Gehofft, geplant, gebaut: Nun wird in der Barbara-Kapelle gefeiert

Von: Georg Pinzek
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Kapellen-Baustelle: In der nächsten Woche wird das Tor installiert und der Boden gegossen. Foto: G. Pinzek
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Josef Kohnen (l.) und Karl-Peter Schröder freuen sich auf die Einweihung. Foto: G. Pinzek

Alsdorf. Es gibt Schatzkammern, die nicht nur Wertvolles und Wichtiges beherbergen, sondern selbst ein wahrer Schatz sind. Das trifft zweifellos auf die Barbara-Kapelle zu. Das Schmuckstück steht kurz vor der Vollendung.

Trotz der brütenden Hitze draußen ist es angenehm kühl in dem Kuppelbau, der durch einen mit einer dicken Glasplatte abgedeckten Schacht mit Sonnenlicht geflutet wird. Die grauen Betonwände zeigen die Abdrücke der kunstvollen Holzverschalung. Josef Kohnen und Karl-Peter Schröder vom Bergbaumuseumsverein stehen inmitten des rund acht Meter großen und etwa vier Meter hohen Rondells. Sie sind sichtlich zufrieden mit dem Werk.

„Hier genau, da kommt sie hin“, zeigt Schröder auf vier Bohrlöcher in der Wand. Gemeint ist natürlich die Statue der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, die einst auf der 610- und später auf der 860-Meter-Sohle den Blick der ein- und ausfahrenden Kumpel auf sich zog. Quasi in doppelter Funktion war die 1,30 Meter hohe und über 100 Kilo schwere im Metallgussverfahren hergestellte Barbara-Figur unter Tage „tätig“: Einerseits sollte sie den Bergarbeitern ein Stück Sicherheit, Hoffnung und Heimat schenken, doch zugleich war sie auch ein Mahnmal, das an die Gefahren erinnerte, die im Bergbau lauerten.

Nach dem Bergbau-Aus Ende 1992 wurde die Statue am 23. Dezember 1993 aus tiefer Dunkelheit ans Tageslicht geholt. Am 22. März 2007 übergab der EBV die Figur an dem Museumsverein. Da war der Wunsch, der heiligen Barbara in einer Kapelle ein würdiges Heim zu bieten, schon lange geboren.

Für deren Entwurf und Gestaltung konnte der Alsdorfer Künstler Professor Ludwig Schaffrath gewonnen werden, der leider die Realisierung seiner Pläne nicht mehr erlebt. Er starb am 6. Februar 2011. Seine Idee war es, die Grundform der Kapelle als Halbkugel mit Lichtschacht zu bauen, die ebenerdig durch einen stollenmundartigen Zugang erschlossen wird. Die Kuppel wurde bereits – ebenfalls nach Schaffraths Vorstellungen – mit Erde überdeckt und soll noch mit Efeu bepflanzt werden. Der Bau erinnert damit auch an eine Halde.

Dabei war die Umsetzung der Pläne gar nicht so einfach, wie Kohnen deutlich macht: „Wir haben keine Fachfirma gefunden, die ein Angebot für so eine aufwendige Verschalung abgeben wollte. Alle haben abgewunken. Die Kosten seien unkalkulierbar.“

„Geht nicht gibt‘s nicht!“

Doch für Handwerker, die aus dem Bergbau kommen, gilt schließlich die Devise: „Geht nicht gibt‘s nicht!“ Am 1. Oktober 2011 erfolgte der erste Spatenstich. Das Alsdorfer Architekturbüro „asa“ zeichnete in Zusammenarbeit mit dem Baesweiler Architekten Siegfried Schaffrath für die konkreten Baupläne verantwortlich.

Gut ein Dutzend Ehrenamtler, im Schnitt weit über 70 Jahre alt, macht sich an die Arbeit. Vertreten waren Schreiner, Schlosser, Maler und Polier. Mit jede Menge Fachwissen und noch mehr Enthusiasmus erbrachten sie fast 15.000 Stunden an Eigenleistung. Gar nicht gezählt sind die etlichen Stunden an Planungszeit. Großes Kompliment!

Unterstützt wurde und wird die Initiative von Firmen in der Region. Nur so kann der Kostenrahmen von knapp 195.000 Euro, der Landschaftsverband Rheinland gab einen fast 50-prozentigen Zuschuss, eingehalten werden.

Weitere Spenden sind selbstverständlich sehr willkommen beim Bergbaumuseum Grube Anna e.V., Konto-Nr. 107 1515 280, BLZ 390 500 00, bei der Sparkasse Aachen.

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