Gehweg hinter Mariadorf: Leuchtfolie statt Straßenlaternen?

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
14187749.jpg
Auf die Gehwege zwischen Mariadorf und Warden könnte man mit phosphoriszierender Farbe oder Folie eine Markierung aufbringen. Wie locker hingestreut könnten sie dem Fußgänger sicher den Weg durchs Dunkle weisen.
14187748.jpg
So sieht er aus, der Entwurf für phosphoriszierende Quadrate. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Bei Stichworten wie Straßen, Beleuchtung und Sicherheit ist Carmen Berck sofort hellwach. Und als sie in unserer Zeitung las, dass hinter Mariadorf Gehwege in der Dunkelheit versinken, hat sie sich bei der Redaktion gemeldet.

„Da kann man was machen“, sagte Berck, die zwar ihr Büro und ihren Lebensmittelpunkt in Aachen, aber eine Zeit lang in Herzogenrath gelebt hat. Und erschien dann mit einer ganzen Mappe voll guter Ideen – allerdings nicht nur für Alsdorfer Straßen, sondern eher im Sinne eines Gesamtkatalogs und mit vielen Beispielen umgesetzter Projekte.

Carmen Berck ist Designern. Oder wie sie sich selbst betitelt: Diplom-Designerin für humane Umweltgestaltung. Und ihre Arbeit hat vermutlich jeder in der Region schon einmal gesehen – wenn auch nicht bewusst. Sie hat einen Teil des neuen Abschnitts der Autobahn 4 in Höhe Buir gestaltet. Die Bäume des Jahres, die bunte Beschilderung (die Regenbogenfarben sind ihr Markenzeichen) und die Brücken in jeweils anderer Farbe. Auch für die Bundesstraße 258 bei Monschau hat sie bereits Vorschläge eingereicht – und jetzt eben für Alsdorf.

„Man könnte etwas mit selbstleuchtender Folie oder Farbe machen, die sich am Tag auflädt und nachts leuchtet“, sagt Berck. Möglich wäre, die Bordsteine mit einer Linie zu markieren oder – und das scheint sie zu favorisieren – mit wie hingestreuten Quadraten den Verlauf zu markieren, auf dem man sich sicher bewegen kann. Als Übergangslösung, bis irgendwann mal Geld für Straßenlaternen da ist.

Zum Hintergrund: 41.000 Euro würde die Beleuchtung kosten. Da der Abschnitt aber zwischen geschlossenen Ortschaften liegt, handelt es sich um eine freiwillige Ausgabe, und dafür hat die Stadt Alsdorf kein Geld.

Ein Bruchteil der Kosten

Carmen Berck glaubt, dass die Farb- oder Folienlösung ein Bruchteil dessen kosten würde, „vielleicht ein Zehntel“. Halten würde die Markierung auch, die Folie werde beispielsweise in Parkhäusern eingesetzt und sei recht widerstandsfähig.

Die Designerin hat Malerei und humane Umweltgestaltung studiert – „das sind eigentlich zwei Studiengänge“, sagt sie. Hinter der Fächerkombination stünde die Frage, wie man mit Farbe die Umwelt gerechter gestalten kann. Schönheit spielt dabei aber eine große Rolle.

In Krankenhäusern wie beispielsweise der Kinderklinik am Birkesdorfer Krankenhaus (Düren) oder in Bremen hat sie sich mit Meeresmotiven beziehungsweise Strahlenmotiven um ein freundlicheres Design bemüht, in einer Reha-Klinik sind die Wege zu den verschiedenen Bauteilen und Zimmern farblich auf dem Boden markiert. Die Spielecke der Raststätte Aachener Land hat sie entworfen und im Aachener Südviertel bemüht sie sich gerade um eine 30er-Zone.

Auf die Frage, wie man Unfälle auf dem Schulweg reduzieren und bei allen Verkehrsteilnehmern an gefährlichen Punkten eine höhere Aufmerksamkeit erzielen kann, hat sie auch Antworten gefunden. Beispielsweise indem man die Abschnitte eines Radwegs, in denen keine Gefahren drohen, grün markiert und andere Stellen entsprechend gelb oder rot. Oder indem man an Übergängen reflektierende Steine anbringt. Die können Kinder zum Rotieren bringen, wenn sie eine Straße überqueren wollen. Autofahrer nehmen das Blinken und Glitzern vielleicht eher wahr als ein wartendes Kind. Aber das alles führt schon viel zu weit. Carmen Berck hat für Alsdorf erst mal die „kleine Lösung“ für die beiden Gehwege zwischen Warden und Mariadorf im Kopf. Und will sich damit an die Stadt wenden.

Und was sagt die? Die äußert sich sehr zurückhaltend. „Null Spielraum“ sieht Bürgermeister Alfred Sonders in einer ersten Einschätzung. Die letzte Hoffnung wäre da ein privater Geldgeber...

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert