Geld reicht nur für zwei Kindergarten-Gruppen

Von: Karl Stüber
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Neuer Kindergarten unterm Kirchturm mit Mobilfunkeinrichtung in Ofden (Bild) geplant: Laut Architekt Siegfried Schaffrath sollen vorgegebene Abstandswerte bei dem Bauprojekt der Evangelischen Gemeinde Alsdorf eingehalten werden und keine Gefahren von „Wellen“ ausgehen. Fotos (2): Karl Stüber Foto: Karl Stüber
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Helmut Pustolla, Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses.

Alsdorf. Eigentlich wollte die Evangelische Kirchengemeinde Alsdorf den neuen Kindergarten in Ofden, der vom Verein „Eva“ getragen wird, nun doch von vornherein mit drei Gruppen bauen.

Zuvor war nur von der Option auf eine dritte Gruppe die Rede. Diese von der Evangelischen Kirchengemeinde überarbeitete und variable Planung war jetzt Thema im Jugendhilfeausschuss, dessen Mitgliedern der Baesweiler Architekt Siegfried Schaffrath den Stand der Planung erläuterte.

Allerdings bleibt es erst einmal bei der kleinen Lösung. Die Finanzierung des Baus auch der dritten Gruppe ist nicht gesichert. Helmut Pustolla, Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses der Evangelischen Kirchengemeinde, sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Uns fehlen für die dritte Gruppe 100 000 Euro!“ Einen Tag nach der Sitzung des Jugendhilfeausschusses hat der Bevollmächtigtenausschuss deshalb nach intensiver Diskussion einstimmig beschlossen, auf die große Lösung bis auf weiteres zu verzichten.

Stadt bürgt für Zuschuss

Die Förderung des Landes für zwei Gruppen ist gesichert. 204.000 Euro an Landesmitteln sollen für die ohnehin geplanten Gruppen fließen. Hierfür hat die Stadt Alsdorf auch eine entsprechende Ausfallbürgschaft übernommen, um die Betreuung von Kindern in Ofden zu sichern. Hier ist man also auf der sicheren Seite.

Entsprechend müsste die Einrichtung einer weiterer Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren mit weiteren 102.000 Euro seitens des Landes gefördert werden. Die Rede ist von „potenziell“. Das ist also nicht sicher. Dieses Problem hat auch die Stadt Alsdorf erkannt. So formulierte die Verwaltung dazu, es sei mit Blick auf „voraussichtlich am Ende des Jahres zu beschließende zusätzliche Bundesmittel“ zu erkennen, „dass die zu erwartenden Mittel nicht ausreichen, um alle derzeit anvisierten Anträge im U3-Bereich zu bedienen“. Da die Evangelische Gemeinde schon seit längerer Zeit zusätzlich U3-Betreuungsplätze einrichten wolle, sollte die Stadt bei einer möglichen Verteilung von Landesmitteln zwar dieses Projekt berücksichtigen, heißt es seitens der Verwaltung. Aber dass die Evangelische Kirchengemeinde die gesamte der Stadt Alsdorf zugedachte Fördersumme erhält, dürfte angesichts mehrere Projekte in Alsdorf wohl nicht fair sein.

Die Kirchengemeinde nimmt laut Pustolla für den Bau des zwei–gruppigen Kindergartens ein Darlehen in Höhe von 400.000 Euro auf. Mit Blick auf die Mieteinnahmen ist die Tilgung auf 20 Jahre angelegt, wie Pustolla erläuterte.

Darüber hinaus wird in den nächsten Tagen ein Rundbrief an die Gemeindemitglieder bzw. die Bürgerschaft verschickt, in dem Spenden erbeten werden, um die Innenausstattung des neuen Kindergartens zu optimieren. „Allein eine Wickelkommode kostet rund 3000 Euro“, nennt Pustolla ein Beispiel. Zudem möchte die Gemeinde gerne in dem zweigeschossigen Teil des zu bauenden Kindergartens einen Aufzug einbauen, um möglichst effektiv integrative und barrierefreie Arbeit zu ermöglichen. Das allein kostet über 30.000 Euro, wie der Vorsitzende des Bevollmächtigtenausschusses sagte.

Laut Architekt Siegfried Schaffrath soll der Kindergarten nach Abriss der Kirche, des Jugend- und Pfarrheims in Ofden zu Füßen des Kirchturms errichtet werden. Der Turm bleibt erhalten aus städtebaulichen Aspekten und mit Blick auf den hohen ideellen Wert, den der Turm für die Ofdener hat, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen, weil die Gemeinde mit dem Turm, auf dem Mobilfunkanlagen installiert sind, wichtige Einnahmen aus der Nutzung erzielen. Auf Nachfrage aus Reihen des Jugendhilfeausschusses bekräftigte Schaffrath, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung für Kinder und Betreuungspersonal des Kindergartens nicht zu befürchten sei, da die vorgeschriebenen Mindestabstände (die Rede war von mehr als zwölf Meter Höhe) eingehalten werden.

Die kleine Variante des Kindergartens sieht neben dem zweigeschossigen Teil mit Flachdach einen eingeschossigen Baukörper mit Pultdach vor.

Anfang 2015 will die Kirchengemeinde zudem in direkter Nachbarschaft den Bau von drei Häusern mit bis zu 18 Einheiten für barrierefreies Wohnen angehen.

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