Nordkreis - Geimpft wird in Zehnergruppen

Geimpft wird in Zehnergruppen

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
impf_bu
Muss schnell gespritzt werden: Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe wird deshalb von den Ärzten erst dann geordert, wenn genügend Impfwillige bereitstehen. Foto: dpa

Nordkreis. Auf der Suche nach enem Arzt, der sie gegen Schweinegrippe impft, haben sich gleich mehrere Leser in der Redaktion gemeldet. Von „Wir haben noch keinen Impfstoff” über „Wir impfen jetzt doch nicht” bis „Sie müssen sich auf eine Warteliste setzen lassen” seien die Auskünfte in den von ihnen konsultierten Praxen gewesen.

So verlautete aus einer Baesweiler Praxis auf Anfrage unserer Zeitung sogar auch, dass zwar eine Liste für impfwillige Patienten bestehe, der Impfstoff auch eingetroffen sei, nun allerdings angesichts der Nebenwirkungen noch beraten werde, ob die Nadel überhaupt angesetzt werden solle.

Dr. Jürgen Wirtz, praktischer Arzt in Alsdorf, erläutert, warum es zu den für Patienten nicht sofort nachvollziehbaren Verzögerungen komme: „Der Impfstoff verfällt sehr schnell und wird wirkungslos. Er wird kältegeschützt in zwei Lösungen geliefert, die gekühlt innerhalb von 24 Stunden, ungekühlt innerhalb von einer Stunde gespritzt werden müssen.”

Um die Kühlkette nicht zu unterbrechen, werden die jeweils für zehn Anwendungen reichenden Ampullen daher nicht auf herkömmliche Art ausgeliefert, sondern über zentrale Apotheken auf Anweisung des Gesundheitsamtes.

Kein Serum verschwenden

Diese ausgewählten Apotheken wiederum ordern bei einer vom Land NRW autorisierten Pharmagroßhandlung. Die jeweiligen Praxen werden versorgt, sobald sich die nötige Anzahl an Impfwilligen gemeldet hat.

Schließlich soll kein Serum verworfen werden, weswegen Dr. Jürgen Wirtz hier auch mit anderen Ärzten kooperiert, um Patientengruppen zusammenzufassen. „Der Verlauf der Schweinegrippe ist zurzeit zum Glück harmloser als gedacht, wir wissen aber nicht, wie sich alles noch entwickelt.”

Der erhöhten Risiken durch den neuen Impfstoff wegen führt Mediziner Wirtz mit jedem impfwilligen Patienten ein Beratungsgespräch. Denn bekanntlich fallen die Reaktionen stärker aus als bei herkömmlichen Impfungen, kommt es zu Rötungen, Schmerzen, Schwellungen und sogar erhöhter Temperatur.

Eine eventuelle Erkrankung mit der Neuen Grippe wäre sehr viel schwerer. Wirtz: „Sie dauert in der Regel rund drei Wochen, geht mit hohem Fieber einher und kann im Extremfall eben auch zum Tod führen.”

Bürger, die zur Impfung gegen die Neue Grippe entschlossen sind, haben nun allerdings ein Problem, wie ein Leser schilderte: Sie müssen kurzzeitig abkömmlich sein.

Denn wann sich genügend andere Impfwillige für den „Zehnerpack” gefunden haben und dann auch noch der Impfstoff eingetroffen ist, lässt sich nur vage voraussagen: „Wie soll man sich denn darauf einrichten?”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert