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Geldsegen für das Geothermieprojekt

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Ventiltechnik auf dem Schachtdeckel: Dem kontrollierten Abführen des aus der Tiefe noch geringfügig abströmenden Methangasgemisches dient diese so genannte Protego-Haube, wie der Geschäftsführer der Energeticon gGmbH, Harald Richter, erläutert. Das Rohr wird nun auch für das Geothermieprojekt genutzt. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Kommen Minister in eine Stadt, sind sie besonders herzlich willkommen, wenn sie Geld mitbringen. So wird es auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel ergehen, wenn er am 15. Februar Alsdorf ansteuert. In der Fördermaschinenhalle des Energeticon an der Konrad-Adenauer-Allee wird dem Minister der Grünen der rote Teppich ausgerollt, stehen Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bereit – „zu einem regen Gedankenaustausch bei Getränken und Snacks“, wie es in der Einladung heißt.

 In dieser netten Atmosphäre und angesichts von geplanten Grußworten und anderen Reden sollte aber der eigentliche Grund nicht in Vergessenheit geraten: Remmel übergibt den Förderbescheid zum so genannten „GrEEn-Projekt“. Hinter dem sperrigen Kürzel verbirgt sich „Grubenwasserenergie für das Energeticon“. Das Land fördert ein am Eduardschacht direkt neben dem Energeticon angesiedeltes Vorhaben mit einer Förderquote von 70 Prozent – aus EU-Mitteln.

Ziel des Projektes ist es, das im stillgelegten und 860 Meter tief im Schacht stehende Wasser, das dank Erdwärme einen mittleren Wert von plus 26 Grad ausweist, wärmetechnisch anzuzapfen. Dabei wird durch ein bereits vorhandenes Rohr durch den Betonpfropfen ein Schlauchsystem geführt, durch das eine kühlere Flüssigkeit gepumpt wird, die so aufgewärmt wird. Über Tage wird dann per Wärmetauscher Energie gewonnen, die zum Heizen des Energeticon-Gebäudes eingesetzt wird.

Die Realisierung des Projekts kostet rund eine Million Euro. Neben den von der EU via Land NRW nun zugesagten 700 000 Euro sollen weitere 200.000 Euro aus dem RWE-Topf „Kommunales Energie Konzept“ (KEK) fließen. Die Energeticon gGmbH will die restlichen 100.000 Euro beisteuern, wie der Geschäftsführer der Energeticon gGmbH vorrechnete.

Bis zum Start der notwendigen Bauarbeiten und der Installation der Technik werden noch ein paar Monate ins Land gehen müssen. Wenngleich der EBV, dem die vorhandene Anlage gehört, bereits grundsätzlich dieser Nutzung zugestimmt hat, muss eine entsprechende Vereinbarung ausgearbeitet und geschlossen werden. Die Bergbauaufsicht, eine Landesbehörde, muss formal zustimmen, wasserrechtliche Bestimmungen wollen beachtet sein. Das Ganze ist in einem Betriebsplanverfahren zusammenzufassen und prüfbar zu gestalten. Viel Arbeit steht also an, bevor der erste Handwerker anrücken kann, wie Richter auf Nachfrage deutlich machte.

Die Bedeutung des Vorhabens in Alsdorf hat Modell- und Pilotcharakter. Allerdings sind nicht in jedem (ehemaligen) Revier Grubenwässer so einfach wie im Eduardschacht wärmetechnisch nutzbar. Auf Grund des bereits vorhandenen Rohres muss hier nicht kostenintensiv gebohrt werden. Beim Besuch von Minister Remmel wird ein Vortrag über „Das Netzwerk Geothermie und geothermische Projekte in NRW“ zu hören sein, um das Alsdorfer Projekt in seiner Bedeutung einordnen zu können.

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