markus Bienwald

Nordkreis. Eine zweischneidige Sache war für Agnes Schnieders von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Nordkreis die Kleidersammlung im September. „Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung“, sagt sie in Richtung derer, die durch Spenden zum Ergebnis von insgesamt 18,1 Tonnen Kleidung beigetragen haben. Doch der Ärger über einen „Trittbrettfahrer“ bei der Sammlung ist riesengroß.

„Wir haben 60.000 Handzettel verteilt, auf denen stand, dass wir um 9 Uhr mit der Sammlung beginnen.“ Diesen Termin habe sich ein rein gewerblicher Sammler zunutze gemacht, und seinerseits ebenfalls Handzettel verteilt – mit Sammlungsbeginn ab 8 Uhr.

„Die Gewerblichen haben ja schon immer gesammelt, allerdings hat sich hier direkt jemand drangehängt“, ärgert sich auch die Verantwortliche des Kleiderteams, Ferdinande Drux-Kehlenbach. Das ist nicht verboten, gewerbliche Sammler dürfen bis zu zwölf Mal jährlich sammeln, ohne genau angeben zu müssen, wann sie wo sammeln.

Das bedeutet, dass sie „spontan“ auf andere Aktionen – beispielsweise gemeinnütziger Sammler – reagieren und ihre Sammlung bei der Stadt anmelden können.

Zwei Schlüsse

Zwei Schlüsse ziehen die Organisatoren aus dieser Vorgehensweise. „Zum einen bedanken wir uns bei den Menschen, die ihre Spende nicht einem gewerblichen Sammler überließen, und sie zu einer der angegebenen Stellen brachten“, sagt Schnieders.

Zum anderen wird es im 2016 keine Straßen-, sondern eine Bringsammlung der KAB geben. „Weil die Rahmenbedingungen für gemeinnützige Sammler immer schwieriger geworden sind“, so Winfried Giesbertz von der Bezirksleitung KAB Aachen-Land. Da es zugleich „ein immenses Altkleider-Aufkommen“ gebe, das sich auch durch den Konsum billigst produzierter Kleidung ergeben habe, wird weiter gesammelt.

Wer gezielt soziale Zwecke über die KAB unterstützen will, wird dann zu einer „Bringsammlung“ an ausgewählten Ausgabestellen in Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath eingeladen.

Der Tauschring der KAB in der Alsdorfer Luisenpassage, der Kleiderladen der KAB in Setterich und auch der Herzogenrather Kooperationspartner, das Gebrauchtwarenkaufhaus Patchwork, nehmen durchgängig Kleider an. Neben der Verpflichtung zur Einhaltung von Standards des Dachverbandes „FairWertung“ für mehr Transparenz bei Kleidersammlungen und überprüfbare Verwertungswege, fließt der Erlös aus den Sammlungen stets in karitative Zwecke.

So gingen die 731,31 Euro aus der September-Sammlung an das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath. „Wir ermöglichen damit Familien mit wenig Geld beispielsweise die Teilnahme an Freizeiten und Bildungsseminaren“, so Ludwina Hupfauer, Fachbereichsleiterin in Sachen Schulung im NBH.

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