Geilenkirchener räumen beim „Deutschen Rock- und Pop-Preis“ ab

Von: Guido Jansen und Stefan Schaum
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Die Väter des Projekts „Drums on Mars“: Heiko Mürkens (links) und Andreas Plum. Foto: Jansen

Aldenhoven/Baesweiler. Im vergangen Jahr saßen Andreas Plum (47) aus Geilenkirchen und Heiko Mürkens (38) aus Siersdorf gemeinsam im Auto. Da sagte Plum, Profi-Schlagzeuger, dass er gerne mal alleine auf der Bühne sein wolle, um sein Publikum zu unterhalten, dass ihm dafür aber die Musik fehle. Das war der Geburtsmoment des Projekts „Drums on Mars“, an dem Plum und Produzent Mürkens ein Jahr lang in Mürkens‘ Studio „Tonhöhle“ gearbeitet haben.

Mit großem Erfolg: „Drums on Mars“ hat beim Deutschen Rock- und Pop-Preis einige Auszeichnungen in der Siegerlandhalle in Siegen abgeräumt.

Gleich vier Preise in der Tasche

In vier Kategorien war das Projekt nominiert. Erste Plätze sprangen bei „Beste Instrumentalband“ und „Bester Schlagzeuger“ heraus, einen zweiten Platz gab es in der Sparte „Bestes Instrumentalalbum“ und einen dritten für das „Beste Arrangement“. „Ein Supererfolg“ kommentiert Mürkens, der viele Jahre lang in Baesweiler gelebt hat und dort als Musiker aktiv war. „Eine solche Auszeichnung ist für einen selbst eine große Bestätigung“, sagt Mürkens, der vor zwei Jahren mit seinem „Janus-Projekt“ schon einmal gewonnen hatte.

Er weiß, dass er deswegen als Musiker nicht reich wird. „Wir treten in Sonderkategorien an. Da kommen meistens keine Plattenfirmen, die einen von der Bühne weg verpflichten“, sagt Mürkens. Aber ein solcher Preis erzeugt trotzdem Interesse. „Ist eine schöne Bestätigung, dass das, was man da tut, nicht ganz verkehrt ist“, sagt er.

Die Auszeichnung will Andreas Plum nutzen, um mit seinem Schlagzeug mehr Menschen zu unterhalten. Bisher gab es zwei Auftritte, einen in der Rockfabrik in Übach-Palenberg, einen in der Dürener Endart. Weitere sind geplant, unter anderem am 27. Februar wieder in der Rockfabrik.

Live nimmt sich das Projekt beeindruckend aus. Auf der Bühne befindet sich das imposante Schlagzeug, dazu eine Leinwand, auf der Bilder und Filme eingeblendet werden. Die Musik bewegt sich zwischen Dream Theater und Pink Floyd, ist mal sphärisch, mal mit dem Fuß auf dem Gaspedal gespielt. Die Musik, die Plum nicht live erzeugt, wird eingespielt.

Zwischendurch erzählt der erfahrene Schlagzeuger Anekdoten. „Ich will da keinen Schlagzeug-Workshop abhalten. Ich rede da nicht über Technik. Ich will zeigen, dass das Schlagzeug kein Rhythmus-Knecht ist, sondern das Publikum unterhalten kann“, sagt Plum. Die Jury des Rock- und Pop-Preises ist davon überzeugt.

Aufwändiges Projekt

Die beiden Musiker auch. „Das ist ein Liebhaber-Projekt“, sagt Plum. Geduld war notwendig. Und viele Freunde. Sonst hätte „Far away and still here“ (Weit weg und trotzdem hier) – so der Albumtitel – nicht funktioniert. „Wir sind stolz darauf, dass es gelungen ist, dieses aufwändige Projekt durchzuziehen. Viele solcher Vorhaben verlaufen nämlich im Sand“, sagt Mürkens. Aber die Idee, das Schlagzeug sprechen zu lassen, hat den Profi-Musiker Plum und Produzent Mürkens, der als Automatisierer arbeitet, von Anfang bis Ende motiviert.

Für die wichtigsten Aufnahmen mit dem Schlagzeug ist das Duo nach Roetgen umgezogen. Da hat Wolfgang Willms sein Studio, das größer ist als Mürkens‘ Tonhöhle. Der Platz war notwendig, um die große „Schießbude“ mit allem Drum und Dran aufzubauen. 30 Mikrofone haben sie eingerichtet, um das Schlagzeug aufzunehmen. Einen Tag hat das gedauert. „Kein Wolfgang, kein Album“, erklärt der Schlagzeuger die Bedeutung des Arbeitsausflugs in die Eifel.

„Far away and still here“ besteht nicht nur aus Schlagzeug. Wie bei einem Rockalbum üblich gibt es auch Gitarre, Bass und Keyboard. Um diese Elemente einzuspielen, sind befreundete Musiker eingesprungen. Ansonsten haben die beiden in Mürkens‘ Tonhöhle gebrütet, oder sich die Ideen über das Internet zugeworfen. „Ich habe Heiko gesagt, was ich mir vorstelle, und er hatte immer direkt die passende Idee“, erzählt Plum. Gute Voraussetzung also für das nächste Mal, wenn Mürkens und Plum zusammen in einem Auto sitzen. . .

Erfolgreich beim Rock- und Pop-Preis war auch die 15-jährige Übach-Palenberger Sängerin Alina Sebastian, die Heiko Mürkens ebenfalls schon musikalisch unterstützt hat. Für sie gab es den ersten Platz in der Kategorie „Beste Sängerin“. Mürkens: „Das ist super. Für so ein junges Talent kann solch eine Auszeichnung ein Türöffner in der Musikszene sein.“

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