Baesweiler - Gemeindezentrum schließt: Auch Tafel muss ausziehen

Gemeindezentrum schließt: Auch Tafel muss ausziehen

Von: Stefan Schaum
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In sechs Monaten dicht: Die Tage des evangelischen Gemeindezentrums in Setterich sind gezählt. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Dass die Kündigung aus heiterem Himmel kam, kann man nicht behaupten. Bereits im Oktober hatte die Evangelische Gemeinde Siersdorf-Setterich das große Rechnen begonnen. Die Kasse war leer, der Unterhalt der Gebäude zu teuer. Und jetzt steht fest: Das Gemeindehaus in Setterich wird zum Jahresende schließen! Und damit ist auch die Tafel draußen.

Weil die Lebensmittelausgabe bislang nicht nach Alternativen gesucht hat, ist das Zeitfenster nun recht überschaubar, um neue Räume zu finden. Pfarrer Ulrich Schuster hat das Kündigungsschreiben nicht gern übergeben, doch er konnte nicht anders. Auch weil die Landeskirche es 2011 zur Auflage gemacht hatte, in den Gemeinden Rücklagen für eventuell nötige Sanierungen der Gebäude zu bilden, war das finanziell Machbare in der Settericher Gemeinde erschöpft. „Das ist ein Batzen, den wir einfach nicht stemmen können!“

Kein Käufer in Sicht

Man hatte zunächst nach weiteren Mietern für das Gemeindezentrum an der Emil-Mayrisch-Straße gesucht, doch die fanden sich nicht. Und man hat nach Käufern ausgeschaut, die es ebenfalls nicht gab. Nun bleibt bloß das: Alle raus, Türen dicht, nur noch die Heizung auf kleinster Stufe laufen lassen. Dann fallen die Bewirtschaftungs- und Personalkosten weg und die Rücklage muss ebenfalls nicht mehr gebildet werden.

Für die Gemeinde ist damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Zwei von drei Gebäuden müssen wohl aufgegeben werden, hieß es zu Beginn der Prüfungszeit. Bedeutet: auch eine Kirche wird noch stillgelegt. Ob es die in Setterich ist – wo gut 80 Prozent der Gemeinde beheimatet sind – oder die in Siersdorf, soll sich bis September zeigen, sagt Schuster. Die Entscheidung sei derzeit völlig offen.

Neben der Tafel muss auch das Tanzteam Nessaja nach anderen Räumen ausschauen, ebenso brauchen ein paar Kegelvereine neue Bahnen. Doch hart trifft es vor allem Tafel-Vorsitzenden Willy Feldeisen. Kündigungsdatum ist der 30. September. Findet sich bis dahin nichts, ist spätestens am 31. Dezember Schluss mit der Ausgabe an Bedürftige. Nach dann zehn Jahren im Gemeindezentrum. „Wir waren zwar etwas darauf vorbereitet, dass es so kommen könnte“, sagt Feldeisen.

Doch offenbar nicht so sehr, dass bereits eine Alternative in der Schublade liegt. Die muss sich auch erst mal finden, denn nicht jeder Ort ist geeignet. Es braucht einen Raum für die Ausgabe, einen für die Lagerung der Lebensmittel, dann noch einen Platz für die Wartenden und Sanitäranlagen. „Die Lage und der Zuschnitt waren hier einfach ideal“, sagt Feldeisen. So gut wird es wohl nicht mehr, auch die Kunden werden sich umgewöhnen müssen. Es ist nicht mal klar, ob sie künftig überhaupt noch in Setterich versorgt werden. Vielleicht ist es auch Baesweiler, diese Optionen prüft Feldeisen derzeit mit Bürgermeister Dr. Willi Linkens. „So eine erfolgreiche Geschichte der Hilfsbereitschaft muss weitergehen“, sagt Linkens und verweist darauf, „dass sicher noch viele Gespräche nötig sein werden“.

Das Team zieht mit

Das Team werde den Umzug mitmachen, ist Feldeisen überzeugt. Rund 60 Ehrenamtler gibt es derzeit, „da bin ich sicher, dass die uns an einem neuen Ort erhalten bleiben“. Wo auch immer der sein wird.

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